Aufgrund des Verbotes durch das NS-Regime und der Notwendigkeit der Neugründung der Waldorfschulen nach dem II. Weltkrieg, erschien die Erziehungskunst erst wieder ab 1948.

Zu den Waldorfschulen hieß es in einem Dekret des Leiters des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich vom 1. November 1935: »Die auf der Pädagogik des Gründers Steiner aufgebauten und in den heute noch bestehenden anthroposophischen Schulen angewandten Unterrichtsmethoden verfolgen eine individualistische, nach dem Einzelmenschen ausgerichtete Erziehung, die nichts mit den nationalsozialistischen Erziehungsgrundsätzen gemein hat.«

Sechs der bestehenden Waldorfschulen lösten sich in den folgenden Jahren aufgrund des zunehmenden Druckes des NS-Regimes selbst auf (Hamburg-Altona am 6.4.1936, Hannover am 9.7.1937, Berlin am 26.8.1937, Kassel am 27.6.1938, Breslau am 24.3.1939, Hamburg-Wandsbek am 21.3.1940, wobei für einige Klassen durch sogenannte »Umschulungskurse« de facto der Schulbetrieb noch ein Jahr weiter lief). Die übriggebliebenen drei Schulen wurden bis 1941 geschlossen (die Essener Schule war schon am 26.3.1936 durch die NS-Behörden geschlossen worden, die Stuttgarter Waldorfschule wurde am 1.4.1938 zwangsgeschlossen, die Dresdener am 5.7.1941).

Dazu ausführlicher:

Detlef Hardorp, Die deutsche Waldorfschulbewegung in der Zeit des Nationalsozialismus (externer Link)

Siehe auch:

Der völkische Beobachter und Rudolf Steiner (Zeitschrift Der Europäer, 2000/2001, PDF-Download)

Lorenzo Ravagli, Unter Hammer und Hakenkreuz: Der völkisch-nationalsozialistische Kampf gegen die Anthroposophie, Stuttgart 2004

Uwe Werner, Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945, Oldenbourg 1999