Bildung für alle – kein Luxus

Februar 2013

Mit der Kampagne für Bildungspatenschaften geht der international tätige Verein Freunde der Erziehungskunst in Berlin 2013 verstärkt in die Öffentlichkeit. Er will deutlich machen, dass auch ausländische Waldorfschulen, obwohl sie ohne staatliche Hilfe auskommen müssen, dem sozialen Impuls »Kein Luxus - Bildung für alle« folgen.

Gamot Cogon Waldorf School, Philippinen © Freunde der Erziehungskunst.

Weltweit nimmt die Zahl der Waldorfschulen und -kindergärten zu: momentan sind es 1.026 Waldorfschulen und über 2.000 Kindergärten; hinzu kommen zahlreiche junge Waldorfinitiativen, die sich gerade im Aufbau befinden.

Überall auf der Welt suchen Eltern nach alternativen Bildungsmöglichkeiten, weg von Leistungsdruck, strengen staatlichen Lehrplänen und überfüllten Schulkassen hin zu einer individuellen Lernatmosphäre und einem am Schüler und seiner Entwicklung orientierten Umfeld.

In vielen Ländern wie Südafrika, Guatemala oder auch Polen bekommen Waldorfschulen keine staatliche Unterstützung. Sie müssen sich selbst finanzieren und täglich um ihr Überleben kämpfen. Dennoch bemühen sich die Schulen darum, auch Kinder aufzunehmen, deren Eltern das Schulgeld nicht oder nur zum Teil aufbringen können. Die Freunde der Erziehungskunst unterstützen die Schulen mit Bildungspatenschaften dabei, mehr Schüler aufzunehmen, vor allem aus Familien mit geringem Einkommen, von alleinerziehenden Müttern bzw. Vätern oder Kinder ohne Eltern. Es sind nicht nur Kinder, die wegen ihres Einzelschicksals unterstützt werden, sondern auch regional bedingte Förderungen wie in den Townships von Südafrika oder in postsozialistischen Ländern wie Armenien, die stark von Armut, Gewalt und Arbeitslosigkeit betroffen sind. So spielen die Waldorfschulen eine Schlüsselrolle in der integrativen Arbeit von arm und reich und der verschiedenen ethnischen Traditionen.

Die Patenschaften der Freunde der Erziehungskunst ermöglichen mehr Zugang zu Schulbildung, sie rufen Waldorfschüler weltweit zur Solidarität auf und machen Patenkinder zu Botschaftern für alle Vor allem aber leitet der Verein Patenschaftsspenden zu 100% an die ausländischen Schulen weiter. Beim Umgang mit Geld ist dem Verein seit Gründung 1976 größtmögliche Transparenz wichtig: jeder Pate soll selbst entscheiden, wie viel und wohin er ins Ausland spendet und ob er zusätzlich bei der Aktion 10% mitmachen möchte und die Vereinsarbeit wie die Spendenweiterleitung oder die Öffentlichkeitsarbeit mit weiteren 10% Spendengeld aufrechterhält.

Durch diese Arbeit konnten die Freunde der Erziehungskunst seit einigen Jahren Paten in Waldorfschulen gewinnen, die viel aus den kulturellen Erfahrungen lernen. So berichtet Fabian Michel, Koordinator der Bildungspatenschaften, dass sich vor kurzem zwei Klassen aus Ljubljana dazu entschlossen haben, Kinder in Südafrika zu unterstützen und die Schüler sich bereiterklärt haben, je zwei Euro monatlich zu spenden.

Für die Patenkinder eröffnen sich ganz neue Perspektiven. Ein ehemaliges Patenkind aus Südafrika schreibt: »Ich begann erst zu verstehen wie wichtig eine Patenschaft ist, als ich anfing, wildfremden Menschen auf der ›anderen Seite‹ der Welt zu schreiben und ihnen mein Herz auszuschütten. Sie haben mich verstanden, und ich fühlte mich nicht mehr so allein. Die Patenschaft ging weit über eine finanzielle Förderung meiner Bildung hinaus. Sie nahm immer mehr einen therapeutischen Charakter an, denn durch den Briefwechsel kamen mir Verständnis und Unterstützung entgegen, z.B. als ich durch wirklich harte Zeiten durchmusste«.

 

Freunde der Erziehungskunst. Katharina Stemann | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Tel +49 (0)30 617026 35 | k.stemann(at)freunde-waldorf.de

https://www.freunde-waldorf.de/spenden-helfen/patenschaften/

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