Wie gründen wir einen Saftladen?

Von Ernst Rose, Januar 2010

Ein Schulprojekt der 6. Klasse an der Freien Waldorfschule Graz

Traubenernte im Schulgarten

»Nun kommt der große Augenblick! Die Presse steht bereit, das Presstuch liegt darin, eine große Aluminiumwanne wartet, den heißen Saft aufzufangen. Am Nebentisch stehen gewaschene Flaschen, Trichter und Krüge bereit. Zwei starke Männer kommen mit dem Riesentopf und einem gewaltigen Schöpflöffel aus der Küche und bahnen sich den Weg durch die Schülerschar. Natürlich will jeder der Erste sein beim Hineinschöpfen des heißen, duftenden Traubenmatsches. Ist die Presse zu zwei Drittel voll, wird das Presstuch darüber geschlagen, die Holzklötze darauf gestapelt, dann kommen endlich die Kinder zum Einsatz. Der aufgefangene Saft wird dann vorsichtig in die Flaschen gefüllt …« (Aus dem Bericht der Gartenbaulehrerin Regina Schopp

Kann denn Wirtschaft Sünde sein?

Im Zeitalter der Finanzkrise hat die Vokabel »Wirtschaft« einen bitteren Beigeschmack, weil Egoismus und Spekulation das Bild verzerren. Sollte die Wirtschaft nicht dafür da sein, die Bedürfnisse unserer Mitmenschen zu befriedigen? Doch wie kann man in der Schule diesen Gedanken verstehbar und erlebbar machen? Konkrete Arbeits- und Wirtschaftsvorgänge müssen geschaffen werden, denn die klassische (theoretische) Wirtschaftskunde greift hier viel zu kurz. Deshalb hat die 6. Klasse zusammen mit ihren Lehrerinnen (und Unterstützung des Konzeptkreises der Grazer Waldorfschule) eine Schülerfirma gegründet, die Obstsaft herstellt und vermarktet. Das Neue an diesem Projekt ist die Zusammenarbeit von bereits bestehenden Unterrichtsbereichen (Gartenbau- und Epochen­unterricht). Es wurde vom Bundes­­ministerium für Kunst und Unterricht unterstützt, weitere auf höheren Klassenstufen sollen folgen (zum Beispiel Wahlpflichtpraktika für die 7. Klasse in Wirtschaftsbetrieben). Ziel des Obstsaft-Projektes war es, auf spielerische Weise Querverbindungen zwischen den Fächern Gartenbau, Rechnen und Deutsch herzustellen.

Von der Ernte bis zum Verkauf – alles in Kinderhand

Für die wissenschaftliche Begleitung war Karl Garnitschnig von der Uni Wien und der Donau-Universität Krems verantwortlich. Das Projekt begann im Gartenbauunterricht mit der Ernte der Äpfel und Weintrauben im Schulgarten. Die Schüler mussten Obst waschen, zerkleinern, pressen, Saft sterilisieren, Flaschen vorbereiten und abfüllen, schließlich etikettieren. Der Gartenbauunterricht wurde in einer Doppelstunde pro Woche erteilt und die Klasse in zwei Gruppen von etwa 14 Schülern halbiert.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Printausgabe des Heftes 01 / 2010.

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