Für jede Schule einen Schülerrat

Von Maxine Fowé, April 2014

Waldorfschüler aus ganz Deutschland treffen sich zweimal jährlich, um gemeinsam über Zeitereignisse und philosophische Themen zu tagen. Außerdem beschäftigen sie sich mit der konkreten Schülervertretungs-Arbeit und besonders mit der Frage, wie sich die Schüler noch besser in die Schulgestaltung mit einbringen können. Ende letzten Jahres fand die 20. Tagung der WaldorfSV in Karlsruhe statt.

Der amtierende Vorstand der SchülerSV im Bund der Freien Waldorfschulen.

Mit großer Freude, aber auch mit aufkommender Nervosität sahen wir der Tagung entgegen, da diese mit fast 130 Teilnehmern eine der größten in der Geschichte der WaldorfSV werden sollte. Der Plenarsaal war voll besetzt, als die Jugendlichen dem ersten Vortrag des früheren Geschäftsführers der WaldorfSV, Valentin Hacken, zum Thema Toleranz lauschten. Nach seinen Worten heißt Tolerieren nur ein Erdulden einer anderen Einstellung oder Meinung, wenn man sie auch eigentlich innerlich ablehnt. Echte Toleranz schlösse jedoch auch Akzeptanz und Respekt ein.

In den Arbeitsgruppen widmeten wir uns der Frage, wie eine effektive Schülerarbeit an den Schulen aussehen könnte und führten hitzige Debatten zu der im Vortrag gehörten Definition von Toleranz. Jugendliche, die mit dem Gedanken angereist waren, einen lokalen Schülerrat an der eigenen Schule zu gründen, wurden mit Erfahrungen und Ratschlägen überschüttet – wie zum Beispiel der Teilnahme an den Schülerkonferenzen auf Länderebene oder an den Konferenzen der eigenen Schule. In den Pausen erklang in den Gängen Gesang und Gitarrenspiel, es wurde Improvisationstheater gespielt, man nahm an der abendlichen Buchvorlesung teil oder philosophierte bis tief in die Nacht.

Ein Ghettoblaster rief die erschöpften Geister zum morgendlichen Warm Up, dann folgten Neuwahlen. Vier Vorstände hatten ihren Rücktritt bekannt gegeben. Zu dem neuen Vorstand gehören: Lukas Eis (FWS Dinslaken), Maxine Fowé (RSS Hamburg-Wandsbek), Jonas Hefendehl (FWS Karlsruhe), Hannes Kräuter (FWS Rastatt), Paul Otto (FWS Freiburg-Wiehre), Sophie Teske (FWS Mülheim/Ruhr) und Zoé Schmidt (RSS Schloss Hamborn). Eines unserer Hauptziele wird sein, Impulse für die Gründung von Schülervertretungen zu geben, indem wir Schulen mit Gründungsbedarf besuchen werden. Jeder Schüler sollte die Möglichkeit haben, seine Schule mitzugestalten. Für die WaldorfSV bedeutet eine Entwicklung der Waldorfschulen noch engere Zusammenarbeit mit allen waldorfpädagogischen Institutionen und Verbänden, mit den Schulen sowie der Forschung. Auch wollen wir verstärkt mit anderen Waldorfgremien zusammenarbeiten. Mit Hochdruck arbeiten wir schon an den Inhalten unserer nächsten Tagung, die vom 30. Mai bis zum 1. Juni 2014 an der Windrather Talschule in Velbert unter der Fragestellung »Wie frei ist der Mensch in seiner eigenen Entwicklung in unserer Gesellschaft?« stattfinden wird.

Zur Autorin: Maxine Swinda Lotte Fowé ist 17 Jahre und besucht die 11. Klasse der Rudolf-Steiner-Schule in Hamburg Wandsbek. Sie ist Vorstandsmitglied und Vertreterin des Bundesschülerrates der Freien Waldorfschulen in Deutschland.

Link: www.waldorfsv.de

Kommentare

Lia , 07.04.14 18:04

Toller, informativer Artikel!

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

Folgen