Singen

Ich singe, also bin ich

Von Stephan Ronner, Mai 2013

Jede menschliche Stimme ist zum Singen ebenso wie zum Sprechen veranlagt. Wir geben in unserer auf nackte Informationen fixierten Zeit der sprachlichen Mitteilung den Vorrang. Die emotionalen und spirituellen Dimensionen des Menschseins werden jedoch in besonderer Weise durch die Singstimme vermittelt. [mehr]

Standpunkt

Helikopter, Tiger oder Könner?

Von Henning Kullak-Ublick, Mai 2013

»Würdet ihr einen Typen heiraten, der bis zur Schule gestillt wurde?«, fragte die Autorin Tracey Morrissey in einem Blog und fügte hinzu: »Macht euch klar, welche Familienfeiern mit welchen Schwiegermüttern ihr durchzustehen hättet.« Vor einem Jahr sorgte ein Titelbild des US-Magazins »Time« mit einer stillenden Mutter für großes Aufsehen. Ihr Sohn stand nämlich, während er sich an der Milch labte, aufrecht auf einem Stuhl und ging auf seinen vierten Geburtstag zu. »Sind Sie Mutter genug?« fragte das Magazin die Leserinnen und berichtete von einer wachsenden Zahl von Eltern, die ihre Kinder überhaupt nicht mehr aus ihrer Schutzhülle entlassen, sondern in jedem Moment ihres Lebens vor jeglicher Frustration oder Gefahr bewahren wollen. Mit dem genauen... [mehr]

Serie

Goetheanistische Optik

Von Johannes Grebe-Ellis, Mai 2013

Was ist Phänomenologische Optik? Dazu eine Beobachtung, die nachvollziehbar machen soll, wie man auch als Nichtphysiker auf die Idee kommen kann, nach einer phänomenologischen Prägung optischer Begriffe zu fragen. Sie beschreibt ein Dilemma, in das uns schon der Optikunterricht in der Schule gebracht hat und das uns meistens – nachdem wir uns beschwert haben – als notwendige Eigenschaft der physikalischen Erkenntnisgewinnung verkauft wurde. [mehr]

Forum

Thema Organtransplantation – ein Muss für die Oberstufe

Von Christel Traut, März 2013

Zum 1. 11. 2012 trat das Gesetz zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz in Kraft. Ziel ist eine Steigerung der Organspendenzahlen. Ab sofort sollen die Krankenkassen alle Versicherten ab 16 Jahren dazu auffordern, eine Entscheidung für oder gegen eine Organentnahme nach dem Hirntod zu treffen. Behörden sollen beim Ausstellen von Ausweisen oder Führerscheinen Informationsmaterialien zur Organspende ausgeben. [mehr]

Kolumne

Helden braucht es heute

Von Henning Köhler, Mai 2013

Auf dem Jugendbuchmarkt boomen düstere Zukunfts­romane. Teils spielen die Geschichten in Zeiten nach einer großen Katastrophe, teils malen sie mehr oder weniger glaubhaft aus, was uns blühen könnte, wenn der Hightechkapitalismus alle moralischen Schranken durchbricht; oder wenn aus vorgeschobenen Sicherheitsgründen die Bürgerrechte beseitigt werden. Erzählt wird von Gesellschaften, in denen die Instrumentalisierung des Individuums perfektioniert ist; von neuen Kolonial- und Kasten-Systemen; von Faschismus-Varianten, deren Perfidie darin besteht, dass sie eine wohltemperierte Normalität vorgaukeln; von materiell privilegierten Minderheiten, die, völlig entrechtet, in abgeschotteten, aseptischen Höllen leben und sich einreden lassen, es seien... [mehr]

Frühe Kindheit

Vor dem Begriff kommt das Begreifen

Von Philipp Gelitz, Mai 2013

Eine soziale Krankheit bricht sich immer mehr Bahn: die Erklärungswut. Höchste Zeit, sich eingehender mit ihr zu beschäftigen und zu zeigen, wie gefährlich sie für Kinder vor der Schulreife ist. [mehr]

Aus dem Unterricht

»In dem Moment zählt nur man selbst«. Mantra-Singen mit Fünftklässlern

Von Florian Heinzmann, Mai 2013

Waldorfschule, fünfte Klasse. Behandelt wird die Kulturgeschichte Indiens. Aber wie? Ein Mantra zu singen ist eine unkonventionelle und für die Schüler eindrucksvolle Möglichkeit, diese alte Kultur in ihrer heutigen Aktualität zu erschließen. [mehr]

Erziehungskünstler

Das musikalische Herz. Friedemann Luz bringt Schwung in die Freie Waldorfschule Uhlandshöhe

Von Lea Bogatzki, Mai 2013

Eigentlich hätte das Leben von Friedemann Luz ganz anders aussehen können. Er könnte heute ein Opernsänger sein, ein Konzerttrompeter, ein Dirigent oder gar Komponist. Warum nur entschied sich ein so vielseitig begabter Musiker für den Lehrerberuf an einer Waldorfschule? [mehr]

Waldorf weltweit

Entwicklungshilfe, beiderseits. Deutsch-marokkanische Schülerbegegnungen

Von Isabella Geier, Luisa Lutz, Mai 2013

Das Marokko-Projekt der Freien Waldorfschule Augsburg – 2011 ausgezeichnet mit dem Zukunftspreis der Stadt Augsburg – stößt bundesweit auf Interesse. Die Initiatorin des Projekts, Isabella Geier, war im November 2012 in Bonn, wo sie auf Einladung des Auswärtigen Amtes auf einer Fachtagung über die Begegnung zwischen marokkanischen und deutschen Jugendlichen berichtete. [mehr]

Junge Autoren

»Im gegenwärtigen Bildungssystem sterben die Emotionen«

Mai 2013

Jonathan Wolf, Zwölftklässler an der Rudolf Steiner Schule Bielefeld, führte im Rahmen seiner Jahresarbeit ein Interview mit dem Aktivisten der Landlosen-Bewegung in Indien, Rajagopal P.V., das wir hier in Ausschnitten wiedergeben. [mehr]

Zeichen der Zeit

Ein früher Naturschützer. Der Volkspädagoge Johann Peter Hebel

Von Walter Schafarschik, Mai 2013

Vor einiger Zeit besuchte ich einen schwäbischen Friedhof. An den jungen Eichbäumen, die am Eingang standen, hingen noch die vom Winter arg zerzausten Schilder des vergangenen Sommers, die die Besucher vor dem Eichenprozessionsspinner warnten. Beim Lesen des etwas betulichen Textes erinnerte ich mich plötzlich, dass Johann Peter Hebel in seinem Bauernkalender »Der Rheinländische Hausfreund« einmal über diese Sommerplage sehr anschaulich geschrieben hat. [mehr]

Jugendbuch

Im Schatten Orwells

Von Ulrike Schmoller, Mai 2013

In der englischen Originalfassung heißt dieses Buch »Inventing Elliott«. In der Tat erfindet sich Elliott neu, als er in eine andere Stadt und damit auch in eine andere Schule kommt. Nachdem er bislang auf fiese Art gemobbt wurde, setzt er nun alles daran, nicht aufzufallen und immer genau so zu sein, wie man es von ihm erwartet, damit er nicht wieder zum Opfer der Gewalt seiner Mitschüler wird. Dafür plant er seine Worte und Schritte sehr bewusst und legt sich ein Pokerface zu, das nichts von seinen Gefühlen verrät. Sein Plan scheint zu funktionieren, doch gibt es keinen Grund, erleichtert aufzuatmen. An der scheinbar disziplinierten Schule treiben so genannte »Wächter« ihr Unwesen, die nicht Normgerechte mit gemeinen Bestrafungen in Schach halten... [mehr]