Hoffnung für die Ärmsten

Von Thomas Wildgruber, Januar 2015

Sie erzählen von ihrem Leben, von ihrer Angst, von der Hoffnungslosigkeit, von Gewalt und Armut, von Drogen und von der Zukunftslosigkeit, die jeden bedrückt, der in die Elendsviertel von Kolumbiens Hauptstadt Bogotá gerät.

In dem umfangreichen und anschaulich bebilderten Buch über die »Corporación Educativa Social« (CES) erzählen Kinder, Pädagogen und Besucher aber auch von den kleinen Lichtmomenten, vom Vertrauen und von den Hoffnungskeimen und der Zukunft.

Initiiert wurde die Corporación vom Herausgeber der Dokumentation, Helmut von Loebell. Seit 1962 arbeitet er erfolgreich als Unternehmer in Kolumbien. 1990 schritt er zur Tat, zusammen mit seiner Frau Marilly und Maria Antonia Zarate, Dozentin für Pädagogik und Menschenrechte in Bogotá. Sie gaben Straßenkindern ein Zuhause und entwickelten in den folgenden 20 Jahren die bis heute erfolgreiche Einrichtung. Die Kunst, im Schaffen von Schönheit sich selbst tätig zu erleben, sei das Herzstück ihrer pädagogischen Arbeit, berichten die Erzieher – zu sehen bei der Vorstellung des Buches in Salzburg im Mai in einer dramatischen und fröhlichen, von temperamentvoller lateinamerikanischer Musik begleiteten Aufführung des Theaterstücks »De donde vengo yo« (»Wo ich herkomme«. Siehe »Hilfe für die ganz unten«, Erziehungskunst, September 2013). Die Tour führte sie auch durch Deutschland.

Zurück in ihrer Heimat, dem ärmsten und gewaltvollsten Elendsviertel Kolumbiens, werden sie selbstbewusst ihre Zukunft in die Hand nehmen. Der Leser, der dieses Buch in die Hand nimmt, wird sein Herz öffnen für die Ärmsten und ihre Schicksale auf dem lateinamerikanischen Kontinent.

Helmut von Loebell und Peter Daniell Porsche (Hrsg.): Zukunft für Zukunftslose in Bogotá, geb., 318 S., EUR 24,90, Kulturverlag Polzer, Salzburg 2014

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