Kultige Meisterschaften

Von Petra Plützer, September 2017

Waldorf und Volleyball: Die Gemeinschaft steht im Vordergrund, jeder ist gefragt, hat seinen Platz, trägt zum Gelingen bei. In der Schule wie im Sport. Und was gibt es Schöneres als einen Austausch mit anderen? Auch der Wettkampf und das gegenseitige Messen gehören dazu, wie in diesem Jahr bei der 21. bundesweiten Meisterschaft in Prien.

Das Finale der Deutschen Meisterschaften der Waldorfschulen in Prien.

Die Idee zu den Waldorf-Volleyball-Meisterschaften hatten einst Oberstufenschüler der Waldorfschule Freiburg-St. Georgen. Sie wollten Schulen zusammenführen. Sie wollten einen fairen und lustvollen Wettkampf miteinander austragen. In Bonn fanden sie schließlich die räumlichen Möglichkeiten dazu. Ein Jahr später, 1997, übernahm der Hildesheimer Martin Ahrens die Organisation und begleitete fortan die Geschicke der Meisterschaften landauf und landab.

Der Zuspruch war anfangs so groß, dass man in Vorqualifikationsrunden vor Ort in den Schulen die 16 Teams aus rund 60 Bewerberschulen auswählte, die letztlich anreisen konnten. Dieser Boom schlief mit den Jahren ein. Immer wieder ist frischer Wind gefragt. »Man muss immer neu anschieben, die einzelnen Schulen ansprechen«, sagt Martin Ahrens. »Die Kommunikation untereinander über die Schulbüros ist leider auch oft schwierig.« An dieser Stelle könnte die Arbeit von engagierten Organisatoren erheblich unterstützt werden.

Michael Roser freute sich sehr, als er von den Deutschen Meisterschaften erfuhr. »Eine tolle Möglichkeit, um Spielerfahrung zu sammeln und nicht zuletzt auch den Ehrgeiz der Spielerinnen und Spieler zu wecken. Es trainiert sich leichter, wenn man ein Ziel vor Augen hat«, sagt der engagierte Trainer, der gleich drei Mannschaften zur Teilnahme für die Waldorfschule Chiemgau zusammenstellen konnte – zwei Jungen- und eine Mädchenmannschaft.

Als Titelverteidiger holten die Chiemgauer Volleyballer die Spiele in diesem Jahr nach Prien. Zwei Jahre lang hatte man für die Teilnahme weite Wege in den Norden in Kauf genommen, jetzt wollte man den Sieg nutzen und selber als Gastgeber fungieren. Mit allem, was dazu gehört! Für Michael Roser, der als Sportlehrer und Physiotherapeut beruflich schon viel Einblick in den Profisport hat, bedeutete das vor allem die Vermittlung von professionellem Flair. Und die diesjährige Meisterschaft hat richtig Laune gemacht, mit Gänsehautfeeling und Spannung bis zum Schluss, mit einem toll inszenierten Finale, Preisen für jeden Teilnehmer, Urkunden, Pokalen und T-Shirts. Auch eine sogenannte »Fair play-Wertung« wurde eingeführt, um nach jedem Match den fairsten Spieler zu küren.

Zur Autorin: Petra Plützer ist freie Journalistin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit