COVID 19 Impffragen Literaturübersicht

Von Georg Soldner, Januar 2021

Für die Überwindung der COVID-19-Pandemie ist die Impffrage von wesentlicher Bedeutung. Es ist als außergewöhnliche Leistung zu würdigen, dass es gelungen ist, in sehr kurzer Zeit eine beeindruckende Vielfalt von COVID-19-Impfstoffen zu entwickeln. Für Kinder sind die neu entwickelten COVID-19-Impfstoffe bisher nicht untersucht worden.

Für eine Impfempfehlung im Kindesalter besteht derzeit keine Grundlage. Inwieweit die aktuellen Impfstoffe die Weitergabe des Virus verhindern und eine sog. »Herdenimmunität« erzeugen können, ist offen. Diese Frage ist im Kindes- und Jugendalter zentral, da das SARS-CoV-2-Virus die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nur in geringem Maß gefährdet und die Frage im Vordergrund steht, inwieweit Kinder und Jugendliche Erwachsene insbesondere der sog. Risikogruppen gefährden. Ebenfalls noch nicht beantwortet – das ist in der Kürze der Zeit auch nicht anders möglich –, sind die Fragen nach

  • Umfang und Dauer des Impfschutzes in den verschiedenen Altersgruppen
  • in welchem Maß schwer und tödlich verlaufender COVID-19-Erkrankungen verhindert werden
  • wie häufig seltene und sehr seltene schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten
  • ob und welche »unspezifischen« Effekte die Impfstoffe bei Geimpften haben.

Darunter versteht man insbesondere Auswirkungen auf das Immunsystem, die z. B. seine Abwehrleistungen gegenüber anderen Krankheitserregern betreffen. Schließlich ist es derzeit noch nicht möglich, die verschiedenen Impfstoffe und Impfstofftypen hinsichtlich Wirksamkeit und Risiken vergleichend zu bewerten. Es wird jetzt darauf ankommen, Geimpfte möglichst im Vergleich zu den nicht oder noch nicht Geimpften sorgfältig zu beobachten, um die noch offenen Fragen zu den verschiedenen COVID-19-Impfstoffen zu beantworten. In dieser kurzen Übersicht stellen wir auf Bitten der Redaktion ausgewählte wissenschaftliche Quellen zur Impffrage vor. Die Fachzeitschrift »Der Merkurstab« publiziert im Januar 2021 einen umfangreichen wissenschaftlichen Artikel zu Impffragen im Zusammenhang mit COVID 19 – Impfstoffen unter https://www.anthromedics.org/PRA-0971-DE von Prof. David Martin und Georg Soldner, der den Stand des Wissens zum Jahreswechsel 2020/21 zusammenfasst. Auf der Arbeit zu diesem Artikel basiert die nachfolgende Literaturübersicht.

Eine aktuelle Übersicht zu COVID-19-Impffragen aus wissenschaftlicher Sicht seitens des Robert-Koch-Instituts (RKI) findet sich unter https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/COVID-19/COVID-19.html. Eine ebenfalls wissenschaftlich orientierte und nachvollziehbar quellenbasierte, primär kritisch orientierte Übersicht – sozusagen die »Gegenerzählung« zum RKI – findet sich auf der Internetseite von Dr. Steffen Rabe unter https://www.impf-info.de/82-coronoia/314-coronoia.html.

Zu den einzelnen Impfstoffen und Impfstofftypen:

Zum deutsch-amerikanischen mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer, an dessen Phase-III-Studie 43.998 Teilnehmer eingeschlossen waren, veröffentlichte der Hersteller seine Daten als Pressemitteilung https://www.pfizer.com/news/press-release/press-release-detail/pfizer-and-biontech-conclude-phase-3-study-covid-19-vaccine. Eine wissenschaftliche Publikation dazu findet sich unter https://doi.org/10.1056/NEJMoa2034577. Eine wichtige unabhängige Stimme im »Main Stream« der Medizin zu neuen Arzneimitteln und Impfstoffen bietet das von Werbung freie »Arzneimitteltelegramm«, das allgemein zu COVID-19-Impfungen eine Übersicht https://www.arznei-telegramm.de/html/ 2020_12/2012089_02.html und zu dem Biontech/Pfizer-Impfstoff eine Einschätzung (ebenfalls offen zugänglich) publiziert hat: https://www.arznei-telegramm.de/html/2020_12/2012092_01.html.

Zum amerikanischen mRNA-Impfstoff von Moderna, an dessen Phase-III-Studie 30.000 Teilnehmer eingeschlossen waren, vgl. https://investors.modernatx.com/news-releases/news-release-details/moderna-announces-primary-efficacy-analysis-phase-3-cove-study/.

Eine allgemeinverständliche und auch kritische Darstellung zu den neuartigen mRNA- und Vektorimpfstoffen findet sich auf der Website von Dr. Steffen Rabe: https://impf-info.de/pdfs/mRNA_VV_Impfstoffe_
201202.pdf
.

Zum britischen »Vektor«-Impfstoff von AstraZeneca, an dessen Phase-III-Studien mehr als 23.000 Teilnehmer eingeschlossen und 11.636 in die Zwischenauswertung einbezogen wurden, vgl. https://www.astrazeneca.com/media-centre/press-releases/2020/azd1222hlr.html sowie als wissenschaftliche Publikation doi.org/10.1016/S0140-6736(20)32661-1.

Ein hochrangiger kritischer Kommentar zu den Publikationen dieser ersten in Europa verfügbaren Impfstoffe stammt von Peter Doshi:

https://blogs.bmj.com/bmj/2020/11/26/peter-doshi-pfizer-and-modernas-95-effective-vaccines-lets-be-cautious-and-first-see-the-full-data/.

Zu dem auf konventioneller Technik beruhenden chinesischen Impfstoff der Firma Sinopharm existiert eine kurze chinesische Publikation http://www.bjbpi.com/news_list.asp?id=787, die der Google Translator ins Deutsche übersetzt. Zu dem russischen »Vektor«-Impfstoff existiert noch keine abgeschlossene sog. »Phase-III«-Zulassungsstudie, die mit den genannten Daten vergleichbar wäre.

Zum Thema der COVID-19-Impfpflicht ist derzeit die wichtigste Quelle das gemeinsame Positionspapier der Ständigen Impfkommission STIKO, der deutschen Akademie für Wissenschaft Leopoldina und des Deutschen Ethikrates, nachzulesen unter https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ ImpfungenAZ/COVID-19/Positionspapier.html.

Vielfach wird nach wissenschaftlicher Literatur zum Thema Kinder und COVID-19 gefragt. Eine Arbeit aus der amerikanischen Fachzeitschrift »Pediatrics« trägt den Titel »The child is not to blame« und ist unter https://doi.org/10.1542/peds.2020-004879 zugänglich. Eine schottische Studie zeigt an 300.000 Erwachsenen, dass Kinder im Haushalt das Infektionsrisiko der Erwachsenen senken (!): Wood R., Thomson E.C., Galbraith R., et al.: Sharing a household with children and risk of COVID-19: A study of over 300,000 adults living in healthcare worker households in Scotland. medRxiv preprint 2020. DOI: https://doi.org/10.1101/2020.09.21.20196428. Eine wissenschaftliche Studie zur Rolle von Schulöffnungen zur COVID-19-Pandemie in Deutschland ist unter http://ftp.iza.org/dp13790 nachzulesen.

Zum Autor: Georg Soldner ist Kinder- und Jugendarzt, stellvertretender Leiter der Medizinischen Sektion am Goetheanum, Dornach/Schweiz und Leiter der Akademie Anthroposophische Medizin in der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland GAÄD

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