Schritte zur Inklusion – Sieben Thesen

Von Norbert Handwerk, April 2010

Das EU-Konventionsgebot zur Inklusion stellt das deutsche Schulsystem vor neue Herausforderungen. Darum sind auch die Waldorfschulen trotz ihres integrativen pädagogischen Ansatzes nicht ausgenommen.

Heft 11 / 2009 Inklusion

Norbert Handwerk, Geschäftsführer der hessischen Arbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen, formuliert sieben Thesen, wie Inklusion gelingen kann.

- Waldorfschulen und Waldorfförderschulen kooperieren im Unterrichtsalltag (lokale oder regionale Vernetzung); sie ermöglichen Begegnungen bei Veranstaltungen (Feste, Ausflüge, Klassenfahrten) und durch gemeinsame Unterrichtsprojekte.
- Alle Waldorfschulen verstärken ihr hauseigenes, kostenloses Förder- und Therapie-angebot. Sie verfügen über zusätzliche besondere Förder- oder Therapieräume.
- Waldorfschulen schulen alle Klassenlehrer und -betreuer in Diagnosefähigkeit. Das gesamte Kollegium bildet sich regelmäßig in Heilpädagogik fort.
- Waldorfschulen weisen den besonderen Förderbedarf einzelner Schüler aus (staatl. Anerkennung), erarbeiten einen individuellen Förderplan und erfüllen mindestens die Förderbedingungen für Integrationsschüler. Für die gemeinsame Unterrichtung haben sie zusätzliche Integrationshelfer (Heilpädagogen) in den Klassen/ Gruppen mit Integrationskindern.
- Die Landesarbeitsgemeinschaften der Waldorfschulen und der Waldorfförderschulen bauen gemeinsam regionale Waldorf-Förderzentren auf, von denen aus eine anthroposophisch fundierte, waldorfpädagogische Förderung unterstützt wird durch Diagnose und Beratung für Eltern und Lehrer, durch Vermittlung von Heilpädagogen zur Unterstützung von Integrationsschülern, zur Koordinierung der Förder- und Therapiemaßnahmen für einzelne Schüler, zur Fortbildung von Lehrern sowie zur Kooperation mit therapeutischen Einrichtungen und Behörden.
- Waldorfpädagogisch arbeitende heilpädagogische Schulen werden gleichberechtigte Mitglieder im Bund der Freien Waldorfschulen und seinen Landesarbeitsgemeinschaften (Doppelmitgliedschaft).
- Waldorfschulen und Waldorfförderschulen planen mittelfristig die Aufhebung der räumlichen und organisatorischen Trennung. Sie streben eine gemeinsame Schulträgerschaft an. Der Trägerverein soll die unterschiedlichen Schulzweige möglichst auf einem gemeinsamen Schulgelände betreiben.

Hinweis: Zur Inklusion siehe das Heft 11 / 2009, mit dem Schwerpunkt Inklusion, zugänglich auch im Internet.

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