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Initiative wird selbstständig

Erziehungskunst | Wie kam es zu dem Projekt CO2ero beim Bund der Freien Waldorfschulen?

Christoph Dörsch | Schon vor meiner Tätigkeit beim BdFWS, als ich noch Geschäftsführer an der Waldorfschule in Augsburg war, waren mir die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz wichtig, beruflich genauso wie privat. Ich habe das also quasi mitgebracht und ein paar Überlegungen angeregt, wie wir uns in der Geschäftsstelle des BdFWS ökologisch korrekt verhalten können. Also etwa nur Waren von Anbietern bestellen, die nachhaltig arbeiten. Wechsel zu Ökostromanbieter, Wechsel auf Windgas von Greenpeace. Ich verstehe den Bund der Waldorfschulen da auch als mitverantwortlich – wir sind nicht nur ein Teil der Gesellschaft, der gute Bildung machen will, sondern auch mitverantwortlich für eine lebenswerte Welt in der Zukunft. 2019 wurde dieses Thema, auch durch Fridays for Future, wo sich auch viele Waldorfschüler:innen engagieren, noch deutlicher, noch dringlicher. Im April 2020 las ich dann den Artikel in der Erziehungskunst über das Team Klimaneutrale Waldorfschulen von ehemaligen Waldorfschüler:innen und nahm Kontakt auf. Nach einigen Gesprächen haben wir entschieden, deren Idee zu unterstützen, da wir nicht die personellen Kapazitäten hatten, ein solches Angebot für die Schulen zu machen. Das Ziel sollte nun also sein, bis 2030 80 Prozent der deutschen Waldorfschulen klimaneutral zu machen.

EK | Was konnten Sie konkret für das Projekt bewirken?

CD | Wir konnten für CO2ero cirka 430.000 Euro einwerben. Dies war möglich durch Spenden der Software AG Stiftung, der Waldorf-Stiftung und der von Tessin-Stiftung. Mit den teilnehmenden Einrichtungen wurde verabredet, dass diese ebenfalls eine gewisse Summe zahlen mussten, um die Kosten (in der Hauptsache Personal- und Reisekosten für das Team) zu stemmen. Durch Corona wurde es schwieriger, Workshops an den Schulen waren nicht wie geplant möglich, konnten aber dann auch online stattfinden. Ich bin auch auf die Bundesarbeitsgemeinschaft Freier Schulen (AGFS) und die Vereinigung der Waldorfkindergärten zugegangen und konnte dort weitere Einrichtungen für CO2ero gewinnen.

EK | Was gefällt Ihnen an CO2ero, außer dem Ziel der klimaneutralen Schulen?

CD | Ich finde es wichtig, dass das ein Arbeitsfeld ist, auf dem sich Eltern und Schüler:innen aktiv mit einbringen können. Wenn wir Schulen gewinnen, erreichen wir auch viele Elternhäuser, die dann vielleicht selbst auch in ihrem Alltag anders handeln und den Impuls noch weiter in die Gesellschaft tragen.

EK | Was wünschsen Sie sich für CO2ero?

CD | Dass das Projekt so erfolgreich weitergeht, damit möglichst bald alle Schulen und Kitas in Deutschland klimaneutral werden. Ich wünsche mir, dass die Schulen offen sind für die Mitwirkung von Eltern und Schüler:innen an diesen Themen. Der Staat und die Bundesländer helfen auch finanziell, man braucht nur den Willen und das Engagement, deren Unterstützung abzurufen. Und ich wünsche mir auch, dass wir uns in einem Jahr nochmal mit dem CO2ero-Team treffen, um zu sehen, wie es nach dem Abschluss des Projekts im BdFWS weiter gegangen ist.

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