Prüfungsangst – Schreiben hilft

Lorenzo Ravagli

Bei einem Test bekam die Hälfte der Studenten zehn Minuten, um über ihre Gefühle zu einem bevorstehenden Test zu schreiben. Eine andere Gruppe musste still sitzen und nichts tun. Die Forscher stellten fest, dass die Studenten, die über ihre Gefühle schrieben, signifikant besser abschnitten. Sie zeigten eine Leistungssteigerung von fünf Prozent. Die Kontrollgruppe zeigte einen Leistungsabfall von zwölf Prozent. Die Wissenschaftler belegten durch weitere Versuche, dass das Schreiben über die Gefühle, die mit dem bevorstehenden Test zusammenhängen, den Stress verringert.

Die Schreibtherapie bewährt sich auch in realen Situationen. Neuntklässler, die ihre Abschlussprüfung in Biologie ablegten, sollten kurz vor dem Test ihre Gefühle aufschreiben. Die Prüflinge erreichten bessere Noten. Von dem Schreiben profitierten vor allem jene Teilnehmer, die unter Versagensängsten litten: Im Vergleich zu den ängstlichen Probanden der Kontrollgruppe steigerten sie sich fast um eine ganze Note. 

Focus vom 13.01.11