Bewegtes Konzept

Von Beate und Peter Benkhofer, Mai 2018

In den letzten zehn bis zwanzig Jahren sind bei immer mehr Kindern Defizite hinsichtlich der Aufmerksamkeit, der Sozial- und Beziehungsfähigkeit sowie der Selbstständigkeit aufgetreten.

Wolfgang-M. Auer geht in diesem Zusammenhang mit anschaulichen Beispielen darauf ein, wie sich die Selbstständigkeit, Sozialfähigkeit und das Zeitgefühls entwickeln und wendet das dann auf das Konzept der ersten und zweiten Klasse des Bochumer Modells an. Hier findet jeder, der auf der Suche nach praktischen Beispielen ist, eine reiche Auswahl.

Um die Jahrtausendwende herum durften wir erleben, wie bahnbrechend und allseits dienlich das Bochumer Modell mit dem bewegten Klassenzimmer wirkte, das Auer mit vielen Mitstreitern initiierte. Sie verstanden es, die Notwendigkeiten für eine zeitgemäße Waldorfschule im Sinne der Kinder auf die Erde zu bringen und diese so zu vermitteln, dass der Impuls vielerorts begeistert aufgegriffen wurde. Immer wieder bewegte die Pioniere die Frage, wie die ursprüngliche Qualität dieser Erneuerung zu bewahren sei. Es gab Fortbildungen und Auswertungen, um fruchtbar im Austausch zu bleiben. Nun ist dieses Buch erschienen, und wir freuen uns sehr darüber, dass das Bochumer Modell von dessen Erfinder selbst erläutert wird und er Vorschläge macht, wie es Klassen- und Fachlehrer umsetzen können.

In der Rudolf-Steiner-Schule Hamburg-Bergstedt, in der wir als Klassenlehrer tätig waren, wurden die Inhalte des Bochumer Modells als »Schule 2000« mit eigenen Ausprägungen in das Schulprofil übernommen. Seitdem gehört das bewegte Klassenzimmer zum bewährten Konzept.

Wolfgang-M. Auer: Das Bochumer Modell des Bewegten Klassenzimmers. Innovation in der Waldorfschule, Hardcover, 144 S., EUR 16,–, edition waldorf, Stuttgart 2017

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