Facebook mit Datenschutz konform
Die irische Datenschutzbehörde hat drei Monate lang Facebook geprüft, ob das Unternehmen gegen europäische Datenschutzregeln verstößt. Das Ergebnis: Facebook geht mit den Datenschutzrichtlinien konform.
Der Zwischenbericht der Behörde ist 227 Seiten lang, 77 davon sind technische Analysen einzelner Facebook-Funktionen. Der Leiter der Untersuchung, Gary Davis, lobte Facebook dafür, dass es nicht nur die europäischen Richtlinien einhält, sondern sich sogar bereit erklärt hat, »best practice«-Lösungen zu entwickeln, die auch für andere vorbildlich sein könnten.
Die Behörde untersuchte unter anderem, ob Facebook seine Daten fair sammelt, ob die Nutzer verständliche Informationen darüber erhalten, was mit diesen geschieht, ob das Unternehmen unverhältnismäßig viele Daten sammelt, ob die gesammelten Informationen sicher verwahrt und gelöscht werden, wenn sie nutzlos geworden sind und ob Facebook den Nutzern Zugang zu den gesammelten Daten gewährt. Außerdem wurde untersucht, ob die Gesichtserkennung und der »Gefällt-Mir«-Button im Konflikt mit dem europäischen Datenrecht stehen.
Die Datenschützer sehen darin, dass man sich nur mit seinem echten Namen anmelden darf, kein Problem: »Wir sind überzeugt, dass Facebook ausreichend gute Gründe – etwa Kinderschutz – für die Ablehnung von Pseudonymen hat«, schreiben sie. Eine wirkliche Identitätsprüfung, etwa durch ein Post-Ident-Verfahren, findet bei der Anmeldung aber nicht statt, so dass die Nutzung falscher Identitäten nicht ausgeschlossen ist.
Facebook hat aus der Zusammenarbeit mit der irischen Behörde offenbar gelernt und will eine Reihe von Funktionen verbessern: Die Privatsphäre-Einstellungen sollen einfacher und deutlicher sichtbar werden. Daten, die das Unternehmen über Nichtmitglieder durch den »Gefällt-Mir-Button« sammelt, werden künftig nach zehn Tagen anonymisiert und nach 90 Tagen gelöscht. Hinweise auf Markierungen in Fotos sollen öfter eingeblendet werden. Der Zugang von Facebook-Mitarbeitern zu Nutzerdaten soll strengeren Regeln unterworfen und gelöschte Profile nach 40 Tagen endgültig und unwiederbringlich gelöscht werden. Mitte 2012 wird die Behörde prüfen, wie Facebook seine Ankündigungen umgesetzt hat. (lr)
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