Editorial

Kunst schafft Sinn

Von  Mathias Maurer, Juli 2014

Kunst verweilt nicht und braucht Weile. Kunst verlangt Hingabe – des Künstlers und des Aufnehmenden. Kunst ist pure Aktion in die Fläche, in den Raum, in das Material, in die Farbe, den Ton, in das Wort gebracht.  [mehr]

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Fury und Fee

Von  Mathias Maurer, Juli 2014

Sie kamen verändert zurück. Sie waren wieder einmal im Praktikum gewesen. Ich hatte das schon mehrfach erlebt. Als hätten sie einen Sprung gemacht, sie wirkten reifer, größer, erwachsener.  [mehr]

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Kleine und große Baumeister

Von  Mathias Maurer, Juni 2014

Sven baut mit Lara eine Höhle. Tücher, Stühle, Klammern, Schnüre, Seile, Kissen, Decken – alles wird herangeschleppt. Es ist ganz still in der Höhle und ziemlich gemütlich. Die Kinder spielen nach – sie erinnern sich –, spielen heraus, was leicht oder auch schwer in ihnen liegt, was sie aufgenommen haben, zerlegen es in Bruchstücke und Rollen, bauen sie um, variieren sie.  [mehr]

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Anschlussbedarf

Von  Mathias Maurer, Mai 2014

Es ging um mehr. Die erste Waldorfschule firmierte als »Verein für ein freies Schulwesen« – nicht als provinzielle Alternative in einer pädagogischen Nische. Ihre Gründung ist einem anthroposophischen Unternehmer zu verdanken. Emil Molt wollte für die Kinder seiner Arbeiter in der »Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik« vor allem Bildung – und zwar eine Bildung, die frei von staatlichen und wirtschaftlichen Interessen und Einflussnahme war.  [mehr]

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Bild dir was ein

April 2014

Liebe Leserin, lieber Leser! Thomas Südhof ist Professor an der Stanford University in den USA und erhielt 2013 den Nobelpreis für Medizin. Südhof ist ehemaliger Waldorfschüler. In einem Interview berichtet er von seiner Zeit an der Waldorfschule Hannover-Maschsee und erinnert sich lebhaft an die eindrücklichen Erzählungen seines damaligen Klassenlehrers, der als Geograph in Spitzbergen überwinterte. Das ist fünfzig Jahre her und seine Schilderungen stehen ihm immer noch lebhaft vor Augen. Nichts wirkt nachhaltiger als Bilder – gute wie schlechte. Sie stehen selbst nach vielen Lebensjahren taufrisch im Gedächtnis. Sie belasten oder bauen uns auf, ernähren oder schwächen uns. Wir nehmen sie mit durchs Leben, sie prägen uns und beeinflussen unsere... [mehr]

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Ernst des Lebens

März 2014

Liebe Leserin, lieber Leser! »Kann mein Kind hier Abitur machen?« Das ist – meist vor allen pädagogischen Fragen – die erste Frage, die Eltern auf einer Infoveranstaltung an einer Waldorfschule stellen. Viele Eltern scheinen Zweifel zu hegen, dass trotz oder wegen einer »heilen« Waldorfkindergartenzeit die Klassenlehrerzeit »leistungsorientiert« genug ist, um ihre Kinder auf den »Ernst des Lebens«, der nun einmal mit der Schulzeit beginnt, vorzubereiten. Den Kindern soll es doch besser gehen als den Eltern und alle Optionen für eine berufliche Karriere sollen ihnen offen stehen, die das Bildungssystem bietet. Ein weiterer Teil macht die »Kuschelpädagogik« noch bis zum Ende der Klassenlehrerzeit mit. Denn in Anbetracht der schulischen Leistungen ihrer... [mehr]

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Weil!

Von  Mathias Maurer, Februar 2014

Liebe Leserin, lieber Leser! Gebrauchtes Geschirr stapelt sich im Zimmer, die auf dem Boden verstreuten Kleidungsstücke und Handtücher bilden verschieden hohe Haufen, garniert mit massiv duftenden Pflegemitteln für Haut und Haar, CDs und Föhn dazwischen, Laptop und Handy im Onlinestatus auf dem zerwühlten Bett. Wer trotzdem das Zimmer betritt, um vielleicht einmal zu lüften, muss waten oder von begehbarer Insel zu Insel springen. Was allerdings aus dem Zimmer herauskommt, ist wie aus dem Ei gepellt, in unterschiedlichen Stilen gestylt und (nahezu) makellos. Alles sitzt bis auf die letzte Haarsträhne … Ready to go! Die Türe schlägt, als hätte sie keine Klinke. Der gelegentliche, noch freundliche Vorschlag, einmal Großputz zu machen, verpufft im Nichts.... [mehr]

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Klasse Lehrer

Januar 2014

Liebe Leserin, lieber Leser! Das werdende Kind verlangt den werdenden Lehrer. Das stellt ungewöhnlich hohe Ansprüche an ihn. Er soll nicht erziehen, sondern Fähigkeiten freilegen – bei sich und dem Kind. Vor dem Hintergrund einer geisteswissenschaftlich begründeten Menschenkunde sah Rudolf Steiner den Lehrer nicht nur in einer pädagogischen, sondern auch therapeutisch-seelsorgerischen Verantwortung. Nicht genug: Seine Aufgabe macht ihn verantwortlich für das Schicksal jedes einzelnen seiner Schüler. Das heißt, ein Klassenlehrer muss damit rechnen, dass er von seinen Schülern als Mensch herausgefordert wird. Keine Noten, kein Sitzenbleiben schützen ihn vor schwierigen Schülern und Krisenzeiten, besonders dann, wenn er eine Klassengemeinschaft über... [mehr]

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Das ist Kult

Von  Mathias Maurer, Dezember 2013

Liebe Leserin, lieber Leser! Anruf von der Polizei. Die Eltern könnten ihre Tochter abholen. – Was war passiert? Maria (16) war in ihrem Dirndl nachmittags auf die »Wiesn« gezogen. Man fand sie abends sturzbetrunken hinter einem Festzelt. Zur Ausnüchterung behielt man sie noch eine Weile auf der Wache. Mutter und Vater sind entsetzt. Sie machen sich Vorwürfe. Haben sie ihrer Tochter zu viele Freiheiten gelassen? Sie fragen ihre Tochter, warum sie das gemacht hat. »Ja, halt so, wir haben gefeiert. Dann bin ich raus und umgekippt.« Musste sie denn dahin gehen? »Das ist einfach wahnsinnig lustig mit den Leuten. Das ist Kult.« Sie sehen noch Klein-Maria im Kindergarten andächtig durch die Adventsspirale gehen, mit großen Augen unterm... [mehr]

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Vertrauensfrage

November 2013

Liebe Leserin, lieber Leser! Lars wächst in wohlgeordneten Verhältnissen und in einer liebevollen Umgebung mit zwei älteren Geschwistern auf. Er hat viel Zeit zum Spielen, ein anregendes, gebildetes soziales Umfeld, in dem auch ein religiöses Leben gepflegt wird; er ist viel draußen in der Natur. Seine Eltern hätten es kaum besser machen können. Mit neun fängt es an: Lars wird furchtbar anstrengend. Kaum ein Mittagessen ohne Geschrei, kaum ein Unterricht, aus dem er nicht rausfliegt. Lars lebt, als wäre er allein auf der Welt, auch mit seinen Gefühlsäußerungen und Handlungsweisen. Sein Lern- und Kommunikationsstil, heißt es, wird zu einem »untragbaren« Problem. Von diesem Problem scheint Lars keinerlei Bewusstsein zu haben, er fühlt sich immer nur... [mehr]

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