Junge Autoren
»Hochachtungsvoll und ergebenst …«. Wie Zwölftklässler lernen, sich höflich zu entschuldigen
Heinrich von Kleist ist wegen seines Stils und seiner geschliffenen Erzählweise selbst für Erwachsene und Deutschlehrer ein dicker Brocken. Um wie viel mehr muss dies auf Schüler zutreffen, die aufgrund behördlicher Anweisungen genötigt werden, eine Erzählung Kleists für den Schulabschluss vorzubereiten! Denn wie schon in den vergangenen Jahren ist auch in der baden-württembergischen Abiturprüfung 2011 Kleists Michael Kohlhaas als verpflichtende Schullektüre festgelegt. [mehr]
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»Die Waldorfschulen sind nicht so gut, dass sie nicht über Qualität sprechen müssten«
… meint Waldorfschülervertreter Valentin Hacken. Valentin Hacken besucht die 12. Klasse der Freien Waldorfschule Offenburg. Er ist nach drei Jahren Mitgliedschaft im Vorstand der WaldorfSV auf der vergangenen Tagung für weitere zwei Jahre gewählt worden. Sein Aufgabenbereich ist Pädagogik und Öffentlichkeit. Er engagiert sich in der evangelischen Gemeindearbeit und der SPD. [mehr]
Junge Autoren
Biographie eines Ziegelsteins
Zwei dicht behaarte Arme packen mich und stapeln mich zusammen mit den anderen Ziegelsteinen in eine große Kiste. Auf einmal wackelt die Kiste, ich höre ein Murren, ein dumpf knallendes Geräusch. Ruhe, dann rumpelt es unaufhörlich. Ich linse durch einen Spalt hinaus und sehe, dass sich meine Kiste zusammen mit vielen anderen auf der Ladefläche eines kleinen Lastwagens befindet. Ich weiß zwar nicht, was das soll, aber wenigstens bin ich nicht alleine. [mehr]
Junge Autoren
Wäre es auch zu spät, wenn Ihr Leben auf dem Spiel stünde?«
Einen Dialog im Stil des Sokrates sollten die Schüler im Geschichtsunterricht erfinden. Sophia Giese hat Sokrates ein Gespräch mit dem Bahnchef Rüdiger Grube über das Milliardenprojekt »Stuttgart-21« führen lassen. Ein Ausschnitt daraus. [mehr]
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Aus dem Tagebuch des Emil Wasserroth
Ich bin 28 Jahre alt, habe normale, braune Haare und grüne Augen. Trotzdem sagte mir meine Mama schon immer, dass ich ein besonderer Mensch bin. Früher habe ich mich manchmal vor den Spiegel gestellt und mich mit anderen Kindern verglichen, aber ich habe nie etwas Besonderes an mir bemerkt. Ich habe keine besonders große Nase oder mehr Arme als andere oder so. Heute verstehe ich, dass meine Mama mit dem Besonderen meine Lebensweise, meine Gedanken und meine Aufnahme von Dingen gemeint hat. Etwas, was in meinem Kopf vor sich geht, ohne dass man es mir von außen anmerkt. Dass man mir nicht anmerkt, dass ich besonders bin, führt manchmal zu merkwürdigen Situationen. Die Leute werden deswegen ärgerlich, lachen oder ich bekomme komische Blicke... [mehr]
Junge Autoren
Der Protestierende
Er schrie aus voller Kehle. Um ihn herum eine riesige Menge, rufend, protestierend. Er hob seine Faust zum Himmel und fiel wieder in die Rufe mit ein. Das Ganze erinnerte ihn irgendwie an einen revolutionären Aufstand – doch er lehnte sich nicht durch seinen eigenen Willen, sondern für die anderen gegen das Gesetz auf. Er machte mit, weil das einfach so war. Sie hatten ihm gesagt wo, und er hatte sich das eine Weile überlegt. Wieso nicht? Hatte er gedacht. Heutzutage tut man solche Dinge! Jeder macht ein bisschen was anderes, aber alle machen etwas Verrücktes, etwas, das für sie sonst nicht dazugehören würde. Er nahm einen Stein aus seiner Tasche, drängte sich weiter nach vorne, zielte und warf. Der Stein traf jemanden am Rücken. Er hatte ziemlich... [mehr]
Junge Autoren
Freiheit ist anstrengend
Katja will etwas mit Menschen machen, organisieren und so. Hannah holt sich in Afrika Entwicklungshilfe. Gregor will studieren und Geld verdienen.Noch nie gab es so viele Möglichkeiten wie heute, hat man ihnen gesagt. Früher haben noch die Eltern den Beruf entschieden, das ist ja heute undenkbar. »Ihr könnt alles machen.« ZumBeispiel ein Auslandsjahr in China. Aber man hat ihnen auch gesagt, dass draußen ein rauer Wind weht, in der Wirtschaftskrise erst recht, da muss man sich schon anstrengen, wennman was werden will. Katja macht deswegen auch fleißig Praktika und hat im Sportverein eine Gruppe geleitet. Das hat ihr Spaß gemacht. Und sie kann das jetzt in ihrer Bewerbungsmappe dokumentieren, unter Soft Skills. Rollenbilder, klassische Werte und... [mehr]
Junge Autoren
Lesestoff aus der achten Klasse. Zwei Jahresarbeiten, die begeistern
Jahresarbeiten, das heißt möglichst selbstständig erarbeitete und präsentierte Schülerprojekte in der achten und zwölften Klasse, gehören in den meisten Waldorfschulen (immer noch) zu den Highlights des Schuljahres. Das Themenspektrum reicht von der Geschichte der Rote-Armee-Fraktion (RAF) über den Boots-, Möbel- und Instrumentenbau bis hin zu aktuellen Zeiterscheinungen wie Globalisierung oder Poetry Slam. In diesem Beitrag der Fremdsprachenstudentin Mareike Stutz werden zwei Schülerinnen vorgestellt, die Bücher gestaltet haben. Eines ist jüngst im Verlag Urachhaus erschienen. [mehr]
Junge Autoren
Poetryslam oder Die Jugend hasst lesen
Er holt zwei zerknitterte Zettel aus seiner linken, vorderen Hosentasche, nimmt noch einmal einen großen Schluck aus seiner Apfelsaftschorle, geht zielstrebig die zwei Schritte zum Mikrofon, stellt dieses noch in seine richtige Höhe ein, holt zweimal tief Luft, schaut in die erwartungsvollen Augen des Publikums und beginnt. Seine Worte sind exakt und scharf, doch voller Humor. Das Publikum hört gebannt zu, man sieht schmunzelnde Gesichter, hört Lachen und spontanes, zustimmendes Raunen. Die 250 Menschen in dem alten Gemäuer, welche bei Bier und Cola dem Poeten lauschen, sind begeistert. So könnte man den Beginn einer Poetryslam-Veranstaltung, einem modernen literarischen Wettstreit beschreiben. (to slam – engl. »schlagen«, »zu... [mehr]










