Heft 6 Juni 2009

Inhaltsverzeichnis (als PDF zum Download)

Editorial (als PDF zum Download)

Helga Simchen
Wenn Üben und Anstrengen nicht reichen: Ursache AD(H)S?

Die Autorin, Dr. Helga Simchen, ist eine der renomiertesten ADS-Spezialistinnen in Deutschland und durch zahlreiche Buchveröffentlichungen bekannt. Sie hielt Anfang Januar diesen Jahres an der Mainzer Waldorfschule einen Vortrag zum Thema »ADS und Schule«, auf dessen Grundlage sie folgenden Beitrag für uns verfasste.
AD(H)S ist weder eine reine Verhaltensstörung, noch die Folge von Fehlerziehung. ADS mit und ohne Hyperaktivität ist die Folge einer neurobiologisch bedingten, besonderen Art der Informationsverarbeitung infolge Reizfilterschwäche und Botenstoffmangel. Es wird über mehrere Gene vererbt (bisher wurden mehr als 17 Kandidatengene gefunden), aus deren Zusammenspiel und dem Einfluss des sozialen Umfeldes auf den Entwicklungsverlauf ein sehr unterschiedliches individuelles Erscheinungsbild resultiert. Veranlagung und Umwelt beeinflussen sich gegenseitig und bestimmen somit den Schweregrad des AD(H)S. In den letzten Jahrzehnten wurden die Strukturen in der Erziehung geringer, die Reizüberflutung der Kinder nahm dafür umso stärker zu. Eine Zunahme des AD(H)S an Häufigkeit und Schwere sind die Folge.

Karl-Reinhard Kummer
Was ist Aufmerksamkeit - was, wenn sie fehlt?

Dieser Artikel versucht, etwas zum inneren Verständnis des Problems beizutragen. Er schließt an den Artikel von Helga Simchen in diesem Heft an. Bei dem Umfang des Themas kann das nur ein Anfang sein. So wäre es wünschenswert, wenn in den folgenden Nummern der »Erziehungskunst« möglichst viele Eltern und Fachleute, besonders auch Kinderpsychiater zu Thema schreiben könnten. Unser tägliches Leben verlangt Aufmerksamkeit, besonders im Straßenverkehr. Besonders elektronische Geräte, die mehr leisten als ältere mechanische, verlangen größte Aufmerksamkeit. So scheint das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, eng mit unserer Gegenwart verbunden, ein typisches Problem unserer Zeit zu sein: Denn gerade dieser permanenten Anforderung sind manche Kinder nicht gewachsen. Wenn bei einem Kind ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) oder eines mit Hyperaktivität (ADHS) festgestellt wird, suchen alle Beteiligten nach Erklärungen. Die vermuteten Ursachen sind vielfältig. Die Literatur zum AD(H)S ist inzwischen unübersehbar. Es gibt sogar Bestsellerlisten zum Thema. Meistens betrifft es Jungen.

Arne Schmidt
Aperçus zum AD(H)S aus anthroposophischer Sicht

Der Artikel von Helga Simchen gibt einen guten Überblick über den aktuellen Wissensstand zum Thema ADHS, z.B. über die Ursachen der Problematik. Auch werden ADHS-bedingte Lern-Rechtschreib- und Rechenstörungen tatsächlich oft nicht im Zusammenhang mit ADHS erkannt und dann nicht adäquat therapiert. Einige Punkte sind jedoch diskussionswürdig

Beate Naefe-Storm
Ein Autist macht Abi

Arne ist seit Beginn seiner Schulzeit Waldorfschüler. Er wird von seiner Mutter alleine großgezogen. In seinem zwölften Lebensjahr wurde bei ihm ein Asperger Autismus diag-nostiziert. Seine Behinderung ist gekoppelt mit einer großen Begabung im sprachlichen Bereich, so groß, dass man ihn als »Savant« (Inselbegabter) bezeichnen könnte. Im krassen Gegensatz dazu erschließt sich ihm die Welt der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer kaum. Er hat nahezu kein Empfinden für Zeit, Geld oder Zahlen. Arne wird trotz dieses Defizites das Abitur machen. Hier ist die Geschichte, wie dieses Wunder zustande kam.  

Beatrice Rutishauser Ramm
Friedenserziehung - eine tägliche Herausforderung

Erziehen wir unsere Kinder zur Friedensfähigkeit? Diese Frage müssen sich Eltern und Lehrer stellen, wenn sie ihre Erziehungsaufgabe in einem Zeitalter wachsender Gewalt ernst nehmen. Nach der Auffassung des Friedensforschers Hans Nicklas können »nur friedliche Mittel […] zu einem friedlichen Ziel führen. Deshalb muss Friedenserziehung gewaltfreie Prozesse fördern. Die Schüler dürfen sich nicht als fremdbestimmte Objekte von Unterrichtsveranstaltungen fühlen« (Nicklas 1985). Dieser Friedensbegriff geht weit über die bloße Abwesenheit von Gewalt hinaus. »Gewalt«, so ergänzt der norwegische Konfliktforscher Johan Galtung, »liegt dann vor, wenn Menschen so beeinflusst werden, dass ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist, als ihre potentielle Verwirklichung« (Galtung 1975).
Das heißt, Gewalt entsteht immer dann, wenn ein Mensch seine individuellen Potenziale nicht umsetzen und ausdrücken kann. Die damit verbundene Frustration wirkt sich auf die körperliche und seelische Gesundheit der Betroffenen aus.

Serie: Darwin

Affe und Mensch: Wer stammt von wem ab?
Wolfgang Schad

Darwin zögerte in seinem Hauptwerk von 1859, die Abstammung des Menschen von menschennahen Affen auszusprechen. Er fürchtete als ehemaliger Vikar der anglikanischen Kirche, zu viel öffentliche Kritik dafür einstecken zu müssen und wagte es erst zwölf Jahre später in seinem Folgewerk «The descent of man« (1871). Doch schon 1863 hatte der deutsche Zoologe Ernst Haeckel, bald als »Affenprofessor« berühmt, in seiner Rede vor der Versammlung der deutschen Ärzte und Naturforscher in Stettin aus Darwins Hauptwerk diese Konsequenz gezogen. Bei aller leiblichen Ähnlichkeit der Menschenaffen mit dem Menschen war es jedoch Haeckel völlig klar, dass keiner derselben - weder der Orang Utan, noch der Schimpanse, noch der Gorilla - unser realer Vorfahre gewesen sein könne. Deren fossile Vorfahren sind - im Gegensatz zu den inzwischen reichen Fossilfunden von Urmenschen - so selten geblieben, dass wir den vermuteten Affenvorfahren des Menschen bis heute nicht vorweisen können.

Aus der Schulbewegung  (als Paket)

Libanon: Traum-Erfüllerin
Susanne Pühler

Im Libanon, in der Nähe von Beirut, fand im April die feierliche Einweihung einer heilpädagogischen Einrichtung statt, die ohne das Engagement und den unermüdlichen Einsatz der Kinderärztin Dr. Wally Merhej nicht denkbar gewesen wäre. Sie hat sich und ihren Schützlingen mit der FISTA Riverside Campus Steiner School einen jahrelangen Traum erfüllt.

Von Monte Azul bis Salva Dor:
Waldorfpädagogik in der brasilianischen Sozialarbeit

Barbara Buddemeier

Das große Ziel in der Associação Comunitária Monte Azul São Paulo ist, die Kinder und Jugendlichen so zu erziehen, dass sie durch aktive Teilnahme an ihrem Werdegang zunehmend lernen, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, um selbst unter Armutsbedingungen ein menschenwürdiges Leben in Verantwortung für Umwelt und Gemeinschaft zu führen. Insgesamt über 1.200 Kinder und Jugendliche werden dort betreut - sei es in Krabbelstuben und Kindergärten, sei es in den schulbegleitenden Kinder- und Jugendgruppen oder in den berufsausbildenden Werkstätten.
Die Fruchtbarkeit des in Monte Azul von Anfang an verfolgten Entwicklungs- und Selbstaktivierungskonzeptes erweist sich u.a. darin, dass von den damaligen Kindern, die als erste betreut wurden, viele sich jetzt in die Vereinsarbeit einbringen, zum Beispiel als Erzieher. 60% der festen Mitarbeiter kommen aus den favelas. In den Werkstätten werden nicht nur Ausbildungsmöglichkeiten für die Heranwachsenden geschaffen. Die ganze favela profitiert von den Produkten. Wenn ich lese, dass in dem etwa 300.000 Einwohner zählenden Nachbarviertel Jardím Ângela 2001 auf je 100.000 Menschen 277 Morde kamen und dass die Mordopfer - wie oft auch die Mörder - überwiegend Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren sind, dann hat so eine Bäckerei oder Nähwerkstatt, wo die Jugendlichen in Gemeinschaft lernen, menschliche Grundbedürfnisse zu befriedigen, also dem Leben zu dienen, etwas sehr Anrührendes und ungemein Tröstliches.

Elefanten nach Zypern.
Zweitklässler schicken Friedens-Boten nach Nikosia

Kerstin Schotte-Mertens

Für die in Kinheim lebende Künstlerin Rose Marie Gnausch ist der Elefant das prägnanteste Symbol des Friedens, denn er lebt friedlich in Gemeinschaft mit unterschiedlichsten Lebensformen. Mit diesem Tier als Symbol und Leitbild rief sie die internationale Friedensaktion »Go Ganesha Go« ins Leben. Egal ob sich Erwachsene oder Kinder, Künstler oder Laien beteiligen: Jeder eingesandte Elefant nimmt an dieser Aktion teil, die ihre erste Station in Zypern hat: Auf der in den türkischen und griechischen Teil getrennten Mittelmeerinsel werden in der Hauptstadt Nikosia entlang der Grenzstraße alle gesammelten Kunstwerke zu einer Parade von unterschiedlichsten »Friedens-Elefanten« aufgestellt.

»Die Welt ist zusammen gerückt«
Olivia Girard, Holger Niederhausen, Laura Kölsch

Über 100 Menschen von anthroposophisch-pädagogischen Einrichtungen aus über 25 Ländern trafen sich vom 4. bis 9. April in Karlsruhe. Die Tagung wurde von den »Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners« für und mit Einsatzstellen des Freiwilligendienstes »weltwärts« veranstaltet.

Entwicklungsgesetze im Kindes- und Jugendalter.
Erziehungswissenschaft, Medizin und Anthroposophie im Dialog

Johannes Denger

Im Darwin-Jahr wollten Dr. Michaela Glöckler, Leiterin der Medizinischen Sektion, Christof Wiechert, Leiter der Pädagogischen Sektion, und Dr. Rüdiger Grimm, Sekretär der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie, zu einem Dialog zwischen Vertretern der Erziehungswissenschaft, der Entwicklungspsychologie, der Medizin und anthroposophischer Menschenkunde auf den verschiedenen Fachgebieten aufrufen.
Es sollen hier exemplarisch einige signifikante Inhalte dieses Dialogs zusammengefasst und zentrale Themen angeschnitten werden.

Wer stolpert, fällt nach vorn!
Akademietag in Hamburg

Natalie Koerner

Was es konkret für Lehrer und Eltern bedeutet, mit den Krisen und Nöten von Kindern und Jugendlichen umzugehen, beschäftigte die Teilnehmer des Tages der Pädagogischen Akademie am Hardenberg Institut Heidelberg, der am 28. März in der Rudolf-Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek stattfand. Olaf Koob (Mediziner), der unter anderem während seiner langjährigen Arbeit in der Heilstätte »Sieben Zwerge« (Drogenklinik) einschlägige Erfahrungen sammeln konnte, gab wertvolle Anregungen:

Vor dem freien Menschen erzittert nicht
Peter Wolsdorff

»… vor dem freien Menschen erzittert nicht!« - unter diesem Motto versammelte das »Institut neue Impulse durch Kunst und Pädagogik« auch in diesem Jahr Schüler aus dem In- und Ausland zur Präsentation selbst erarbeiteter Theaterprojekte. Im Zentrum stand dabei die Auseinandersetzung mit Schillers Schrift »Über die ästhetische Erziehung des Menschen«. Ziel der »Schiller-Gespräche« ist neben der Einführung in Schillers Philosophie vor allem die künstlerische Auseinandersetzung mit ihr, die Aktivierung und Förderung des - im normalen Unterricht weitestgehend vernachlässigten - kreativen Potenzials der Schüler.
Die 13. Internationalen Schiller-Gespräche begannen mit einer Eröffnungsveranstaltung im Kulturzentrum Perchtoldsdorf, zu der sich Teilnehmer aus Österreich, aber auch Italien, Ungarn und Polen eingefunden hatten: 176 Schüler mit ihren Lehrkräften. An den beiden Folgetagen hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, die von ihnen erarbeiteten Stücke zur Aufführung zu bringen. Eine Fachjury nahm anschließend die Bewertung vor. Die Gelegenheit zu Gesprächen wurde von den Schülern nicht nur gerne angenommen, sondern auch zur Verabredung gemeinsamer grenzüberschreitender, künstlerischer Zusammenarbeit genutzt.

Olivenernte mit Bilddenkern
Johannes Harslem, Michael Harslem, Rüdiger Horstmann

Das kleine »Lernforschungsprojekt mit Bilddenkern« am Gaisberg in Salzburg arbeitet nun schon im dritten Jahr (siehe »Erziehungskunst« 4/2008). Es hat sich weiterentwickelt. Seit September 2008 gibt es eine Spielgruppe mit sechs Kindern, eine Primarstufe mit im Moment noch drei Kindern (Klassen 1-3) und die Sekundarstufe mit noch sieben Kindern (2 Mädchen und 5 Jungen der Klassenstufen 5-8). Ende Januar 2009 wurde mit den Kindern der Sekundarstufe ein Praxis-Lern-Projekt in Spanien durchgeführt. Vom Spanischlernen über die Beschäftigung mit verschiedenen Themen (Oliven, Esel, Ölgewinnung, Islam, Al Hambra …) bis hin zur Projekt- und Reiseplanung haben sich die Kinder mit ihren drei Lernbegleitern über viele Wochen hin darauf vorbereitet.

Einer von 20.000.
Schüler unterstützen leukämie-kranken Ehemaligen

Marc Hubert Schwizler

Im Mai letzten Jahres erkrankte einer unserer ehemaligen Schüler, der kurz zuvor das Abitur abgelegt hatte, an Leukämie. Er musste sich einer Chemotherapie unterziehen, die inzwischen Wirkung zu zeigen scheint. Es ist aber wohl noch zu früh, um von einer erfolgreichen Behandlung oder gar Heilung sprechen zu können. Sollte ein Rückfall auftreten, so wäre auch Jonas auf eine Knochenmark- bzw. Stammzellenspende angewiesen.

Master an Alanus.
Studiengang mit Schwerpunkt empirische Forschung

Jürgen Peters

Wie? Noch einmal studieren? Nach beinah 20 Jahren Tätigkeit als Waldorflehrer? Wie soll ich das denn neben meinem ohnehin schon übervollen Arbeitspensum schaffen? Drei Jahre lang! Und wozu? Nur für einen Schein? Um doch noch eine Promotion zu machen? Ja, geht das denn?
Solche und ähnliche Gedanken stiegen in mir auf, nachdem ich zum ersten Mal von dieser neuen Qualifizierungsmöglichkeit für tätige Pädagogen hörte. Trotzdem sagte ich mir: Anschauen kannst Du es ja einmal …

Nähe und Distanz.
Treffen der anthroposophischen Öffentlichkeitsarbeiter und Redakteure
Wolfgang Held

Zwei Mal im Jahr treffen sich die anthroposophisch orientierten Öffentlichkeitsbeauftragten und Redakteure. Erstmals fand das Treffen der 30 medial engagierten Fachleute am Goetheanum statt. Jedes Mal ist die Gruppe etwas größer. Nachdem vor einigen Jahren die größeren anthroposophischen Institutionen und Verbände Stellen für Öffentlichkeitsarbeit geschaffen haben, geben nun immer mehr Waldorfschulen dieser Aufgabe auch personell Gewicht.

Rumänien: Europa-Konferenz in Temeschwar
Norbert Handwerk

Zur Frühjahrskonferenz der europäischen Waldorfschulen vom 8. bis 10. Mai hatte diesmal die rumänische Föderation in die Schule nach Temeschwar eingeladen. Als neues Mitglied in der Europäischen Union war es für die Rumänen von besonderer Bedeutung, gerade am Europatag Gastgeber für eine Europäische Vereinigung sein zu können.
Bevor die Konferenz des »European Council for Steiner Waldorf Education« (ECSWE) begann, veranstaltete das European Council in Kooperation mit der Stadt Temeschwar sowie verschiedenen örtlichen und europäischen Organisationen eine Tagung zur »Sozialen und emotionalen Erziehung: Kunst als Grundlage einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung in der Kindheit«. Die von der EU im Rahmen des Monnet-Programms geförderte internationale Tagung mit über achtzig Teilnehmern fand in den Räumen der städtischen Philharmonie statt, so dass die Klänge der dort übenden Musiker die Vorträge unfreiwillig, doch durchaus zum Thema passend künstlerisch untermalten.

Wer zählt zu den Waldorfschulen?
Norbert Handwerk

Irgendwie war es uns in Hessen etwas peinlich, dass es wieder einmal »der Staat« war, der uns auf eine Bewusstseinslücke aufmerksam machte: Als die hessischen Waldorfschulen 2001 erreichten, dass das Land Hessen die Sondermittel aus seinem IT-Förderprogramm »Schule(at)Zukunft« auch an die freien Schulträger zahlte, wurde deutlich, dass das Kultusministerium nicht nach Schulformen unterschied. Aus seiner Sicht zählten auch die »heilpädagogischen Schulen auf anthroposophischer Grundlage« zu den Waldorfschulen. In der Folge führte dies dazu, dass die heilpädagogischen Schulen Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft wurden und sich in Hessen seit 2008 auch als »Waldorf-Förderschulen« bezeichnen.

Zeichen der Zeit  

Ichlose Zukunft? Bericht über Vorbereitungstagung zu einem internationalen »Jahrzehnt des Bewussteins«
Roland Benedikter / James Giordano / James Olds

Vom 12.-15. Januar 2009 fand in Albuquerque, New Mexico, USA, die vierte Vorbereitungstagung zu einem »Jahrzehnt des Bewusstseins« (Decade of the Mind) statt. Dieses soll von 2010-2020 unter Schirmherrschaft der neuen US-Regierung in Kooperation mit der UNESCO die internationale Forschung zum menschlichen Bewusstsein bündeln, koordinieren und ausrichten. Dabei steht nichts weniger als das Selbstbild und die Zukunft des menschlichen Ich als Ganzes zur Disposition.

Im Gespräch  (als Paket)

Bildungsvorsprung durch Frühförderung? Zeitströmungen
Daniele Reihwald

Es gibt viel zu lesen, zu sehen und zu hören zu den Fragen »Wie verschaffe ich meinem Kind bestmögliche und frühestmögliche Förderung?«, »Wie sorge ich für optimale Ausbildung?«, »Wie kann ich meinem Kind im wirtschaftlichen Abschwung und sinkendem Bildungsstandard bei Jugendlichen eine gute Basis für das Leben bieten?«
Mit der Feststellung, dass wir Deutschen im internationalen Bildungsvergleich nur im unteren Drittel anzusiedeln sind, hat die europäische Schulvergleichs-Studie PISA für bildungspolitischen Aufruhr gesorgt, und es wurde auf verschiedenen Ebenen schulpolitisch etwas in Bewegung gebracht.

Lesen - , die schönste Droge der Welt
Ulrike Schmoller

Günter Kollert stellt in seinem Artikel in der »Erziehungskunst« (Heft 4/2009) die Frage, warum besonders die fantastische Unterhaltungsliteratur so eine magische Anziehungskraft auf Heranwachsende ausübt. Er ruft dazu auf, die »Lesewut« der Heranwachsenden umzuleiten, da diese zu Weltflucht und Eskapismus verleite. Diese Diskussion über die Lesesucht, die er da anstößt, gehört kulturhistorisch ins späte 18. Jahrhundert, als, unter anderem durch die Rezeption des Werther ausgelöst, das exzessive Lesen von Romanen verurteilt wurde. Besonders Frauen sah man gefährdet, durch Lektüre den Bezug zur Realität zu verlieren und im Genuss des Trivialen auch das Denken zu vernachlässigen.

Neue Bücher  (als Paket)

Autonom lernen
Andreas Neider: Autonom lernen - intuitiv verstehen. Grundlagen kindlicher Entwicklung. 256 S., brosch. EUR 18,90. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2008
Rezensent: Michael Birnthaler

Farbenrätsel
Günter Kollert: Weimar - Cambridge und zurück. Goethe, Wittgenstein und die Welt der Farben. 132 S. mit farb. Abb., brosch. EUR 19,80. Verlag Johannes M. Mayer, Stuttgart 2008
Rezensentin: Margarete Bruns

Johannes im Bild
Wilfried Ogilvie: Bildmappe zum Johannes-evangelium. Übersetzung von Emil Bock. 26 S., EUR 32, - . Verlag Urachhaus, Stuttgart 2008
Rezensent: Hermann Bauer

Gold - verdaut
Dietrich Spitta: Goethes Einweihung und sein Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie. 383 S., geb. EUR 24,90. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2008
Rezensent: Thomas Brunner

Hunger - Wahnsinn
Flensburger Hefte 100: Dein Hunger ist mein Hunger. 208 S., 77 s/w-Abb., kart. EUR 16, - . Flensburger Hefte Verlag, Flensburg 2008
Rezensent: Peter-Wolfgang Maurer

Leben zwischen Ost und West
Elisabeth Göbel: Auf der Suche nach Mitteleuropa: Eine Lebensreise zwischen West und Ost im 20. Jahrhundert. 222 S., geb. EUR 19,90. Verlag Freies Geistes-leben, Stuttgart 2008
Rezensent: Johannes Roth

Des Lebens Fluss
Christian Signol: Der Fluss der Hoffnung. Die Saga von den letzten Schiffern der Dordogne. Aus dem Französischen von Corinna Tramm. 376 S., geb. mit Übersichtskarte, EUR 18,90. Verlag Urachhaus, Stuttgart 2008
Rezensentin: Maja Rehbein

Schöpfung aus dem Nichts
Jean-Claude Lin (Hrsg.): Rudolf Steiner: Schöpfen aus dem Nichts. Wahrheit, Schönheit, Güte. 112 S., kart. EUR 12,90. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2008
Rezensent: Michael Birnthaler

Kotzmotz
Brigitte Werner: Kotzmotz der Zauberer. 107 S. mit farb. Illustr. von Birte Müller, geb. EUR 14,90. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2008
Rezensent: Bernard Mrohs

Fluch des Diamanten
Iain Lawrence: Tom Tin und der Fluch des Diamanten. 269 S., geb. EUR 16,90. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2008
Rezensentin: Christina Meinecke-Bürger

 

 

Folgen