Lesestoff aus der achten Klasse. Zwei Jahresarbeiten, die begeistern

Von Mareike Stutz, November 2009

Jahresarbeiten, das heißt möglichst selbstständig erarbeitete und präsentierte Schülerprojekte in der achten und zwölften Klasse, gehören in den meisten Waldorfschulen (immer noch) zu den Highlights des Schuljahres. Das Themenspektrum reicht von der Geschichte der Rote-Armee-Fraktion (RAF) über den Boots-, Möbel- und Instrumentenbau bis hin zu aktuellen Zeiterscheinungen wie Globalisierung oder Poetry Slam. In diesem Beitrag der Fremdsprachenstudentin Mareike Stutz werden zwei Schülerinnen vorgestellt, die Bücher gestaltet haben. Eines ist jüngst im Verlag Urachhaus erschienen.

Die Mädchen mit ihren Werken

Kreativität, Ausdauer und Leidenschaft für ein Projekt sind Eigenschaften, die sowohl Tamalone Manz als auch Pauline Franz bei der Erstellung ihrer Achtklassarbeiten bewiesen haben. Viel Zeit und Mühe haben sie investiert, bis ihre Arbeiten im Frühjahr 2008 fertig wurden. Pauline arbeitete monatelang an einem Comic zu einer Geschichte des syrischen Schriftstellers Rafik Schami. Tamalone schrieb und illustrierte ein Bilderbuch. Und nicht nur die beiden jungen Autorinnen, sondern auch die Hauptfiguren ihrer Achtklassarbeiten legen die oben genannten Eigenschaften an den Tag.

Ein junger Erfinder und ein geheimnisvolles Zimmer

Tamalone erzählt in ihrem Buch »Das kann man immer mal gebrauchen« die Geschichte von Adrian. Er sammelt alles, was er findet und stellt daraus neue, nützliche und schöne Dinge her. Auf einem seiner Streifzüge findet der Junge ein Rohr. Im Vertrauen darauf, das Rohr eines Tages in einer seiner Erfindungen verwenden zu können, nimmt Adrian es mit nach Hause. »Das kann man immer mal gebrauchen«, denkt sich der junge Bastler. Im Laufe seines Lebens erfindet er eine Vielzahl von Dingen. Für das Rohr jedoch hat er lange keine Verwendung.

Adrians Kinder und Enkel, die nach Tamalones Cousinen und Cousins benannt sind, freuen sich über Geschenke, von denen jedes Kind nur träumen kann: Känguruhschuhe, einen Feueranzug oder Flügel. Jeder Lehrer wäre sicher froh über die Mundklappe, die er per Fernbedienung schließen kann. Vom Stadtverkehr genervte Autofahrer wären dankbar für eine schnelle (gefährliche) Brille, mit der man alle Ampeln grün sieht. Und wem das Sauerkraut einfach zu durcheinander ist, der kann es mit dem Sauerkrautentwirrer ordnen.

In Paulines Geschichte »Fatima« geht es der gleichnamigen Hauptfigur zu Beginn nicht besonders gut. Sie lebt mit ihrem Bruder und der kranken Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Deshalb geht ihr Bruder bei einem reichen Herrn in Stellung. Die ganze Woche über verhält er sich vorbildlich und erledigt alle Aufgaben ordnungsgemäß. Die Hoffnung auf eine versprochene Goldmünze platzt jedoch, als der Arbeitgeber am Samstag den Lohn nicht auszahlt. Da beschließt Fatima, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und nimmt die Arbeit an, die ihr Bruder in der vergangenen Woche erledigt hat. Auch sie arbeitet die ganze Woche zur vollen Zufriedenheit ihres Arbeitgebers, doch zusätzlich entdeckt sie den Schlüssel zu einem geheimnisvollen Zimmer.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Novemberausgabe 2009 der Erziehungskunst.

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