Schluss mit dem Schulchaos!

Lorenzo Ravagli

10. November. Ein Ende des Schulchaos forderten die Direktoren auf ihrer Bundeskonferenz am Mittwoch in Berlin. Änderungen der Schulstrukturen im Vier- oder Fünfjahresrhythmus zermürbten die besten Schulen, seien bildungspolitisch eine Katastrophe und durch nichts zu rechtfertigen.

Ständig würden neue Schulformen erfunden, in die Kinder nach der Grundschule gehen könnten, jedes Bundesland koche sein eigenes bildungspolitisches Süppchen. Die deutsche Schullandschaft solle transparenter und einheitlicher werden, die Qualität und Vergleichbarkeit der Abschlüsse sichergestellt werden. Die Direktoren schlagen ihrerseits eine Reform vor: ein zweigliedriges System mit einem achtjährigen Gymnasium und einem neunjährigen Weg zum Abitur, an dem auch mittlere Abschlüsse erworben werden können.

Wie man Vergleichbarkeit und Vielfalt miteinander verbinden kann, ohne zu zentralisieren, zeigen seit langem die Waldorfschulen, die ihre Schüler und Schülerinnen in dreizehn Jahren zum Abitur führen, aber auch mittlere Abschlüsse anbieten. Für Waldorfschüler stellt es aufgrund eines entwicklungsorientierten, vergleichbaren Curriculums kein Problem dar, zwischen Schulen in Deutschland oder gar Übersee zu wechseln.