Lispeln Sie noch oder stottern Sie schon?

Von Ulrike Kretzschmar, Dezember 2009

Wie spricht ein Lehrer? Wie kann er seine verschiedenen Botschaften gegenüber den Schülern, aber auch gegenüber Kollegen in Konferenzen, im Zwiegespräch oder der Gruppe am wirkungsvollsten deutlich machen?

Es ist unglaublich, wie viele Faktoren es gibt, die die Stimme beeinflussen können: Haltung, Stand, Gesten der Arme, des Kopfes und schließlich die Stimmwerkzeuge selber: Lippen, Zunge, Gaumen, Zähne, Kehle…

Eine bunte Schar von 20 angehenden oder schon praktizierenden Lehrern aller Fachrichtungen fand sich in Kassel zusammen, um an Sprache, Gestik und Haltung zu üben. Unzählige Möglichkeiten konnten spielerisch erprobt werden, um entweder fordernd, einladend, bestimmend, ablehnend, bedächtig oder vermittelnd zu wirken. Wichtig war dabei stets, dass Gebärde und Stimme übereinstimmten. In den Übungen kam man nicht um praktische Härtetests herum: Wie reagiere ich auf eine phlegmatische Klasse? Das Erleben und Nacharbeiten solcher Rollenspiele gehörte zu den lehrreichsten Teilen dieser Fortbildung.

Beate Krützkamp vom Michael Tschechow Studio Berlin und Rita Schumacher vom Lehrerseminar Kassel verstanden es glänzend, die Teilnehmer mit viel Sachverstand und Humor auf die vielen Klippen und Hürden, aber auch auf die leicht anzuwendenden Hilfen beim richtigen Sprechen aufmerksam zu machen.

Eine Fortsetzung wurde gewünscht. Gehört eine solche Fortbildung nicht sogar obligatorisch in die Lehrerbildung? Selbst nach mehreren Wochen Schul­alltag gibt es immer wieder Augenblicke, in denen man sich an das Seminar erinnert. ‹›

Link: www.lehrerseminar-forschung.de

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