Natürliche und künstliche Intelligenz

Von Angelika Lonnemann, Mai 2023

Ich habe es einfach mal ausprobiert. Ich habe mir einen Account bei open.ai erstellt und einige Klicks später befand ich mich im Dialog mit ChatGPT, jener künstlichen Intelligenz (KI), die Hausaufgaben machen kann und Abiturprüfungen besteht.

Ich war verblüfft, fasziniert und amüsiert über die Ergebnisse. Da gab es mal zu hundert Prozent richtige Informationen in kürzeren, ein bisschen oberflächlichen Texten («Schreibe einen Artikel über die Waldorfschule Augsburg»), teilweise aber auch zu hundert Prozent absoluten Nonsens, aber richtig formuliert und glaubwürdig klingend («Schreibe einen Artikel über Angelika Lonnemann»).

Viele Schüler:innen sind uns weit voraus, was die Nutzung von KI angeht. Manche haben über ihre Eltern Zugang zu kostenpflichtigen KI-Angeboten, andere nutzen die (derzeit noch) kostenlosen Möglichkeiten von open.ai. Ein Verbot, KI zu nutzen, ist sicher nicht durchsetzbar. Deswegen müssen wir uns überlegen, wie man in der Schule und zuhause auf gute Weise mit der KI arbeiten kann, zum Beispiel indem man sie als Inspirationsmaschine nutzt. Robert Neumann, Dozent für Medienpädagogik an der Freien Hochschule Stuttgart, gibt für den richtigen Umgang mit der KI Tipps. In Düsseldorf hat das Kollegium der Rudolf Steiner Schule mit Neumanns Kollegen Franz Glaw einen Workshop abgehalten, davon berichten zwei Lehrerinnen.

Daniela von Pfuhlstein hat recherchiert, welche Schulsoftware an den deutschen Waldorfschulen eingesetzt wird und lässt viele Nutzer:innen zu Wort kommen. Martyn Rawson und Kath Bransby berichten anhand des Beispiels der britischen Waldorfschulen, wie man Waldorf-Lehrpläne in eine klug konzipierte Datenbank integrieren kann und welchen Nutzen das für die Lehrer:innen haben kann. Pietro Gioioso, ein Waldorfschüler aus Florenz, hat eine App entwickelt, die uns alle weltweit vernetzen kann

Außerdem erzählt in diesem Heft eine Heileurythmistin von ihrer Arbeit, wir porträtieren den algerischen Marketingspezialisten Lyes Bouldjediane aus Paris, den die Liebe nach Leipzig führte und der jetzt als Schulkoch arbeitet und wir verabschieden einen Kollegen aus der Redaktion.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und einen motivierten Mai!

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