Kein Aprilscherz

Von Martin Zabel, September 2019

Replik zu den Leserbriefen auf den Beitrag von Martin Zabel »Krasse Eurythmie«, Erziehungskunst, 4/2019.

Mit großer Freude habe ich wahrgenommen, dass mein Artikel zu den Eurythmieversuchen mit Kresse viele Menschen berührt hat. Die Leserbriefe, die mir geschickt wurden, reichten von Fragen nach Vertiefung, über Zweifel an der Wissenschaftlichkeit bis hin zu Vermutungen, dass es sich um einen Aprilscherz handeln würde.

Mein Anliegen war in erster Linie, mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam die Wirksamkeit der Eurythmie zu beobachten. Hierbei versuchte ich klare Abfolgen zu haben, aber dies geschah in einer Unterrichtssituation, nicht unter Laborbedingungen. Wir beobachteten, dass sich die Pflanzen unterschiedlich schnell und stark entwickelten, auch wenn die Fotos das nicht so gut wiedergeben. Natürlich wirkt die Eurythmie in ganz verschiedenen Bereichen, aber hier konnten die Schüler die Veränderungen gezielt an einer Stelle auch äußerlich beobachten. Im Unterricht spreche ich mit den Oberstufenschülern immer wieder über verschiedene Bereiche, die durch die Eurythmie geübt werden, aber es war auch schön, in so einem begrenzten Rahmen eine klare Wirkung zu sehen.

Den Artikel hatte ich nicht als eine wissenschaftliche Veröffentlichung eines durch und durch überprüfbaren Versuchsaufbaues gesehen, sondern eher als Anregung für Kolleginnen und Kollegen, dass man den Eurythmieunterricht auch mal anders nutzen kann, und einen Impuls an die Leserschaft, dass vielleicht durch diese Bewegungsart einiges mehr bewegt wird, als nur »seinen Namen tanzen« zu lernen.

Die immer wieder vorgebrachte Frage nach häufiger Wiederholung des Experimentes, fände ich auch interessant, aber bis ich mit meinen 12. Klassen in jedem Jahr diesen doch recht zeitaufwendigen Versuch so oft gemacht habe, dass die Anzahl als wissenschaftlich relevant angesehen würde, bin ich auch schon in Rente.

Da in einem Leserbrief auch Zweifel an der Ausgangslage geäußert wurden, kann ich hierzu sagen, dass ich weder die Samen (die alle aus einer Packung stammten) abgewogen noch gezählt hatte, aber bei allen Proben den Boden der Schale komplett, einlagig bedeckt hatte. Auch mit der Erde verfuhr ich so, dass die Schüsseln einfach gleichmäßig gefüllt wurden.

Vielleicht habe ich in dem zusammenfassenden Absatz am Ende meines Textes die Ergebnisse zu absolut formuliert, dass man sich daran stoßen konnte, aber für viele Schüler war es doch ein erstaunliches Erlebnis, zu sehen, was sich da im Wachstum verändert hat.

Zum Autor: Martin Zabel unterrichtet Eurythmie an der Freien Waldorfschule Freudenstadt.

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