Film
Die Königinnen der Sonne
Was für ein Film! Der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilmer Taggard Siegel hat einen Film über die Bienen gedreht, der eigentlich ein Film über die Zukunft der Menschheit ist. Denn die Bienen liefern nicht nur süßen Honig, sondern sichern durch ihren unermüdlichen Bestäubungsfleiß den Fortbestand der Hälfte unserer pflanzlichen Nahrungsmittel. Im Winter 2006/2007 breitete sich in den USA ein massives Bienensterben aus, das als Colony Collapse Disorder (CDC) bekannt wurde. Im Frühjahr 2007 brachen in mehr als der Hälfte der amerikanischen Bundesstaaten bis zu 80 Prozent der Bienenvölker plötzlich und scheinbar grundlos zusammen. Bis heute ist ungeklärt, warum alle erwachsenen Bienen ohne erkennbaren Grund aus dem Stock ausfliegen und sterben, während die Königin, die Brut und junge... [mehr]
Film
Herzensleid
»In einer besseren Welt« von Susanne Bier hat einen Oscar als bester fremdsprachiger Film gewonnen; im dänischen Original heißt er »Himmel«. Man könnte das für zynisch halten, denn was er zeigt, ist unaussprechliches Leid. Aber die Art und Weise wie diese Leidensfrage gestellt wird, macht den Zuschauer zu Parzival. Der Protagonist Anton (Mikael Persbrandt), für »Ärzte ohne Grenzen« in Afrika, operiert in einem staubigen Camp im Nirgendwo die Opfer eines sadistischen lokalen Machthabers – heilen kann er letztlich nicht, was den Sozialverhältnissen in Afrika geschuldet ist. Mikael Persbrandt spielt diesen Arzt mit einem solchen Zartgefühl, dass wir vor allem eines sehen: seine Anstrengung, die Menschenwürde zu bewahren. Zu Hause in Dänemark wird... [mehr]
Film
Königliches Menschenbild
Die Szene gehört zu den Schlussbildern des Films »The King’s Speech« von Tom Hooper: Da steht der König (Colin Firth) und muss eine öffentliche Rede halten – in seinem Fall natürlich per Radio an die Nation – und was der Kinozuschauer sieht, das erinnert an die Monatsfeier in der Waldorfschule, denn dem König gegenüber steht sein Sprachlehrer, der alles gestisch begleitet und mit Handbewegungen dirigiert. Wieder einmal überholt so der Zeitgeist die Kritik an einer anthroposophischen Praxis. Der dirigierte Schülervortrag wurde oft als Sinnbild benutzt für die angebliche Unselbstständigkeit und buchstäbliche Bevormundung von Waldorfschülern. Die filmische Szene zeigt: das Gegenteil ist der Fall. Es geht um Hilfestellung und Begleitung, die dafür... [mehr]
Film
Gestutzter Adler
»Der Adler der neunten Legion« – ist wieder mal ein denkwürdiges Übersetzungsdesaster. Hollywood verfilmt einen Klassiker der englischen Kinder- und Jugendbuchautorin Rosemary Sutcliff, deren Werke in Deutschland vor allem durch den Verlag Freies Geistesleben bekannt sind. In den Hauptrollen treten die beiden Jungstars Channing Tatum und Jamie Bell, an. Wer die Bücher von Sutcliff kennt und liebt, der sollte auf keinen Fall in diesen Film gehen, das Experiment kann man sich sparen. Bücher zu verfilmen ist immer schwierig, muss aber nicht zwangsläufig zur Enttäuschung des Lesers führen. Oft ergibt sich eine interessante Korrespondenz, wenn die eigenen Phantasiebildungen auf die filmisch fixierten Bilder treffen, das kann spannend, widersprüchlich,... [mehr]
Film
Naturwissenschaft und Spiritualität im Dialog
Der Film »Das kreative Universum« befragt einige der interessantesten Querdenker im Bereich der Naturwissenschaft, ob und wie ein Brückenbau zu spirituellen Fragen möglich ist. Darunter befinden sich auch anthroposophische Physiker und Biologen wie Arthur Zajonc, Wolfgang Schad, Bernd Rosslenbroich, Wolfram Schwenk und Johannes Wirz. Was ist Leben, was Materie, welche Kräfte haben zu der unglaublichen Formenvielfalt in der Natur geführt, woher kommt der Überschuss an Spiel, Schönheit und Freiheit in einer sich immer mehr ausdifferenzierenden Evolution? Dazu haben auch anthroposophische Naturforscher einiges zu sagen. So erforscht etwa das von Theodor Schwenk gegründete Institut für Strömungswissenschaft in Herrischried die geheimnisvolle Tatsache,... [mehr]
Film
Guten Morgen, liebe Zukunft
Das bayerische Fernsehen begleitet in einer Langzeitdokumentation eine Waldorfklasse. Mitten in der Nacht, wenn kein anständiger Anthroposoph mehr wach ist, schalte ich den Fernseher ein, auf Bayern drei. Heute lass‘ ich die Engel mal sausen. Ich versuche zu sehen, was einer sieht, der sich für Waldorfpädagogik interessiert, ohne allzu viel von ihr zu wissen. »Guten Morgen, liebe Kinder« ist der erste Teil einer filmischen Langzeitdokumentation über eine Waldorfklasse in Landsberg/Lech. Die Filmemacher verzichten auf jeden Kommentar aus dem Off, Kamera und Filmteam begleiten die Kinder einfach in ihrem schulischen Alltag. Alles ist inmitten des Geschehens, auch die Interviewteile mit der Klassenlehrerin sind so gehalten, dass sie nicht herausfallen. Es... [mehr]
Film
»Das Ende ist mein Anfang«
»Wer tatsächlich nach diesem Wissen dürstet, hat nicht mehr zu tun, als die Quelle zu entdecken – die eigene Quelle. Das Wasser ist immer dasselbe.« Tiziano Terzani 2005 [mehr]
Waldorf weltweit, Film
Der besondere Film: Die ersten drei Jahre in der Waldorfschule
»Guten Morgen, liebe Kinder« ist die erste Folge eines dreiteiligen Films, der das Leben in einer Schulklasse beobachtet. Gedreht in Landsberg am Lech ist dies die erste Langzeitdokumentation, die Schulkinder einer Waldorfschule von der ersten bis zur achten Klasse begleitet. Wir fragten die Filmemacherin Maria Knilli, was Kinder brauchen, um zu lernen. [mehr]
Film
Ich brauche Hilfe, mich zu ändern
Eftal (19) will den Raum verlassen und die Tür hinter sich zuknallen. Mit freundlicher Beharrlichkeit kann der Therapeut ihn zum Bleiben bewegen: »Wo brauchst du Hilfe?« – »Ich brauch’ Hilfe, mich zu ändern!« Was für ein Wort von jemandem, der vor wenigen Monaten fast im Knast gelandet wäre. Eftal ist einer von fünfen, die im »Jahr der Entscheidung« begleitet werden. Alle sind junge Männer mit schwierigen familiären Hintergründen. Aufgefallen durch gewalttätige Übergriffe, dabei unsicher und orientierungslos. Ihre letzte Chance: die »Work and Box Company«. Sie bietet ihnen die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen sich selbst zu finden und neue Wege zu beschreiten. Sie wohnen zu Hause, verbringen aber ihre Tage in der Company, zum Beispiel mit... [mehr]
Medien, Film
Avatar – Vision einer besseren Welt
Im Hinduismus ist ein Avatar die irdische Erscheinungsform eines Gottes. Vishnu tritt in vielerlei Gestalt auf, um in die Geschicke der Menschen einzugreifen. Heute spielen Avatare in der Welt der Blogger und Internetforen eine Rolle: virtuelle Identitäten, hinter denen sich reale Personen verbergen. In James Camerons Film »Avatar – Aufbruch nach Pandora« nimmt der Begriff noch eine weitere Bedeutung an: Menschen nehmen durch genetisch-technische Manipulation die Gestalt der Bewohner des Planeten »Pandora« an, um sich unbemerkt unter sie mischen zu können, mit der Absicht, an die wertvollen Mineralien heranzukommen, die unter einem heiligen Baum lagern. Der Film erzählt davon, wie einer dieser Avatare durch die Erfahrungen, die er in seinem neuen... [mehr]













