Der geistige Kern der Waldorfschule

Von Johannes Roth, Februar 2010

Nach der Gründung der ersten Waldorfschule 1919 in Stuttgart war die Skepsis groß, ob es angesichts zunehmender staatlicher Vorgaben und Einschränkungen überhaupt möglich sei, dass auch nur eine einzige weitere Waldorfschule hinzukommt. Deshalb kann man nur darüber staunen, dass es heute allein in Deutschland über 200 davon gibt! Doch macht es vielen Verantwortlichen seit Jahrzehnten Sorgen, dass mit der Zahl der Neugründungen keine entsprechende Anzahl ausgebildeter Waldorflehrer einhergeht.

Peter Selg hatte im Januar 2009 in Lübeck einen Vortrag mit dem Titel »Die heilenden Impulse der Waldorfpädagogik« gehalten, der nun mit leicht verändertem Titel in Buchform vorliegt. Darin wird eine knappe, aber klare und gediegene Grundlegung des Besonderen und Originären der Waldorfpädagogik gegeben.

Er zeigt auf, wie notwendig es ist, das Bildungs- und Erziehungswesen aus einem Menschen- und Weltbild zu gestalten, welches nicht aus dem allgegenwärtigen »Paradigma eines technologischen Materialismus« hervorgeht. Und er betont, ohne den Bezug zur Gegenwart zu verlieren, wie dringend es ist, dass sich Lehrer und Eltern wieder energisch auf den »geistigen Kern« dieser Pädagogik besinnen. – Das Büchlein ist eine Kostbarkeit ersten Ranges.

Peter Selg: Der geistige Kern der Waldorfschule. 67 S., kart. EUR 12,–. Verlag Ita Wegman Institut, Arlesheim 2009

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