Rotsüßes Ketchup und goldgelbe Kügelchen

Von Marianne von Salis, April 2010

Der Appetithemmer ist eigentlich ein Marmeladenglas. Einträchtig steht es neben einer vollen Ketchup-Flasche, der Phantomgerüche von Pommes und Grillwurst entströmen. Dagegen ist das Marmeladenglas die pure ernährungsphysiologische Unschuld. Oder doch nicht? Hier der Bericht über eine Projektwoche zu Ernährung und Gesundheit mit der 7. Klasse in der Waldorfschule Ostholstein, die in Zusammenarbeit mit »gesundheit aktiv« stattfand.

Kochen schult Verstand und bildet Gemeinschaft

50 reinweiße Zuckerwürfel stapeln sich bis unter den Deckel. Das ist exakt die Zuckermenge, die sich auch in einer Ketchup-Flasche befindet. Der anschauliche Hinweis provoziert Übelkeit, zumal es morgens kurz vor acht ist und die Siebtklässler jetzt eigentlich noch nicht so gern an gewisse Lieblingsspeisen denken. Die Auseinandersetzung mit den bizarren Erfindungen der Nahrungsmittelindustrie gehört zu einem einwöchigen Schulprojekt. Im Mittelpunkt steht eine aktuelle Fragestellung: »Gesund ins Leben – Wie können Bewegung und Ernährung helfen?«. Hinter diesem Projekt steht der Verein »gesundheit aktiv«, der eine bundesweite Veranstaltungsreihe rund um das Thema Ernährung ausrichtet.

Vor der Pubertät haben Kinder ein instinktives Empfinden für das, was gesund ist

Katharina Grieger ist seit 18 Jahren Hauswirtschaftslehrerin an der Waldorfschule in Essen. Aus Sympathie für diese Aktion hat sie ihren Arbeitsplatz vorübergehend nach Lensahn verlegt. In dem kleinen Schuldorf mit seinen vielen kleinen Klassen- und Fachraumhäusern gibt es bislang zwar keinen regulären Kochunterricht, aber eine professionell eingerichtete Schulküche und ein experimentierfreudiges Kollegium. Das sind günstige Voraussetzungen, um den Kindern zu zeigen, was gesunde Ernährung sein kann. Denn »vor der Pubertät haben die Jugendlichen ein instinktives Empfinden für das, was gesund ist«, so Hans-Jürgen Schumacher von »gesundheit-aktiv«. Und Katharina Grieger ergänzt: »Die Phänomene müssen nur direkt wahrnehmbar und nachvollziehbar sein«.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Erziehungskunst vom April 2010.

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