Neuseeland: Durchbruch beim Hochschulzugang für Waldorfschüler

Lorenzo Ravagli

Schüler an Waldorfschulen werden in der 10. und 11. Klasse intern nach dem Zertifikat beurteilt und nur in der 12. Klasse extern. Der interne Teil der Beurteilung, den die Schule selbst durchführt, besteht aus Projekten, Portfolios, praktischen Aufgaben und Tests. Für die externen Prüfungen beauftragen die Waldorfschulen in den Fachgebieten Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften qualifizierte Personen, die die Schüler benoten. Diese externen Prüfungen machen 40% der Gesamtnote der geprüften Fächer in der 12. Klasse aus. 

Die Anerkennung des Waldorf-Zertifikats durch die New Zealand Qualification Authority (NZQA) ist die erste von zwei Hürden, die die Vereinigung der neuseeländischen Waldorfschulen genommen hat. Die zweite Hürde sind die von der Regierung unabhängigen Universitäten, die demnächst über ihre Haltung zur Zulassung des Steinerschulzertifikats beraten.

Die Zeichen stehen gut. Sollten die Universitäten zustimmen, dann wird das Waldorfzertifikat alle 5 Jahre in einem Standardverfahren überprüft. Jeder Schüler, der das Zertifikat erhält, kann sich dann ohne weitere Bedingungen um einen Studienplatz bewerben. Das hat Auswirkungen auf den Rest der Welt. Wenn neuseeländische Universitäten diese Qualifikation akzeptieren, könnten andere Universitäten weltweit folgen.

Hilfreich im Genehmigungsprozess könnte die Statistik gewesen sein, laut der die Erfolgsquote bei Prüfungen nach dem nationalen Lehrplan bei den staatlichen Schulen landesweit bei ca. 45% liegt, bei den Waldorfschulen jedoch bei rund 75%.

Informationen: Rudolf Steiner Federation, Neuseeland

Quelle: NNA