OECD ruiniert die Bildung

Lorenzo Ravagli

Das Gutachten, das vom »Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens« im Auftrag des zuständigen Bundesministeriums erstellt und unter dem Titel »Nationaler Bildungsbericht 2012« veröffentlicht wurde, kommt zu einem erschütternden Ergebnis.

Für die Orientierung an Bildungsstandards gibt es offenbar keinerlei verlässliche empirische Absicherung. Die Hauptverspechen der Reformatoren: bessere Leistung und mehr Bildungsgerechtigkeit, werden nicht eingelöst. Die Autoren schreiben: »Uns sind aus den deutschsprachigen Schulsystemen keine empirischen Untersuchungen bekannt, die beanspruchen würden, fundierte Aussagen« zu der Frage zu machen, ob »Bildungsstandards und externe Leistungsüberprüfung« zu »verbesserten Schülerkompetenzen  und Chancengleichheit« führen. Wozu diese Methoden hingegen führen, beschreibt der Bildungsbericht unter Hinweis auf Amerika: »Konzentration auf testmethodische und -strategische Kompetenzen«, also Lernen für die Tests, »Verengung des Curriculums« auf Inhalte, die abgeprüft werden können, »Ausschluss von Schülerinnen und Schülern aus Lerngelegenheiten«, um die Testergebnisse zu verbessern, »Schummeln auf Lehrerseite«, also Betrug.

Für die Behauptung, die Schulen würden durch standardbezogene Tests besser, fehle jeder empirische Beleg. Außerdem, so der Bericht, könnten die Pädagogen aus den Testergebnissen nicht entnehmen, wie sie den Unterricht verbessern sollten.

Die Umstellung des Bildungswesens auf Output, Qualitätsmanagement, Leistungsstandards und Grundkompetenzen führt zu keiner empirisch erkennbaren Steigerung seiner Effizienz.

Der nationale Bildungsbericht 2012 kann hier heruntergeladen werden.