Spätsommerkrimi

Von Mathias Maurer, Februar 2013

Schon einmal etwas von Mömpelgard gehört? Historiker schon, so auch Heiger Ostertag, der nebenbei auch noch Waldorflehrer ist. Mömpelgard heißt heute Montbéliard und mit Württemberg-Mömpelgard werden die von 1397 bis 1796 zum ehemaligen Haus Württemberg gehörenden linksrheinischen Gebiete bezeichnet. Doch dieser Regio-Krimi beginnt erst einmal in Ludwigsburg …

Die abenteuerliche Geschichte des Junkers Carl von Schack – als Agent von Herzog Karl Eugen nach Mömpelgard unterwegs – ist ein fiktiver Kriminalroman, faktenreich und gut recherchiert, auch wenn – der Historiker lässt grüßen – die Freude am Detail zu manchen Längen führt. Einige Wortwechsel – der Lehrer lässt grüßen – wirken dadurch etwas belehrend. Wenn Marie Antoinette dann in letzter Sekunde vor einem ausgerissenen Löwen von Schack gerettet wird und ihr gegen Ende auch noch tief in die Augen blicken darf, drücken die Klischees ein bisschen arg aufs Auge. Für laue Spätsommernächte ist der Junker jedoch durchaus zu empfehlen. »Mömpelgard« steht auf der Liste der Auswahl für den Sir Walter Scott-Preis 2012.

Heiger Ostertag: Die Affäre Mömpelgard: Die Abenteuer des Junkers Carl von Schack, 300 S., kart. EUR 16,95, Theiss Verlag, Stuttgart 2012