Aktionsrat Bildung erntet Kritik

Lorenzo Ravagli

Der Grund für die Kritik: Dieter Lenzen und seine Mitarbeiter vom Aktionsrat – der auf eine Initiative der bayrischen Wirtschaft zurückgeht – bescheinigen den staatlichen Grundschullehrern »erheblichen Professionalisierungsbedarf«, bei Lehrern an weiterführenden Schulen werden ebenfalls Defizite und Widerstände gegen Reformen bemängelt. Die Lehrer an Hochschulen sehen die Bildungsforscher dagegen aufgrund des Bologna-Prozesses an Burnout-Symptomen und Überarbeitung leiden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft erinnert daran, dass die IGLU-Studie die gute Arbeit der Lehrkräfte an dieser Schulart festgestellt habe. Der Deutsche Philologenverband hält die Gegenüberstellung einer reformfreudigen, überarbeiteten Professorenschaft und einer reformunwilligen Lehrerschaft für Unfug: »Tatsache ist, dass es zu Recht sowohl an der Hochschule als auch an den Schulen massive Kritik an der Art und Weise gibt, wie ohne ausreichende Beteiligung der Betroffenen auf maßgeblichen Druck aus der Wirtschaft hin bildungspolitische Reformen wie die Schulzeitverkürzung und das Bachelor-Master-System umgesetzt worden sind«, so der Philologenverband.

Der Verband Bildung und Erziehung dagegen meint, der Aktionsrat habe »den Finger in die richtigen Wunden gelegt«, die Bildungsrepublik müsse endlich finanziert werden. Ausserdem müsse das in Folge der Bologna-Reform erzeugte Chaos in der Lehrerbildung beseitigt werden.

Aktionsrat Bildung: www.aktionsrat-bildung.de