Kolumne
Soziales Verhalten kann man nicht antrainieren
Plädiert man für freiheitliche Erziehung, löst dies heute bei vielen Menschen eine seltsame Ja-aber-Hektik aus. [mehr]
Kolumne
Korrekte Kindesmisshandlung anno 2012
Ein zehnjähriges Mädchen – nennen wir es Klara – entwickelt ohne fassbaren Grund plötzlich Schulangst. Der auf Anraten des Klassenlehrers eingeschaltete Therapeut hat zunächst Erfolg. Doch Klaras Angst kehrt zurück. Die Schulleitung beginnt jetzt zu drohen. Der Therapeut verschreibt ein Medikament. Es hilft auf Anhieb. [mehr]
Kolumne
Arme Kinder
In Deutschland leben immer mehr Kinder in Armut. Die Zahlenangaben schwanken. Nimmt man einen Mittelwert, sind es etwa 2,4 von 13,6 Millionen. Als arm gilt, wer unter die Grenze von 60 Prozent des durchschnittlichen monatlichen Pro-Kopf-Einkommens rutscht, also weniger als 870 Euro zur Verfügung hat. Die betroffenen Kinder müssen nach ungefähren Berechnungen mit rund 200 Euro im Monat auskommen. Das bringt niemanden um, genügt aber, wie die UNICEF in ihrem Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland feststellte, um soziale Ausgrenzung, Ausschluss von kultureller Teilhabe und Bildungsbenachteiligung nach sich zu ziehen. Bemängelt wurde auch die armutsbedingte Zunahme chronischer Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten. Für Hartz-IV-Empfänger liegt... [mehr]
Kolumne
Eisige Normalität
Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren an Unterernährung. Drei Millionen Kinder jährlich verhungern vor ihrem fünften Geburtstag. Zu 90 Prozent resultieren diese Todesfälle nicht aus akuter Hungersnot, sondern aus chronischem Hunger, der vermeidbar wäre. [mehr]
Kolumne
Pillen, die das Kind verändern
Die Schweizer Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin (NEK-CNE) veröffentlichte Ende letzten Jahres eine Stellungnahme mit dem Titel: »Über die ›Verbesserung‹ des Menschen mit pharmakologischen Wirkstoffen.« Das Skandalon der ausufernden Verschreibungspraxis von Substanzen wie Ritalin oder Concerta an Kinder mit ADHS-Diagnose wird ausführlich thematisiert. [mehr]
Kolumne
Über die Freiheit (2). Hochaktives Nichts-Bestimmtes-Tun
Es ist ein Fehler zu glauben, Freiheit könne im kindlichen Menschen heranreifen, ohne dass dieser von Beginn an reichlich Gelegenheit erhielte, sich ihrer tätig zu vergewissern. Man kann die Freiheitsfrage nicht vertagen, nach dem Motto: Erst mit 21 Jahren wird das Ich geboren, erst mit 14 Jahren können die entsprechenden Geburtshilfebemühungen beginnen, vorher sind Kinder noch nicht in der Lage, mit Freiheit umzugehen, denn Freiheit ist ein Privileg des mündigen Menschen. Hier liegt ein Missverständnis vor. Das Ich ist von Beginn an die entwicklungsleitende Instanz, lange vor der Beendigung seiner ›Basisarbeit‹ an den sogenannten Hüllen. Gerade um diese Arbeit in der rechten Art vollbringen zu können, braucht es viel Freiheit. Von Anfang an. Die... [mehr]
Kolumne
Über die Freiheit (1)
»Freiheit ist ein kostbares Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet« (Carl Friedrich v. Weizsäcker). Ich würde es noch schärfer formulieren: Freiheit ist ein kostbares Gut, das durch Gebrauch erst entsteht. Sie bedarf der tätigen Bewahrheitung. – [mehr]
Kolumne
Der Mensch kommt aus der Zukunft
»Woher kommt es, dass so viele Menschen von der nicht nachlassenden psychologischen Wirkung der frühen Lebensjahre ausgehen?«, wundert sich der Entwicklungspsychologe Jerome Kagan. »Die Ereignisse in den ersten Lebensjahren bringen das Kleinkind auf einen bestimmten Weg, doch es ist ein Weg mit einer außerordentlich großen Zahl von Abzweigungen und Kreuzungen. Manchmal genügt ein einzelnes Ereignis, um eine dramatische Wendung herbeizuführen.« [mehr]
Kolumne
Dankbarkeit
Erwachsene, die von Kindern Dankbarkeit erwarten und Fehlverhalten als Undankbarkeit deuten, stellen die Wirklichkeit auf den Kopf, meinte Janusz Korczak. Denn seiner Ansicht nach schulden wir den Kindern Dankbarkeit. Mit anderen Worten: Sie geben uns mehr als wir ihnen. Wer das nicht versteht, so Korczak, »kann kein Erzieher sein.« Wir schulden den Kindern Dankbarkeit, weil sie uns mit dem Gold ihres Vertrauens überschütten. Jede pädagogische Beziehung, die den Namen verdient, beginnt damit, dass ein Kind sein bedingungsloses Vertrauen in sie hinein schenkt. Der Erwachsene erfährt dadurch eine große Auszeichnung. Dieses Geschenk müsste ihn nachgerade beschämen. Gehen wir treuhänderisch mit diesem »Kapital« um! Veruntreuung beginnt lange vor... [mehr]
Kolumne
Verschleierte Macht
Als meine Kinder in das Alter kamen, in dem die Eltern peinlich werden, befand ich mich als politisch engagierter Vater, der seine Informationen aus zuverlässigen, aber kaum beachteten Nischenpublikationen bezog, in einer Zwickmühle. [mehr]











