Neue Epidemie: Fettleibigkeit

Lorenzo Ravagli

Jeder dritte Erwachsene weltweit ist danach übergewichtig oder fettleibig. Die Wissenschaftler legen den Body-Mass-Index zugrunde (--> BMI-Rechner). Bei einem Body-Mass-Index von 25 bis 30 liegt nach gängiger Ansicht Übergewicht vor. 1,5 Milliarden Menschen sind laut Aussage der australischen Wissenschaftler übergewichtig, 500 Millionen fettleibig (BMI über 30). 170 Millionen Kinder sind weltweit entweder übergewichtig oder fettleibig.

Die Wissenschaftler stellen fest, dass sich die Fettleibigkeit wie eine Epidemie ausbreitet. Auch Entwicklungs- und Schwellenländer bleiben nicht verschont. Allerdings ist in Japan oder China nur jede zwanzigste Frau fettleibig, während in Nordamerika schon jede dritte betroffen ist. In Nordamerika und Australien ist die Fettleibigkeit dabei, das Rauchen als Gesundheitsgefahr zu überrunden.

Wissenschaftler der Harvard School of Public Health nehmen die Studie zum Anlaß, die UNO zu sofortigen Gegenmaßnahmen aufzufordern. Die weitere Ausbreitung der Fettleibigkeit soll durch zusätzliche Steuern auf Trinken und Essen verhindert werden. Statt zusätzliche Steuern zu erheben, könnte dem Problem aber auch abgeholfen werden, wenn in die Preise der industriell hergestellten Nahrungsmittel die Kosten der Umweltzerstörung und des Energieverbrauchs eingerechnet würden, die ihre Herstellung verursacht. Rechnete man noch die Kosten der medizinischen Behandlungen hinzu, die infolge einer falschen Ernährung eintreten, würden die heute allzu billigen Nahrungsmittel um ein Vielfaches teurer werden, als biologisch und umweltverträglich erzeugte.