Wer fühlen will, muss hören

Von Andrea Vogelgesang, Dezember 2011

Balladen, die im 7. Schuljahr auf dem Lehrplan stehen, vermitteln mit poetischen Mitteln außergewöhnliche Begebenheiten – meist dramatischer Natur. Über Reim und rhythmische Form erreichen sie den Leser besonders intensiv. Ihr pädagogischer Wert liegt in der Darstellung hervorstechender charakterlicher Eigenschaften wie Mut, Pflichterfüllung und Opferbereitschaft. Auf diese Weise können sie auf Jugendliche charakterbildend und vorbildhaft wirken. Auf außergewöhnliche Weise setzten die Schüler der 7a der Rudolf Steiner-Schule in Düsseldorf sich mit Balladen auseinander, als sie im Frühjahr 2011 im Rahmen einer Projektwoche »John Maynard« von Theodor Fontane, »Nis Randers« von Otto Ernst und »Der Zauberlehrling« von Johann Wolfgang von Goethe vertonten. Der Klassenlehrer Sebastian Spörl hatte über einen Kontakt zu dem Musiker und Produzenten Miguel Igler und dessen Kollegen Josue Avalos die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Ver­tonungen in einem mobilen Tonstudio auf einer CD »verewigt« werden konnten. Die Ideen für die Melodien stammen von den Schülern selbst. Sie begleiteten die Verse auch mit Musik­instrumenten.

Die Vertonungen reichen von klassischen Varianten bis hin zum Rap. Sie sind zum Teil in Kleingruppen entstanden; eine Ballade wird gemeinsam von der ganzen Klasse interpretiert. Die musikalische Erarbeitung spricht nicht nur die Gefühlsebene der Zuhörer an, sondern bewirkt, dass sich die Jungen und Mädchen besonders intensiv mit den Themen auseinandersetzen. Der Erlös der CD soll Klassenfahrten oder dem Klassenspiel im achten Schuljahr zu gute kommen. Auch Nichtdüsseldorfer können über die Links:

http://www.youtube.com/watch?v=mPcAUyA9JlQ
http://www.youtube.com/watch?v=dyOLlaT3aY0
http://www.youtube.com/watch?v=zq42SiPlj54

in den Genuss einer Hörprobe kommen.

Siebtklässler der Rudolf Steiner Schule Düsseldorf vertonen Balladen. Die produzierte CD ist der Renner.