Februar 2008 Naher Osten: Waldorf statt Bomben

Inhaltsverzeichnis (als PDF zum Download)

Editorial (als PDF zum Download)

Albert Schmelzer
Waldorfschule im sozialen Brennpunkt

Wachsende Aggressivität und Kriminalität - negative Schlagzeilen machen immer wieder auf die Probleme von Schulen in sozialen Brennpunkten mit einem hohen Anteil von Migrantenkindern aufmerksam: Eine wirkliche Integration, gebaut auf Selbstbewusstsein und Toleranz, hat nicht stattgefunden. Stattdessen haben sich vielfach Ghettos mit eigener Sprache, eigenem Wertekodex und hoher Gewaltbereitschaft gebildet. Gibt es pädagogische Alternativen zu dieser Situation?

Horst Hellmann
Reitpädagogik im Kindergarten

Als Waldorflehrer im Ruhestand habe ich seit einiger Zeit Gelegenheit, die Reitpädagogin Elke Krupka zu begleiten. Sie fährt mit zwei Ponys einmal in der Woche zum Waldorfkindergarten, dann wandern die etwa zwanzig drei- bis sechsjährigen Kinder vier Stunden am Vormittag. In einem kleinen Rucksack tragen sie ihr Vesperbrot bis zum Lagerplatz, wo sie Gelegenheit zum Klettern und zum Spielen haben. Was mir auf diesen Ausflügen auffällt, möchte ich kurz skizzieren.

Almuth Voges
Lebenslanges Lernen im Kindergarten?
Ergebnisse einer Befragung

In der vorliegenden Studie wurden Waldorferzieherinnen aus drei Bundesländern (Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz) nach ihren Möglichkeiten im Umgang mit dem lebenslangen Lernen befragt. Ausgangspunkte der Fragestellung waren die heutigen Berufsanforderungen, die Veränderungen innerhalb der Erzieherausbildungen und Beobachtungen der Belastung der Pädagoginnen. Es wurden 68 Waldorfkindergärten befragt, die Fragebögen wurden nach quantitativen und qualitativen Gesichtspunkten ausgewertet. Die Datenanalyse führt zu vielfältigen Implikationen für die zukünftige Ausbildungs- und Fortbildungspraxis. Sie zeigt, dass die Anerkennung und die Arbeitsbedingungen der Erzieherinnen sich verändern müssen, vor allem dass Verhältnisse geschaffen werden, in denen die Erzieherinnen eine verstärkte Bereitschaft für Praxisforschung, Konferenzarbeit als Form des lebenslangen Lernens und Fortbildungskultur entwickeln.

Bernd Kettel
Wir schreiben einen Krimi. Eine Deutsch-Epoche

In »Rudolf Steiners Lehrplan für die Waldorfschulen« von E. A. Karl Stockmeyer findet man für den Sprachkundeunterricht Angaben, die einen Lehrer nachdenklich stimmen können. Da heißt es zum Beispiel, Grammatik solle ganz lebendig gelehrt werden, so dass sie gewissermaßen wie von selbst aus dem Kind herauskommt, weil sie im Grunde schon im Kinde vorhanden sei, wenn es spricht. Weiter soll man das Kind solche Sätze sprechen lassen, die ihm das bewusst machen, was es unbewusst eigentlich schon immer beim Sprechen tue. Tendenziell sei das Grammatik-Lernen und -Lehren dazu da, das Kind aufzuwecken.

Christoph Hueck
Sind ehemalige Waldorfschüler gesünder?
Ergebnisse und Diskussion einer Befragung

Im Februar 2007 erschien eine umfassende empirische Studie über ehemalige deutsche Waldorfschüler, in der 1124 Absolventen von Waldorfschulen im Alter von 21 bis 82 Jahren schriftlich zu ihren Bildungswegen und ihrer Lebensgestaltung befragt wurden. Über die Ergebnisse der von Heiner Barz (Universität Düsseldorf) und Dirk Randoll (Alanus Hochschule, Alfter) geleiteten Studie wurde bereits ausführlich in den Medien berichtet. Trotz dieser Medienaufmerksamkeit fand ein Teil der Studienergebnisse bisher nur geringe Beachtung. Es handelt sich um die Angaben der ehemaligen Waldorfschüler zu ihrer körperlichen Gesundheit. Diese Angaben sind außerordentlich erstaunlich: Menschen, die eine Waldorfschule besucht haben, sind im mittleren und fortgeschrittenen Alter auf den ersten Blick anscheinend (sehr) viel gesünder als die normale Bevölkerung.

Jürgen Peters
Präsenz als Qualität im Unterricht

Im ersten Vortrag zur Allgemeinen Menschenkunde spricht Rudolf Steiner zwei Dinge an, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen. Das Erste ist das Zurücknehmen der eigenen Persönlichkeit, das Zweite ist die Anwesenheit.


Aus der Schulbewegung  (als Paket)

Friedensarbeit im Nahen Osten - 
Die Harduf Waldorfschule in Israel
(A. Entin/G. Goldschmidt)
In Israel und Palästina wachsen die Kinder heute in einer Atmosphäre der sektiererischen Gewalt, des Religionskampfes und des politischen und ökonomischen Umbruchs heran. Verzweiflung ist angesichts der ungewissen Zukunft unter Jugendlichen im Nahen Osten verbreitet. Junge Israelis werden in eine moderne Armee eingezogen, junge Palästinenser als Selbstmordattentäter rekrutiert. Inmitten des Chaos hat sich aber auch eine leise Friedensbewegung entwickelt, in der die Waldorfpädagogik eine bedeutende Rolle spielt.

Was ist Waldorf? Eine Antwort aus dem Kosovo (M. Rawson)
Einen Tag nach Abschluss des internationalen Treffens der Pädagogischen Sektion am Goetheanum in Dornach flog ich in den Kosovo bzw. nach Skopje in Mazedonien. Ein Hauptthema beim Sektionstreffen waren die Formulierungen von Kriterien für die Anerkennung von Waldorfschulen und Kindergärten. Es sollte in einem kurzen Arbeitspapier charakterisiert werden, was eine Waldorfschule ausmacht, und zwar in einer Sprache, die einerseits Freiraum für innovative Initiative lässt und andererseits die wesentlichen Prinzipien so formuliert, dass sie unmissverständlich sind.

Maraming salamat po. Die Entdeckung der Kreativität
auf den Philippinen
(H. Hellmann)
Mit dem Schweizer Bildhauer Reto Schatz folgte ich einer Einladung nach Dumaguete auf Negros Oriental auf den Philippinen, um einen Workshop über »die Entwicklung der Kreativität durch das Plastizieren mit Ton« zu geben, sowie eine »Einführung in die Waldorfpädagogik«.

Wind in den Segeln - 
Waldorf-Initiative auf La Gomera
(A. Schammann-Harms)
Als im Oktober 2003 die ersten Herbststürme über die Insel La Gomera zogen, begann ich, eine Krabbelgruppe mit Elementen der Waldorfpädagogik zu organisieren. Meine Tochter war damals gerade eineinhalb Jahre alt und als ehemalige Waldorfschülerin hatte ich das Bedürfnis, auf dieser Insel Gleichgesinnte zu finden. Waldorf war hier ein Fremdwort, also bot ich musikalische Früherziehung an.

Freundschaftsbrücke Leipzig-Samara (H. Fiedler)
Freundschaftsbrücken zwischen Deutschland und Russland sollten gebaut werden! Aus welchem Baumaterial aber entstehen derartige Brücken, welche Form haben sie, wenn die Baumeister derart weit auseinander wohnen, welche Materialien werden für solch einen Bau benötigt? Und lassen sich die Erbauer dauerhaft für ihr Bauwerk begeistern?

Eine Kunst-Epoche in Tbilisi (T. Rogava)

Lebeslanges Lernen - Anthroposophische Erwachsenenbildung in Wien (U. Eise)
Wer unterrichtet, weiß, dass nichts einfacher ist, als zu unterrichten. Er weiß aber auch, dass nichts schwieriger ist, als zu unterrichten. Und der Mittelweg ist voller Zweifel.

Der neue Bundesvorstand (H. Kullak-Ublick / H.G. Hutzel)

Portfolio-Revolution (H. Niederhausen)
»Kompetenz, Portfolio, Evaluation - wie passt das zur Waldorfpädagogik?« - so war das Seminar betitelt, das Thilo Koch von der Waldorfschule Potsdam auf der Fortbildungstagung 2007 in Greifswald veranstaltete. Eindrücklich schilderte Koch die Kerngedanken von Portfolio: Den Schülern die Würde zurückgeben, individuelle Lernwege ermöglichen und unterstützen, Begegnung, Lernfreude und Lernkompetenz fördern. Darüber hinaus birgt die Portfolio-Idee die Möglichkeit, das gesamte Prüfungs- und Studien-/Berufs-Berechtigungswesen zu revolutionieren. Aber der Reihe nach …

Film: Abenteuer Anthroposophie

Zeichen der Zeit  (als Paket)

Gequälte Bildung (E. Hübner)
In den letzten Jahren ist im Bereich der Schulen viel von Qualität die Rede. Sprach man früher von dem Ziel, gute Schulen haben zu wollen - ohne so recht genau zu wissen, was eine »gute« Schule auszeichnet - , so ist heute von der Qualität dessen die Rede, was in der Schule stattfinden soll. Qualität wird heute »entwickelt« und das setzt ein »Management« voraus. Solche Vokabeln waren vor 30 Jahren in der Schullandschaft, wenn überhaupt, dann nur höchst selten zu vernehmen. Heute besitzt beispielsweise das Land Hessen ein »Institut für Qualitätsentwicklung«, bei dem sich Anbieter von Fortbildungsangeboten für Lehrer akkreditieren müssen, wo »Standards« eingehalten und Angebote »evaluiert« werden. Über allem schwebt der hohe Anspruch, Qualität zu erhalten und zu steigern. Dagegen ist nicht das Geringste einzuwenden - wenn man denn wüsste, was Qualität ist.

Ökobonus. Sozialer Ausgleich und Klimaschutz (F. Bohner)
Bundeskanzlerin Angela Merkel beweist Mut: bis zum Jahr 2050 will sie die Kohlendioxidemissionen in Deutschland um mehr als 80 Prozent senken - ein löbliches, aber auch ehrgeiziges Ziel. Wie dies in einer wachstumsfixierten Wirtschaft erreicht werden soll, darüber hat sich Frau Merkel nicht geäußert.

Kindergarten: Wer legt die Bildungsziele fest? (A. Köpcke-Duttler)
Art. 13. Abs. 3 BayKiBiG (Bayerisches Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz) soll der (angeblichen) »Beliebigkeit pädagogischer Maßnahmen« in Kindertagesstätten Grenzen setzen. Kindertagesstätten werden als pädagogische Orte eigener Art bestimmt, »denen der Gesetzgeber Aufgaben in einer verbindlichen Ausführungsverordnung vorgibt« und die Erfüllung der pädagogischen Aufgaben zur Voraussetzung staatlicher Förderung macht.

Im Gespräch  (als Paket)

Na endlich! Sexualkunde in der Waldorfpädagogik
(J.-Ch. Deerberg)
So möchte man(n), und Frau natürlich auch, ausrufen! Diese Fortbildung war schon lange überfällig und hat mir das letzte Jahr 2007 aufgehellt. An fünf Wochenenden wurde mit besten Dozenten1 und 30 Teilnehmern in Kassel am Lehrerseminar diesem Thema ein Fundament für die Pädagogen und Schulärzte an Waldorfschulen geschaffen. Die wichtigste Arbeitsgrundlage für uns alle war die Erkenntnis, dass das Thema der Sexualität ein zentrales menschenkundliches Thema ist und wir es nicht in die Hände externer Beratungseinrichtungen wie profamilia usw. legen dürfen - und uns damit vor uns, den Schülern und Eltern selbst Glaubwürdigkeit und Kompetenz absprechen.

ABC der Sexualkunde (A. Pelzer)
An insgesamt fünf Wochenenden trafen sich im Jahr 2007 jeweils ca. 30 Teilnehmer zu diesem Thema am Lehrerseminar in Kassel. Zu je einem Drittel waren die Teilnehmer Schulärzte, tätige Waldorflehrer sowie Seminaristen, Heilpädagogen und Interessierte.

Glosse: Kochlöffel-Ich (U. Meier)


Neue Bücher  (als Paket)

Teaching English (A. Denjean)
Die Signatur der Sphären (S. v. Verschuer)
Doppelgänger (Ch. Meinecke-Bürger)
Familienführerschein (N. Hellmann)
Biegepuppen (U. Schmoller)
Replik auf Zander (Ch. Boettger)
Wer ist Johannes? (J. Grebert)
Zauber-Ente (A.-M. Semmler)
Natur erleben

 

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