Biomilch ist einfach besser – und gesünder

Dezember 2011

23.12.2012. In der heutigen »taz« schreibt Kathrin Burger Biomilchproduzenten eine erfreuliche Eloge ins Stammbuch. Sie beruft sich auf in letzter Zeit durchgeführte Studien, die der Biomilch ein größeres Gesundheitspotenzial bescheinigen, als der Milch aus »konventionellem« Landbau.

Rinder auf dem Passo Sella, Dolomiten. Foto: Lorenzo Ravagli

Zwei Langzeitstudien: die »Parsifal«- und die »Koala«-Studie, zeigten, dass Bauernhofkinder und »Kinder aus anthroposophischen Familien weniger Probleme mit Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma haben«. Bauernhofkinder leben in einer Umgebung, in der sie mit Tierhaaren, Staub und Schmutz aus dem Stall konfrontiert sind. In diesen stecken sich Bakterien wie Staphylokokken- und Bazillus-Arten, die für Toleranz gegenüber Allergenen sorgen.

»Menschen, die sich an die Lehren von Rudolf Steiner halten«, schreibt Burger, »trinken zum Beispiel nur Milch von Höfen, die biodynamisch wirtschaften, meist als Roh- beziehungsweise Vorzugsmilch.«

Die Autorin berichtet außerdem von den Untersuchungen Ton Baars, eines Agrarwissenschaftlers an der Universität Kassel, der die Milch von Kühen untersucht hat, die Rauhfutter erhalten. Biomilch enthielt laut Baars ein Drittel bis doppelt so viel Linolensäure, eine Omega-3-Fettsäure, als Milch von Kühen, die von Kraftfutter leben. Die TU München hat herausgefunden, »dass in einem halben Liter ökologisch erzeugter Alpenmilch 300 Milligramm Omega-3-Fettsäuren stecken. Das ist rund ein Viertel des Tagesbedarfs. Omega-3-Fettsäuren werden vor allem herzschützende Eigenschaften nachgesagt.«

Eine Anmerkung zum Wortgebrauch: es ist schon witzig, dass jene Form des Landbaus, die sich erst im Lauf des 20. Jahrhunderts entwickelt hat: die auf fossilen Brennstoffkreisläufen fußende, industrialisierte Landwirtschaft, die sich »wissenschaftlicher« Methoden bedient, um den Output an verwertbarer Biomasse ohne Rücksicht auf das Befinden von Tieren, die Qualität der Pflanzen, des Wassers und der Böden exponentiell zu erhöhen, als »konventionell« bezeichnet wird, und der zertifizierte Biolandbau entsprechend als »unkonventionell«. Eigentlich müsste es genau umgekehrt sein ...

Artgerechte Tierhaltung, Verfüttern von Heu, große Laufställe, Auslauf auf Weiden mit vielfältiger Kräuterflora, prächtige Hörner – all das ist nicht nur für Tiere und Menschen gesund, es ist auch schön. Ökologische Landwirtschaft ist nicht nur ethisch, sondern auch ästhetisch. Eine Idee für Weihnachten: schenken Sie Ihren Freunden Demeter-Vorzugsmilch. Sie werden sich wundern, wie Milch schmecken kann! (lr)

Der Artikel in der taz

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