Blick über den Tellerrand

Von Dagmar Figura, Oktober 2011

Berufsorientierung in Bremen

Die Berufsorientierung ist eine Orientierung fürs Leben. Eine Projektgruppe der Waldorfschule Touler Straße in Bremen hat sich zum Ziel gesetzt, die Berufsorientierung als Angebot für die Weiterentwicklung der Persönlichkeit zu begreifen. Sie bietet Projekttage und einen Berufemarkt an, der von Eltern als Experten in ihrem Beruf gestaltet wird. Zudem begleitet die Projektgruppe Schüler im Praktikum.

Darüber hinaus steht sie in engem Kontakt mit der Lehrerschaft und berät sich über den Stand der unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler – eine ungewöhnliche Perspektive für diese.

Konkret heißt das:

  • Brücken bauen zwischen persönlichen Interessen und beruf­licher Welt
  • Bewerbungstraining und Praktikumsreflexion als Angebot der Schule
  • Motivation von Schülern zu stärkerem Austausch untereinander
  • Informationsbörse zum Thema: Schule – was dann?
  • Eltern zeigen sich als Experten in ihrem Beruf
  • Kontakt zu Ehemaligen herstellen.

In den Projekttagen gehen die Schüler in Kleingruppen auf Tuchfühlung mit ihren eigenen Interessensgebieten. Über eine Collagenarbeit entdecken die Schüler Verbindungen zwischen sich selbst, ihrem Interesse und beruflichen Ideen. In Gruppenprozessen und Bewerbungstrainings erleben und erkennen sie ihre Positionen. Mehrere Informationsbörsen präsentieren  Angebote nach dem Schulabschluss – von Auslandsaufent­halten über Ausbildungen bis hin zu Studiengängen.

Die Praktikanten zeigen sich hoch motiviert, wenn sie mit der »echten« Berufswelt in Berührung kommen, wenn »echte« Betriebe, den Zeugnisentwurf nutzend, die Potenziale der Schüler sichtbar machen. Die Spannung zwischen persönlichen und beruflichen Zielen weckt ungeahnte Ressourcen in den jungen Menschen und bietet Möglichkeiten, inne zu halten und zu reflektieren.

Es liegt an uns als Lehrer und Eltern, die Begeisterung des Jugendlichen fürs Leben zu stützen. – Es liegt an uns, Zukunft optimistisch zu beschreiben und ihre Veränderung zuzulassen. – Es liegt an uns, Raum und Möglichkeiten zu bieten, damit Jugendliche Brücken zwischen sich und der Welt bauen können.

Zur Autorin: Dagmar Figura ist Berufsberaterin für Schüler und Erwachsene und leitet eine Praxis für Familiencoaching: www.beratung-andiamo.de

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