Baden-Württemberg: Waldorfschulen fordern zügige Einlösung von Wahlkampfversprechen

Lorenzo Ravagli

28.3.2011. Alle Parteien haben im Wahlkampf versprochen, Schulen in freier Trägerschaft endlich die notwendige finanzielle Förderung zukommen zu lassen, damit diese nicht gezwungen sind, gegen ein Grundrecht zu verstoßen. »Deshalb muss das Privatschulgesetz rasch geändert werden«, teilen die Waldorfschulen in Baden-Württemberg mit.

Alle im Landtag vertretenen Parteien waren im Wahlkampf der Ansicht, dass bei der Finanzierung von Freien Schulen dringender Handlungsbedarf bestehe. Die bisherigen Zuschüsse des Landes stellen insbesondere die Freien Waldorfschulen vor fast unlösbare finanzielle Probleme, da sie viel zu niedrig sind. Die Waldorfschulen sind gezwungen, einen Schulbeitrag von den Eltern zu erheben. Der Staat, der das Grundrecht auf freie Schulwahl garantiert, hebelt es durch seine zu niedrigen Zuschüsse gleichzeitig wieder aus. Keine Waldorfschule will Schüler ablehnen, deren Eltern den notwendigen Beitrag nicht leisten können.

Der Landesverband der baden-württembergischen Waldorfschulen fordert auch einen angemessenen finanziellen Ausgleich für inklusive freie Schulen. Auch hier muss das Privatschulgesetz umgehend angepasst werden.

Um die Frage der Höhe der Elternbeiträge zu klären, hat die Rudolf Steiner Schule Nürtingen stellvertretend für alle Waldorfschulen im Land Klage gegen das Land eingereicht und vor dem Verwaltungsgericht Mannheim Recht bekommen. Im Sommer wird ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig erwartet.

In Baden-Württemberg sind 56 Waldorfschulen Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft. Rund 23.800 Schüler besuchen im Schuljahr 2010 / 2011 eine Waldorfschule in Baden-Württemberg.

www.waldorf-bw.de