Die Präexistenz des Menschen

Von Bart Maris, März 2010

Peter Selg, Ungeborenheit

Wenn das Wissen, dass Neugeborene und Kinder soviel Ungeborenheit mit sich bringen, in die Pädagogik und die Medizin voll aufgenommen würde, wären diese von viel mehr Spiritualität und Zukunftsfähigkeit durchzogen. Die moderne Fortpflanzungsmedizin und Geburtshilfe nehmen seit einigen Jahrzehnten in ungeheurem Ausmaß Einfluss auf das Ob, Wie, Wo und Wann des Geborenwerdens. Abtreibung, vorgeburtliche Diagnostik und künstliche Befruchtung sind die logische Konsequenz eines ausschließlich diesseitigen Denkens, das die Ungeborenheit nicht kennt. So wird die Inkarnation vieler Menschen ver- oder behindert. Selg spannt einen Bogen von der kosmischen Sphäre der Ungeborenen – die künstlerisch in der Sixtinischen Madonna von Raffael sowie in dem Gedicht »Chor der Ungeborenen« von Nelly Sachs zum Ausdruck kommt –, über die Ausführungen Rudolf Steiners zum Weg zwischen Tod und neuer Geburt, bis hin zu der wunderbaren Begegnung von Geist und lebender Gestalt in der Embryonalentwicklung, die schließlich in der Geburt des Kindes mündet. Das Thema dieses Buches ist hochaktuell, da die Konsequenzen des einseitigen Betrachtens der »Geborenheit« überall so schmerzhaft erlebt werden. Es ist unserer Kultur zu wünschen, dass möglichst viele Menschen, insbesondere Eltern, Ärzte und Pädagogen, die Inhalte dieses Buches in sich aufnehmen, sie in ihre Arbeit einfließen lassen und in jeweils passender Form anderen weitergeben.

Peter Selg; Ungeborenheit. Die Präexistenz des Menschen und der Weg zur Geburt. 94 S., kart., 15,00 Euro. Verlag des Ita Wegman Instituts, Arlesheim 2009 

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