März 2008 Trennungskinder

Inhaltsverzeichnis (als PDF zum Download)

Editorial (als PDF zum Download)

Birgit Kohlhase
Auslaufmodell Familie?

Die Medien überschlagen sich im Bearbeiten des Themas Familie: Pressemitteilungen, Artikelserien, Talkshows, zahllose Bücher. Die Diskussionen ums Elterngeld, Betreuungsgeld, Ehegattensplitting - und vor allem um Krippenplätze sind allgegenwärtig. Eigentlich gilt die traditionelle Familie als Auslaufmodell, aber besorgniserregend geringe Geburtenraten, Mütter mit Drang in Erwerbsberufe und die Sehnsucht nach starkem Halt in einer globalisierten Welt, lässt den Wert Familie wieder enorm steigen.
Erst kürzlich fanden Meinungsforscher des EMNID-Institutes bei einer repräsentativen Umfrage heraus, dass 78 Prozent der Befragten der Meinung waren, ihnen sei die Familie wichtiger als der Beruf (und sogar die befragten Männer, denen man bislang eine starke Berufsorientierung zuschrieb, waren dieser Ansicht).
Auch sind 72 Prozent der Jugendlichen laut Shell-Studie von 2006 der Meinung, dass man eine Familie braucht, um wirklich glücklich leben zu können. 2002 waren es 70 Prozent - also auch hier Tendenz steigend (www.shell.com). erstaunlich, doch nach dem Motto: »Was dir mangelt, das erstrebst du!« suchen gerade junge Menschen nach Gemeinschaft, Sicherheit, einfachen Ordnungen. Verunsicherung kennzeichnet das Leben der jüngeren Generation. Es mangelt an sicheren Arbeitsplätzen, klarer Orientierung und stabilisierenden sozialen Verhältnissen. Sie sucht gerade deshalb nach dem, was sie nicht hat: Halt und Orientierung, und das gerade auch in der familialen Bindung. Die jüngere Generation will eine Familie gründen oder in intakten Familien leben. Familie gewinnt wieder an Attraktivität und gilt als ein erstrebenswertes Gut.

Monika Kiel-Hinrichsen
Das Leben in einem Patchwork-System

Es ist Montagmorgen: Anna, 10 Jahre, Philipp, 8 Jahre, und Thea, 5 Jahre, steigen zusammen mit ihren Stiefgeschwistern Marlene und Asmus, 13 und 11 Jahre, mit Rucksäcken und Schulranzen bepackt aus dem VW-Bus, um in den Kindergarten und die Schule zu gehen. Klaus nimmt seine Tochter Thea an die Hand, sie gehen gemeinsam über die kleine Brücke zum Kindergarten. Dort wird Thea freudig von der Kindergärtnerin begrüßt: »Na Thea, hattest Du Papawochenende?« Sie stellt ihren kleinen Rucksack und das zusammengerollte Kopfkissen wie selbstverständlich im Kindergartenbüro ab, drückt ihre Kuschelpuppe an sich und verabschiedet sich mit vielen Küsschen von Klaus, der schon halb draußen ist: »Tschüss Theachen, bis in zwei Wochen!« Thea läuft zum Winken ans Fenster, sie sieht den Vater um die Ecke gehen, langsam geht ihre Hand herunter und damit auch ihre tapfere Haltung. Frau W. sind diese Momente mit ihr bereits vertraut: Fröhlich verabschiedet Thea den Vater, doch dann kommt langsam ein Anflug von Trauer zum Vorschein. So ist es auch heute Morgen. Thea beginnt auf dem Schoß der Kindergärtnerin zu weinen, erzählt von dem kleinen Bruder, der vor einem Monat geboren wurde, von den Stiefgeschwistern und der großen Ungerechtigkeit, dass die Mama nicht auch dabei sein kann: »Ich will nicht, dass sie sich geschieden haben«, platzt es aus ihr hervor. Noch hat sie sich nicht an die neuen Familienverhältnisse gewöhnt. Vor zwei Jahren trennten sich Klaus und Sabine, weil sie sich nicht mehr in der Lage sahen, ihre Ehe weiterzuführen. Kurze Zeit nach der Trennung lernte Klaus Eva kennen, die mit ihren beiden Kindern Marlene und Asmus bereits seit zwei Jahren alleine lebte. Schnell lernten die Kinder der beiden sich an den Wochenenden kennen und verstanden sich gut. Eva und Klaus entschlossen sich, zusammenzuziehen und kurze Zeit später kündigte sich der heute einen Monat alte gemeinsame Sohn Jan an. Für die Kinder begann bald eine Überforderung einzutreten, denn mit dem gemeinsamen Leben wichen auch die tragenden Gewohnheiten mit dem Vater bzw. der Mutter und mussten Platz machen für eine neue Familienform: die Patchworkfamilie.

Ingrid Ruhrmann
Alleinerziehen ist auch eine Kunst

Was ist bei Alleinerziehenden anders als in traditionellen Familien? Welche Auswirkungen hat diese Konstellation auf Kinder und Eltern? Wie können Kindergarten und Schule dieser Familienform wohlwollend begegnen? Diesen Fragen stellt sich die Autorin, die seit 33 Jahren mit Eltern und Kindern arbeitet und Mitbegründerin des Bernard Lievegoed Instituts in Hamburg ist. Sie ist selbst allein erziehende Mutter eines Sohnes und einer Tochter und jetzt Großmutter eines allein erzogenen Enkels. Für diesen Artikel hat sie Kurzinterviews mit jungen Erwachsenen, die allein erzogen wurden, und deren Eltern durchgeführt.

Marie-Louise Henn-Baré
Alleinerziehen: Herausforderungen und Chancen. Ein Erfahrungsbericht

Der Sarg wird hinaus getragen. Unser neunjähriger Sohn steht ernst und ruhig da, die Hand zum Gruß erhoben: »Auf Wiedersehen, lieber Papa!« Seine jüngste Schwester hatte mit ihren sechs Jahren wenige Tage davor verkündet: »Wenn der Papa stirbt, gibt es ein Engelkonzert!« Die Älteste (10 Jahre) wiederum hatte die feierliche Stimmung zuhause vor der Bestattung wahrgenommen und angemerkt, es sei fast so schön wie ein Geburtstag. Worauf die Drittgeborene hinzufügte, es sei ja auch Papas Himmelsgeburtstag.

Christiane Lutz
Trennungskinder. Psychoanalytische Zugänge 

Immer mehr Menschen kämpfen mit Beziehungsproblemen. Immer mehr trennen sich nach einem kürzeren oder längeren gemeinsamen Lebensabschnitt. Die Leidtragenden sind immer die Kinder. Für sie ist Trennung und Scheidung der Eltern immer eine seelische Verletzung, oft ein Trauma. Damit die Wunde wieder, wenn auch mit Narbenbildung, heilen kann, braucht es Hilfestellungen. Ein emotionales Mitschwingen, das ihnen ermöglicht, das Verlusterleben wahrzunehmen, es in der ihnen gemäßen Form mitzuteilen und in der liebevollen Begleitung eines verständnisvollen Menschen zu verarbeiten.
Ich möchte nachfolgend auf unterschiedliche Verlusterfahrungen von Kindern und Jugendlichen eingehen, indem ich die Thematik anhand von vier Beispielen beschreibe und in verkürzter Form den Versuch unternehme, die analytische Konfliktbewältigung nachzuzeichnen. Hierbei beziehe ich mich im Wesentlichen auf die tiefenpsychologisch-analytische Psychologie C.G. Jungs, der entscheidende Impulse gegeben hat, unbewusstes und bewusstes Erleben symbolisch zu verstehen und innerseelische Konflikte in symbolischer Form einer Lösung zuzuführen.

Evelyne Nohsislavsky / Arndt Bay
Kinder in der Zerreißprobe

Jede Trennung einer Beziehung oder Ehe hat zahlreiche Auswirkungen auf alle Beteilig-ten - besonders auf Kinder. Aus der Familie werden allein erziehende Mütter oder Väter, die sich mit ihren individuellen Lebenswirklichkeiten auseinandersetzen müssen. Die seelischen Belastungen können zu physischen Erkrankungen oder psychosomatischen Störungen führen. Die eigentliche Trennung, die vielleicht als Erleichterung für die Erwachsenen empfunden wird, wirkt auf die Kinder, je nach Lebensalter, sicher nicht erleichternd. In den ersten vier Jahren erfassen sie noch nicht deren Ausmaß. Die daraus resultierenden Konsequenzen können gedanklich noch nicht erfasst werden. Kinder erleiden sie einfach und zeigen eventuell Auffälligkeiten in ihrem Verhalten.

Aus der Schulbewegung  (als Paket)

Ute Craemer und die Favelas (Peter Guttenhöfer)
Das soziale Kunstwerk »Favela Monte Azul« in São Paulo steht im 30. Lebensjahr, Ute Craemer, die es gestaltete, wurde in diesem Februar 70 Jahre alt. In der Welt-Waldorfschulbewegung und auch im weiteren Umkreis der anthroposophischen Kulturinitiativen in aller Welt kennt man ihre Arbeit - denn sie strahlt etwas aus, das alle Herzen unmittelbar anspricht.
Heute sind über 1200 Kinder und Jugendliche zwischen Kleinstkind- und Erwachsenenalter Nutznießer dieser Sozialarbeit, 80 seelenpflegebedürftige Menschen werden betreut, 400 bis 500 Kinder und Jugendliche nehmen regelmäßig teil an den kulturellen Workshops, spielen im Favela-Orchester, im Favela-Theater, im Zirkus, singen im Chor und üben capoeira, den brasilianischen Kampftanz. In den drei ambulant arbeitenden Praxen werden von anthroposophischen Ärzten und Zahnärzten im Jahr über 20.000 Behandlungen durchgeführt. Die Ärzte arbeiten unentgeltlich einen Tag in der Woche für die Favela-Patienten.

Waldorf in Quito (Rodolfo Reinoso)
Die Hauptstadt Quito in dem kleinen Land Ecuador an der Westküste Südamerikas liegt 2850 Meter hoch zwischen zwei Gebirgsketten der Anden, am Osthang des Vulkans Pichincha. Sie zeigt zwei Gesichter: »Quito moderno«, das Verwaltungszentrum mit Hotels, Restaurants und das alte Quito »Ciudad colonial«, die architektonisch und atmosphärisch interessantere Kolonialstadt.
In dieser rund 1,2 Millionen Einwohner zählenden Großstadt gibt es seit 1995 einen Waldorfkindergarten, gegründet von den Geschwistern Nancy und Pilar Betancourt. Ab 2002 folgte mit Hilfe der Eltern des Waldorfkindergartens, des Lehrers Moisés Arcos und einigen anderen Lehrern sowie Mitgliedern aus dem anthroposophischen Zweig »Micael« der Aufbau der Waldorfschule. Der Micael-Zweig übernahm die Schirmherrschaft über die junge Waldorfschule und die Lehrer sammelten ihre waldorfpädagogischen Erkenntnisse und Erfahrungen in verschiedenen Waldorfseminaren in Peru, Mexiko, Brasilien, Kolumbien und Argentinien; aufgrund der immer noch fehlenden Seminare in Ecuador müssen sie dies bis heute so weiter führen.

Feldmessen ohne Geräte (Günter Kampffmeyer)
Im Januar 2007 gab ich eine Gast-Epoche in Feldmessen an der Waldorfschule Windhuk in Namibia. Geräte würden wir an der Universität ausleihen können, meinten die Kollegen. Als wir dann vor Ort nachfragten, war allerdings nichts zubekommen. Wir hatten also keine Fluchtstangen, Längenmesslatten, Theodoliten, Winkelprismen, Nivelliere, Höhenmesslatten, Wasserwaagen, Senklote und ein sehr begrenztes Budget. Was tun?
Ein Schülervater gab mir den entscheidenden Hinweis. Er bildet an der Uni Vermessungsingenieure aus und erklärte mir, wie sie es dort machen. Was ich im Folgenden beschreibe, ist also nur zu einem geringen Teil meine eigene Erfindung, doch hoffe ich, dass nicht nur ich das Verfahren hochinteressant finde.

Hören, Atmen, Musizieren. Ein Musikprojekt am Burgberg (Markus Petzold)
Es ist Donnerstag, halb Elf. Die Klassenlehrerin hat die Geigenkinder schon ins Nachbarzimmer gebracht. Unsere Gruppe sitzt im Kreis auf ihren Bänken. Nach unserem Anfangslied bekommt jedes Kind seine Harfe, die ich am Morgen nochmals kurz durchgestimmt habe. Nur wenige waren verstimmt, da die meisten Kindern inzwischen die Saiten schon sehr gefühlvoll zupfen. Nur einige spielen ihr Instrument immer noch wie eine E-Gitarre.
Wir beginnen mit unserem Eingangslied »Wach auf, wach auf …« . Die Kinder haben ihre Harfen in der linken Hand. Durch das Nachspüren der Melodie, des Tonraumes, des Rhythmus und der Bewegung erschließen wir uns die Grundgeste des Liedes. Behutsam führe ich die Kinder dann in das Lied hinein. Befinden wir uns inmitten eines stimmigen Ganzen und können alle die Melodie spielen, ohne es recht bemerkt zu haben, spüre ich eine freudige Zufriedenheit in der Runde.

Bundeskongress der Freien Waldorfschulen zur Schulqualität
1. Was ist eine gute Schule? (Norbert Handwerk)
Qualitätsentwicklung - das Zauberwort scheint nun auch in der Waldorfschulbewegung angekommen zu sein: Im letzten November setzte sich eine Bundesdelegiertentagung in Berlin-Kreuzberg intensiv mit der Frage auseinander, welche Qualitäten wirklich waldorfspezifisch sind. Diese von einer eigenen Arbeitsgruppe der Bundeskonferenz unterstützten Bemühungen fanden nun ihre Fortsetzung auf einem eigens einberufenen Bundeskongress, der vom 25. bis 27. Januar mit über vierhundert Lehrern und Eltern in Tübingen stattfand.

2. Im Gleichgewicht von innen und außen. Umfrageergebnisse zum Thema Qualität (Christian Boettger)
Die Delegierten der Schulen und die Teilnehmer des Kongresses zur Qualität von Waldorfschulen in Tübingen wurden in der letzten Plenumssitzung am 27. Januar 2008 mit einem Fragebogen um Rückmeldung zu dieser Tagung gebeten. Der Arbeitskreis Qualität bat um die Beantwortung von acht Fragen zu dem Kongress und um freie Kommentare. Diese Art der Rückmeldung wurde sehr positiv aufgenommen.

3. Einwurf: Qualitätsentwicklung durch den freundlich-fremden Blick? (Michael Handtmann)
Selbstverständlich ist diese Entwicklung zum allseitigen Bedürfnis nach dem gutachterlichen Blick von außen auf die Waldorfschulen ja noch keineswegs - und sicherlich ist sie Ausdruck von allerlei Nachholbedarf. Und insofern die allseitige Zustimmung begrüßenswert.
Aber wie zopfig waren und sind sie denn eigentlich, all unsere früheren mehr oder weniger liebenswerten und gepflegten Visionen und Gewohnheiten zur Besserung des Gutgemeinten? Ich denke da an eine Qualitätssicherungsübung in aller Stille ohne jedwede Veröffentlichungsperspektive wie die abendliche Rückschau als nüchterne Tagesbilanz mit eher homöopathischer Impulsdosis. Oder an das kollegiale Zwiegespräch auf der Grundlage ganz persönlicher Wahrnehmung und Fürsorge, unabhängig von der Einrichtung eines Personalentwicklungskreises und flächendeckender Intervision.

Autonomie und Empathie. Bildungskongress 2008 in Stuttgart. Ein Bericht (Martin Mengel)
Dass das Kind von sich aus lernt, zeigen uns vor allem seine allerersten Entwicklungsschritte in der ganz frühen Kindheit, nämlich das Lernen von Gehen, Sprechen und Denken. Wie kann dieses »autonome Lernen«, das aber auf dem intuitiven Verstehen und der Fähigkeit der Empathie beruht, im weiteren Verlauf der Kindheit und Jugend aufgegriffen und vom pädagogisch Tätigen unterstützt werden? Das war die Hauptfrage, mit der sich rund 400 Erzieher, Lehrer, therapeutisch Tätige und auch Eltern bei diesem Bildungskongress in Stuttgart vom 11. bis 13. Januar beschäftigten.
Bei diesem Kongress ging es um das Selbst, den Mittelpunkt, der beansprucht, Eins und Alles zu sein, Zentrum und Peripherie zugleich, um dessen Autonomie, Eigengesetzlichkeit und Intuitionsvermögen. Wenn da nicht die dunklen Winkel des Wirklichen wären, in die sein Licht nicht hineinleuchten kann …

Der neue Bundesvorstand (Richard Landl / Walter Riethmüller)

Zeichen der Zeit

Wieviel Steiner verträgt die Waldorfpädagogik? (Thomas Marti)
Bisher sind wir in der Schweiz vor einer Polemik gegen die Grundlagen der anthroposophischen Pädagogik und ihren Begründer weitgehend verschont geblieben. Die öffentliche Ruhe, die um die anthroposophischen Bewegungen bei uns aber meist herrscht, ist auch beunruhigend. Wird überhaupt wahrgenommen, dass es in der Schweiz 37 Rudolf Steiner-Schulen und noch mehr Steiner-Kindergärten gibt? Dass die anthroposophisch begründete Landwirtschaft zu den Pionieren des Biolandbaus gehört und dass es über 200 Höfe und Gärtnereien gibt, die einen Anbau nach biodynamischen Prinzipien betreiben? Oder dass die anthroposophische Medizin zu den komplementär-medizinischen Richtungen zählt mit dem umfangreichsten Wirksamkeitsnachweis und der größten Nachfrage unter den Patienten? Erst die Diskussion um den Ausschluss aus der Grundversicherung hat die Existenz der anthroposophischen Medizin wieder etwas ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Kritische Rückfragen an die Grundlagen all dieser anthroposophisch angestoßenen Bewegungen aber täten manchmal gut, nicht zuletzt auch für eine Belebung dieser Bewegungen und ihrem häufig allzu selbstgenügsamen Selbstverständnis.

Im Gespräch  (als Paket)

Schulangst und Vitalsinn (Roswitha Willmann)
Leserbrief zum Artikel »Schulangst - und was dann«, »Erziehungskunst« 01/2008
Mit großem Interesse habe ich den Artikel über Schulangst von Bernd Kalwitz gelesen. Ich arbeite am Bernard Lievegoed Institut mit Schulkindern und ihren Eltern. Auch hier taucht das Problem Schulangst häufig auf. Ein Aspekt in der Schilderung, den ich in meiner Praxis erlebe, hat mir allerdings gefehlt. Ich stelle sehr häufig fest, dass bei vielen Kindern, die Schulangst haben, eine Schwäche des Vitalsinns vorliegt.

Kritikfähig? (Brigitte Pietschmann)
Gedanken nach der Lektüre von Rüdiger Iwans Buch »Die neue Waldorfschule« und dem Erleben verschiedener Reaktionen darauf
Einige Kapitel des Buches hatte ich gelesen, bevor es in den Buchhandlungen und dann auch schnell in den Händen etlicher Bekannter aus den Waldorfschulen auftauchte. Was Rüdiger Iwan als »Kochlöffel« bezeichnet, Situationen, die veränderungsbedürftig sind, kenne ich aus meiner Arbeit als Entwicklungsbegleiterin an etlichen Waldorfschulen. Ich bin froh darüber, dass der Autor sie nennt und beschreibt. Auf einer längeren Zugreise las ich das ganze Buch am Stück. Ich fand es spannend wie einen guten Roman - und doch: Nach einer Weile war es sehr anstrengend, all die klar, scharf und humorvoll bis bissig formulierten Urteile zu ertragen. Schließlich identifiziere ich mich in meiner Arbeit mit der Waldorfpädagogik.

Neue Bücher  (als Paket)

Chronik der ersten Waldorfschule
Dietrich Esterl: Die erste Waldorfschule Stuttgart Uhlandshöhe. 1914 bis 2004 - Daten - Dokumente - Bilder.
Rezensent: Th. Diel

Sprechen in der Schule
Christian Maurer: Sprechen in der Schule. Ein vierbändiger Leitfaden für den sprach-künstlerischen Unterricht in der Waldorfschule. Bd. 1-4. Otanes-Verlag, Berlin.
Rezensent: A. Landwehr

Erziehungspartner
Martin R. Textor (Hrsg.): Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern. Gemeinsam Verantwortung übernehmen. Herder Verlag, Freiburg.
Rezensent:  M. Ziegert

Freedom Writers
Freedom Writers - Wie eine junge Lehrerin und 150 Jugendliche sich und ihre Umwelt durch Schreiben verändert haben (Original-Tagebucheinträge) von Erin Gruwell (Autor), Die Freedom Writers (Autoren) und Zlata Filipovic (Vorwort). Autorenhaus-Verlag 2007.
Rezensent: H. Kettnaker

Vom Wesen des Geldes
Sylvia Führer: Die Münze Nuria. Froh & Frei Verlag, Holzwickede.
Rezensent:  D. Fauth

Deutsch - ein Abenteuer
Meike Bischoff: Deutsch - Ein Abenteuer. Pädagogische Forschungsstelle beim Bund der Freien Waldorfschulen, www.waldorfbuch.de
Rezensent: H. Hofrichter

Jugendromane
Rosemary Sutcliff: Bruder Staubfuß,; Scharlachrot, 249 S.; beide Verlag Freies Geistesleben.
Rezensent:  N. Hellmann

Lizzy & Big
Mireille Geus: Big. Verlag Freies Geistesleben (ab 12 Jahren).
Rezensent:  U. Schmoller

Hugo und ich
Holst Pellekaan: Hugo, mein Ferkel und ich. Verlag Urachhaus.
Rezensent:  U. Schmoller

Weltklimaspiel
Das Weltklimaspiel: »Cooling down!«
http://www.spiel-cooling-down.com/start/html/de.html
info(at)spiel-cooling-down.com
Rezensent: O. Ullrich

 

Folgen