Filmwissen Online

Von Maria Knilli, Dezember 2022

«Wie haben die Bilder eigentlich das Laufen gelernt?» Wer gerne Filme guckt, der wird sich früher oder später diese Frage stellen. Das Kino ist mit knapp 130 Jahren eine junge Kunst. 1895 zeigten die Brüder Lumière in Paris erstmals kurze Filmaufnahmen auf einem neuartigen Apparat, den sie selbst erfunden hatten, dem Cinématographe. Eine Sensation!

Junge Cineast:innen finden auf Filmwissen Online jetzt kurzweilige, sachkundige Antwort auf Fragen zur Geschichte des Kinos. Auf der Internet-Plattform laden zahlreiche spannende, filmhistorische Kapitel zum Stöbern ein. Jedes Kapitel ist mit Original-Filmausschnitten, -Fotos und -Dokumenten sowie mit kurzen erläuternden Texten ausgestattet. Interaktive Tools laden dazu ein, spielerisch immer tiefer in die Materie einzutauchen.

Im Kapitel Die Geburt des Kinos findet man den berühmtesten Film der Brüder Lumière, Die Einfahrt eines Zuges auf dem Bahnhof Ciotat (Frankreich, 1896): Das Bild ist schwarz-weiß. Ein Zug fährt qualmend in den Bahnhof einer Kleinstadt ein. Ein uniformierter Bahnhofsvorsteher und Reisende in altmodischer Kleidung laufen geschäftig hin und her. Einige tragen ungewöhnliche Gepäckstücke, alle tragen Hüte, auch die Kinder. Der Zug hält. Menschen steigen aus, Menschen steigen ein. Der Film dauert weniger als eine Minute. In der hölzernen Kassette des Cinématographe hatten nur 17 Meter Zelluloidfilm Platz. Für das Publikum damals war es etwas gänzlich Neues, ein Ereignis zu sehen, bei dem man nicht selbst zugegen gewesen war. Heute ist diese Aufnahme wieder hochinteressant, weil sie einen dokumentarischen Blick in das vorvergangene Jahrhundert erlaubt.

Ibn al-Haitham stellt den arabischen Gelehrten vor, der bereits im 11. Jahrhundert das Prinzip der Camera Obscura entschlüsselte, Vorbild für die späteren Foto- und Filmkameras. Der Teufel an der Wand befasst sich mit der Laterna Magica, der ersten Projektion von Standbildern vor Publikum im 17. Jahrhundert. Wirklichkeit im Quadrat handelt von den Anfängen der Fotografie im 19. Jahrhundert, als es erstmals gelang, das Bild, das eine Kamera eingefangen hatte, chemisch zu fixieren. George Méliès – Das Kino als Spektakel widmet sich den Anfängen des Kinos auf dem Jahrmarkt. Mit Zaubertricks und Knalleffekten lockte man die Leute in die Vorführzelte.

Entwickelt wurde Filmwissen Online unter Federführung der Deutschen Filmakademie. Zusammen mit einem Erwachsenen können bereits Zwölfjährige sich darin vertiefen, ansonsten empfehle ich die Plattform ab 14 Jahren: www.filmwissen.online

Bitte beachten Sie die «Kurze Anleitung für einen gelungenen Filmnachmittag».

Maria Knilli, Filmemacherin, drehte u. a. den Mehrteiler Die erste Langzeitdokumentation über Waldorfschüler, Mitglied der Deutschen Filmakademie und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, zweifach ausgezeichnet mit dem Deutschen Filmpreis.

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

Folgen