Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung

Oktober 2015

Daniele Ganser ist Historiker und leitet das »Swiss Institute for Peace and Energy Research SIPER« in Basel. Er lehrte an den Universitäten Zürich und Luzern und unterrichtet derzeit an den Universitäten Basel und St. Gallen. In seiner Dissertation forschte er über »Inszenierten Terrorismus und verdeckte Kriegsführung der NATO-Geheimarmeen«. Ganser besuchte die Rudolf Steiner Schule Basel.

Daniel Ganser. Foto: © Johannes Nilo

Erziehungskunst | Herr Ganser, schon Anfang der 1980er Jahre stellte Lloyd de Mause in seiner psychohistorischen Studie »Reagans Amerika« einen Zusammenhang zwischen innenpolitischen Problemen und der Anzettelung von Kriegen her. Mit den Terroranschlägen vom 11. September wurden der Patriot Act beschlossen, der die Bürgerrechte in den USA bis heute beschneidet und die »Achse des Bösen« etabliert, die das geopolitische Geschehen bestimmt. Sie sagen, der 11. September muss neu untersucht werden. Warum?

Daniele Ganser | Als Historiker ist es meine Aufgabe, 9/11 genau zu untersuchen. An diesem Tag stürzten nicht nur zwei, sondern drei Türme in New York zusammen. Also neben WTC1 und WTC2, die man im Fernseher sah, auch WTC7. Wir haben also zwei Flugzeuge und drei Türme. Wenn die Flugzeuge die Ursache für den Einsturz der Türme sind, dann stimmt da etwas nicht. Ich habe daher den 2004 publizierten, offiziellen Untersuchungsbericht zu den Terroranschlägen zusammen mit meinen Studenten am Historischen Seminar der Universität Zürich gelesen. Der Bericht ist 600 Seiten dick, daher hat ihn kaum jemand gelesen. Ich wollte aus dem Bericht erfahren, warum WTC7 einstürzte, weil das Gebäude ja nicht von einem Flugzeug getroffen worden war.

Nach der Lektüre waren wir alle sehr erstaunt, denn im offiziellen Bericht erfährt man zwar über die Existenz von WTC7, aber mit keinem Wort wird dort erwähnt, dass das Gebäude auch eingestürzt ist! Heute dreht sich die Forschung um die Frage, ob WTC7 durch Feuer oder durch Sprengung zum Einsturz kam. Ich habe mit ETH-Professoren für Baustatik gesprochen, die mir sagten, dass WTC7 mit großer Wahrscheinlichkeit gesprengt wurde. Wenn das zutrifft, haben wir ein Wahrheitsproblem.

EK | Was waren die Folgen von 9/11?

DG | Unmittelbar nach den Anschlägen erklärte US-Präsident George Bush, das seien militante Muslime um Osama Bin Laden gewesen. Seither ist bei vielen Menschen in Europa und den USA dieses Feindbild verankert, man glaubt, Muslime sind Terroristen, Muslime sind böse, Muslime sind gefährlich. 9/11 hat also das Feindbild »böser Muslim« erschaffen. Es verging kein Monat und die USA begannen am 7. Oktober 2001 mit der Bombardierung Afghanistans, mit der Begründung, dass Osama Bin Laden sich dort aufhalte. Auch andere NATO-Länder schickten in der Folge Soldaten nach Afghanistan. Seither wurden in diesem Krieg, der immer noch andauert, 220.000 Menschen getötet. Daraus lässt sich schließen, dass Feindbilder sehr gefährlich sind und zu realen Toten führen, egal ob diese Feindbilder stimmen oder nicht.

Gewalt gibt es in allen Religionen, bei den Christen, bei den Muslimen, bei den Juden, bei den Hindus und auch bei den Atheisten. Die NATO-Länder USA, Frankreich, Deutschland und Dänemark sind alles christliche Länder. Mit welchem Recht töten sie 220.000 Afghanen? Wir Christen müssen uns mit den gewalttätigen Christen in unseren Reihen kritisch auseinandersetzen. Aber schon allein dieser Gedanke ruft bei einigen Menschen Irritation hervor. Sie fragen sich: Haben wir solche Gewaltakteure in unseren Reihen? Wir verteidigen uns doch nur gegen die bösen Muslime? Wir wissen, der Angriff auf den Irak durch die NATO-Länder USA und Großbritannien von 2003 war illegal, weil ohne UNO-Mandat. Im Fernsehen haben Präsident Bush und Premier Blair über Massenvernichtungswaffen berichtet, die es nie gegeben hat. Der Irakkrieg hat gemäß einer neuen Studie der Ärzte gegen den Atomkrieg IPPNW mehr als eine Millionen Menschenleben gefordert. Wer also sind jetzt die Bösen? Wer die Guten? Stellen Sie sich vor: Der Irak hätte 2003 die USA angegriffen, die Amerikaner und Briten in orangene Anzüge gesteckt und gefoltert und eine Million Menschen getötet! Oder stellen Sie sich vor, Libyen hätte 2011 Frankreich bombardiert und den französischen Präsidenten getötet, zudem weitere 30.000 Menschen. Trotzdem sind wir fest davon überzeugt, dass die Muslime die Bösen sind, weil wir der Propaganda glauben.

EK | Sie haben nachgewiesen, dass in Europa geheime Militäraktionen der NATO durchgeführt wurden. Betreibt die NATO heute auch eine verdeckte Kriegsführung im Ukraine-Konflikt?

DG | Ja, ich habe die Geheimarmeen der NATO im Kalten Krieg untersucht. Ja, die NATO schürt heute den Konflikt in der Ukraine. Vor allem der NATO-Oberbefehlshaber Breedlove, ein US-General. Schon 2008 hat die NATO beschlossen, dass man die Ukraine in die NATO aufnehmen will. Das möchte Russland aber auf keinen Fall. Ich selber fände es für die Stabilität Europas wichtig, dass die Ukraine wie Österreich und die Schweiz neutral bleibt, also keinem Militärbündnis beitritt. Aber die NATO sieht das anders. Sie möchte unbedingt die Ukraine in die NATO hineinziehen. Daher wurde der ukrainische Präsident Janukowitsch, der nicht in die NATO wollte, im Februar 2014 gestürzt und durch den neuen Präsidenten Poroschenko ersetzt, der die Ukraine in die NATO führen will. Interessant sind auch hier die Details.

Vor dem Sturz hat die US-Strategin Victoria Newland, die mit ihrem Zitat »Fuck the EU« bekannt wurde, erklärt, wer die neuen Machthaber in der Ukraine sein sollten. Am 20. Februar 2014 haben dann Scharfschützen auf dem Maidan ein Blutbad angerichtet, sie haben sowohl Demonstranten als auch Polizisten erschossen. Wer diese Scharfschützen waren, bleibt im Dunkeln. Es ist nicht plausibel, dass das Leute von Janukowitsch waren, denn dieser wollte an der Macht bleiben. Es ist auch nicht plausibel, dass es Russland war, weil es Janukowitsch an der Macht halten wollte, damit die Ukraine nicht in den Einflussraum der NATO fällt. Interesse am Sturz von Janukowitsch hatten die USA und die NATO. Der frühere CIA-Mitarbeiter Ray McGovern sagt daher deutlich und klar, dass der Regierungssturz in der Ukraine durch den Westen, also die NATO und die USA, herbeigeführt wurde. Wenn McGovern Recht hat, tragen die USA und die NATO die Verantwortung für den Krieg in der Ukraine. Unsere Massenmedien berichten aber vor allem über die Krim, die in Folge des Regierungssturzes im März 2014 von Russland annektiert wurde. Man kann dann schnell das Bild vom »bösen Russen« zeichnen, der ohne jeden Grund die Krim besetzt. Propaganda funktioniert, weil man nur die halbe Wahrheit sagt.

EK | Gibt es andere Beispiele geostrategischer Einsätze? Welche Ziele verfolgen sie und wer sind die Akteure?

DG | Es geht in der Geostrategie immer um Macht und Rohstoffe, schon seit Hunderten von Jahren. Im Irak und in Libyen will man Erdöl und Erdgas erbeuten, in der Ukraine will man den NATO-Machtraum erweitern und Militärbasen aufbauen. Die Geschichte von den »bösen Muslimen« oder »bösen Russen« ist für die Dummen. Schon 1953 haben der britische Geheimdienst MI6 und der amerikanische Geheimdienst CIA die Regierung Mossadegh im Iran gestürzt, weil diese das Erdöl verstaatlicht hatte. 1954 haben die USA die Regierung von Arbenz in Guatemala gestürzt, weil Arbenz eine Landreform durchgezogen hatte und das Land der Großgrundbesitzer gegen Entschädigung an die arme Bevölkerung verteilte. Frankreich hat 1985 unter dem sozialistischen Präsidenten Mitterrand das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior in Neuseeland in die Luft gesprengt, also Staatsterror betrieben, weil Greenpeace gegen französische oberirdische Atombombentests protestierte. Frankreich wollte aber seine Atomwaffen, einen integralen Bestandteil der Macht, testen. Das Fazit ist ganz klar: Für Profit und Macht wird getötet. Die Propaganda dient jeweils dazu, das zu verschleiern.

EK | Warum stimmt das Argument nicht, durch verdeckte Militäreinsätze werde die demokratische, freiheitliche Grundordnung verteidigt?

DG | Nun, die Regierung, die man 1953 im Iran gestürzt hatte, war demokratisch gewählt. Übrigens auch die Regierung von Allende in Chile, die vom CIA 1973 gestürzt wurde. Die CIA und andere Geheimdienste sind keine Hilfe, sondern eine Gefahr für die Demokratie. Die verdeckte Kriegsführung treibt die Gewaltspirale an. Die Gewaltspirale führt nur zu Leid und Chaos. Niemand setzt ja verdeckte Kriegsführung bei der Erziehung der eigenen Kinder ein, weil man weiß, die Kombination von Lüge und Gewalt schadet dem Menschen. Das stimmt im Privaten wie im Politischen.

EK | Wer politische Ereignisse hinterfragt oder nach anderen Plausibilitätsmustern sucht, als die vom medialen Mainstream vermittelten, gilt schnell als Verschwörungstheoretiker. Wie erwehren Sie sich als Wissenschaftler dieses Vorwurfs?

DG | Ich wehre mich, indem ich immer wieder erkläre, dass ich Historiker und Friedensforscher bin und nicht Verschwörungstheoretiker. Das Wort wird in der Tat immer wieder benutzt, um alle Wissenschaftler und Bürger davon abzuhalten, kritische Fragen zu stellen oder Propaganda zu hinterfragen. Es erinnert mich an den Begriff »Ketzer«, der während der Reformation allen angehängt wurde, die die herrschende Verteilung der Macht und den Ablasshandel hinterfragten. Man versucht, die Menschen mit Worten zu erschrecken. Wer sich getraut, die Geschichte anzuzweifeln, wird von den Massenmedien und übrigens auch von Wikipedia als Verschwörungstheoretiker angegriffen. Wer aber auf Fakten achtet und sie studiert, muss Fragen stellen. Im Kern geht es also darum, seine eigenen Ängste zu über­winden und Machtmissbrauch offen anzusprechen. Viele schweigen, obwohl sie es besser wissen.

EK | Schüler sind keine Wissenschaftler. Was empfehlen Sie ihnen, um in Zeiten des Internets und des Informationsoverkills sich ein eigenes Urteil zu bilden?

DG | Mutig sein ist zentral. Und zudem soll man unbedingt sein Interesse wach halten, auch das ist zentral. Die Welt ist ein wunderbarer und spannender Ort. Vor allem aber soll man den Glauben an das Gute im Menschen nie verlieren. Klar, es gibt viel Gewalt und viel Lüge, daher soll man genau hinschauen und verschiedene Medien konsultieren, auch Youtube. Oder Menschen verfolgen, denen man traut, über Bücher und über Youtube-Vorträge. Wenn man die Gewaltspirale studiert, muss man immer daran denken, dass das nur ein kleiner, aber sehr mächtiger Teil der Menschheit ist, der täglich lügt und tötet.

Die Fragen stellte Mathias Maurer.

Leserbriefe zu diesem Beitrag finden Sie auch hier

Kommentare

Leser , 04.10.15 23:10

Danke! Bitte mehr davon in der Erziehungskunst!

michilini , 07.10.15 23:10

One wonders if the Basle Waldorf School is going to have anyone visit who will discuss how Ganser's claims and research methods are open to serious question. Given that Anthroposophists are attracted to conspiracy theories like bees to honey, I doubt it, but maybe I am being too pessimistic.

Leser , 08.10.15 13:10

Also auf dem aktuellen Forschungsstand zu 9/11 scheint er ja nicht zu sein... so ziemlich alle gängigen Mythen werden hier aufgedröselt:
http://www.debunking911.com/

Euladia , 10.10.15 12:10

Mit Verwunderung muss ich das Interview mit Ganser in der Erziehungskunst zur Kenntnis nehmen. Gab der Bund nicht erst kürzlich ein Rundschreiben heraus, eben Menschen, die die Welt als Verschwörungstheorie erleben, kritisch entgegen zu treten? Und nun wird unkommentiert ein Interview herausgegeben, das einige der populärsten dieser Theorien beinhaltet, geäußert von einem Menschen, der seine Ideen, nachdem er mit verschiedenen Universitäten in Konflikte geriet, auf fragwürdigen Plattformen vertritt wie KenFM und Russia Today.
Wir dürfen nicht vergessen, dass eine Schule ein politisch neutraler Ort sein sollte und muss. Wie sollten wir Schüler zu Freiheit im Denken erziehen, wenn wir politischen Demagogen Tür und Tor öffnen? Die Erziehungskunst musste von den Schulen abonniert werden (ein Lump wer Böses dabei denkt) und wird seitdem an alle Elternhäuser verteilt. In diesem Artikel geht es jedoch nicht um Pädagogik sondern politische Agitation. Damit ist die Neutralität einer Schule nicht mehr gegeben.
Der Schaden, der durch die Verbreitung dieses Artikels an den Schulen entsteht, ist nicht zu unterschätzen: das beginnende freie Denken der Jugendlichen wird durch diese Propaganda für Verschwörungstheorien in seiner Entwicklung gestört, die ohnehin momentan wegen politisch fragwürdigen Vorgängen an einzelnen Schulen negative Stimmung gegen Waldorfschulen wird weiter angeheizt und es wird noch ungehemmteren Einladungen fragwürdigeren Vortragsrednern im Umfeld der Schulen (z.B. Ken Jebsen) kommen.

Einweitererleser , 10.10.15 22:10

@michilini, Leser

Ich habe mich in den letzten neun Jahren ausführlich mit dem von Daniele Ganser diskutieren Thema beschäftigt und kann nur sagen, dass es noch deutlich mehr dazu zu sagen gibt als nur das Totschlagargument "Verschwörungstheorie" und den von Ihnen bereitgestellten Link. Ich weiß nicht, ob Sie Ihre Kommentare im Auftrag geschrieben haben, aber die naive Annahme, dass ein paar Terroristen aus den Höhlen Afghanistans die amerikanische Luftwaffe überlisten und drei Wolkenkratzer und das Pentagon zum Einsturz bringen konnten, ist nun per Definition auch eine Verschwörungstheorie. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich kann nur jedem empfehlen, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und vor allem nach den Quellen zu suchen, z.B. originale Videoaufnahmen, auch wenn das z.T. sehr schwierig ist.

Ich bin Herrn Ganser für seinen Mut frei zu denken und seine Erkenntnisse offen zu schildern äußerst dankbar. Und dass sein Interview hier erscheinen konnte zeigt zumindest, dass es im Bund der Freien Waldorfschulen doch noch freien Geist gibt. Es geht doch nicht darum, dass sich bei diesen Fragen automatisch jeder einig ist, aber man diskutiert wenigstens darüber.

Falls Sie eine konkrete Aussage Gansers mit originalen Quellen widerlegen können, wäre auch ich Ihnen dafür dankbar! Leider bezweifle ich das.

michael , 13.10.15 17:10

Ich verstehe die ganze Aufregung der Kommentatoren nicht. Mittlerweile ist doch längst bekannt, dass westliche Regierungen z.B. in Syrien sog. "gemäßigte Rebellen" finanzieren und mit Waffen versorgen, auch wenn diese laut AI Kriegsverbrechen begehen.
Bei diesen Fakten spielt das Totschlagargument "Verschwörungstheorie" keine Rolle. Die Wahrheit interessiert auch nicht, wer ihr auf der Spur ist, ob Ganser, Jebsen, RT oder sonstwer – das sind doch alles gar keine Kriterien.
Die von Ganser formulierten Fragen stellen sich doch noch immer, die Lückenhaftigkeit und Geheimniskrämerei der offiziellen Untersuchungen ist doch nicht wegdiskutierterbar.
Das wissen auch die Schüler. Und ich bin der EK dankbar, wenn sie keine Tabuthemen hat, auch wenn das viel Mut bedeutet.

Sinfonie , 13.10.15 20:10

Danke für dieses Interview.

Man kann nur staunen, wie wenig selbstständiges Denken den Eltern, Schülern und Lehrern zugetraut wird, wenn schon bei der Veröffentlichung eines "unkommentierten"(?!) Interviews der Ruf nach Zensur laut wird. Es ist völlig egal, ob und von welcher Seite uns Waldörflern der Hang zu Verschwörungstheorien nachgesagt wird. Wir haben das Recht und die Pflicht, alles denkbare zu denken und nach bestem Wissen und Gewissen nachzuprüfen. Und wenn dann ein Ergebnis wie bei Herrn Ganser dabei herauskommt, muss man ihm zu seinem Mut gratulieren. Denn gegen den Strom zu schwimmen kann leider manchmal zur Folge haben, dass man mit "verschiedenen Universitäten in Konflikte" gerät, seine Stelle verliert und als Demagoge beschimpft wird. Das ist schade und einem so friedliebenden Menschen wie Ganser gegenüber einfach nur ungerecht.

Rosalinde , 14.10.15 10:10

Ist es nicht gerade gut, wenn verschiedene Meinungen diskutiert werden, liebe Euladia? Die Meinung der Minderheit wurde schon immer nicht gern gehört. Ist sie deshalb "Propaganda für Verschwörungstheorie"?? Es ist bequemer, der allgemeinen Meinung Glauben zu schenken. Ich weiß. Das war in der Geschichte immer so. Die Bekennende Kirche um D.Bonhoeffer, die Geschwister Scholl, sie wurden verachtet, vernichtet.
Welcher "Schaden" soll entstehen an Schulen, wenn die (Oberstufen-) Schüler (bzw. die EK ist ja vorrangig für die Eltern) eben gerade diese Verschiedenheit der Weltsicht erleben und eine Diskussionsplattform finden? Ich habe Schüler erlebt, die enttäuscht waren von der Angepasstheit und politischen Unkenntnis ihrer Lehrer, von denen sie gerade in der Waldorfschule viel erwarteten.
Haben Sie eindeutige Quellen und Beweise, Herrn Dr.Ganser zu widerlegen?
Lesen Sie den nachfolgenden Leserbrief (vom 10.10.).
Wer sich genauer beschäftigt, kann solche harten Urteile fällen oder eben nicht. In der "Allgemeinen Menschenkunde" (R.Steiner) finden Sie ganz am Ende - in der Ansprache am Vorabend des Kurses - "...Wir dürfen nicht nur Pädagogen sein, sd. wir werden Kulturmenschen.....Wir müssen lebendiges Interesse haben für alles, was heute in der Welt vor sich geht, sonst sind wir für diese Schule schlechte Lehrer...Nur aus dem können wir schöpfen, was heute gewonnen werden kann, wenn Interesse zugewendet wird erstens der großen Not der Zeit, zweitens den großen Aufgaben der Zeit, die man sich beide nicht groß genug vorstellen kann."

Miriam , 15.10.15 11:10

Rudolf Steiner sagte sinngemäß: "Als Erziehender sollte man prophetisch tätig sein, d.h. man sollte in der Lage sein, sich in eine Zukunft zu versetzen, die man selber nur erahnen kann und auf diese Zukunft ausgerichtet erzieherisch die Kinder auf ihr Leben vorbereiten."
Dazu braucht es vor allem viel Mut unsere Gesellschaft zu hinterfragen, um herauszufinden, in welche Richtung sie sich entwickeln wird, Mut, sich den aktuellen Themen zu stellen und die vergangenene Ereignisse zu erforschen.
Ich wünsche allen Beteiligten der Anthroposophie den Mut sich mit diesem Zitat von Rudolf Steiner ernsthaft auseinander zu setzen und den daraus folgenden "prophetischen" Geist zum Besten der nachfolgenden Generationen! Danke, Herr Ganser!

kavi , 15.10.15 21:10

Der Beitrag hat mich wieder etwas versöhnt - vielen Dank dafür! Die Äüßerung des Bundes bzgl. Vorträgen von Ken Jebsen u.a. hat mich sehr enttäuscht. Was kann das für die Persönlichkeitsbildung von Heranwachsenden und für ihr Bild von Erwachsenen bedeuten, wenn eine Diskussion verhindert wird? Wenn Menschen wegen Ihrer Meinung diffarmiert werden und den jungen Initiatoren das Gefühl gegeben wird, ihre Tatkraft ist nur in bestimmte Richtungen wertvoll?
Wir wollen doch lebendige Geister und keine Konformisten.
9/11 ist ein Ereignis, das für die Gestaltung unserer Gegenwart und Zukunft nicht unterschätzt werden darf. Schließlich führten die Ereignisse zum Ausrufen des ersten NATO-Bündnisfalls. Das macht uns seit nunmehr 14 Jahren zur Kriegspartei, bis heute übrigens ohne den stichhaltigen Nachweis vonseiten der USA oder der NATO über die Verursachung des Angriffs von außen (Afghanistan oder anderswo). Wer sich etwas mit 9/11 beschäftigt hat, der weiß, dass die ofizielle Version der Ereignisse viele Fragen aufwirft. Nichtaufklärung und Diffarmierung der Fragensteller muss Skepsis hervorrufen.
Vielen Dank für diesen mutigen Beitrag!

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