Ein Sklavenjunge segelt mit

Von Mareike Stutz, Januar 2010

Expedition ins Ungewisse

Zu einer Zeit, als es noch keinen Beweis für die Kugelgestalt der Erde gab, verließ ein Mann seine Heimat Portugal, um unter spanischer Flagge diesen Beweis anzutreten. Der berühmte Seefahrer Ferdinand Magellan wollte den Gerüchten nachgehen, denen zufolge es im Süden der Neuen Welt eine Passage zu den Gewürzinseln geben sollte. Magellans Plan war ein Unternehmen von unbekanntem Ausmaß und Ausgang.

Von all diesen weltverändernden Vorgängen ahnt der kleine Julio nichts, der seit seiner Geburt in einem spanischen Waisenhaus lebt und dort mehr schlecht als recht aufgezogen wird. Eines Tages kommt ein reicher Edelmann auf der Suche nach einem Sklaven dorthin. Eigentlich will Julio gar nicht fort, fürchtet er doch, dass ihm ein noch schlimmeres Leben bevorstehen könnte, als er ohnehin schon führt. Doch natürlich sucht sich »Don Nino« genau diesen Jungen aus, der mit seinem intelligenten Blick sein Interesse weckt.

Don Nino wird gebeten, die große Reise des Magellan finanziell zu unterstützen und beschließt, seinen Lebenstraum zu erfüllen und mit ihm zu segeln. Der Herr und sein Sklave begeben sich nach San Lucar, wo das Abenteuer beginnen soll. Die Männer finden eine Passage zum Stillen Ozean. Doch die Reise ist noch lange nicht vorüber und am Ende wird nur eines der fünf Schiffe Magellans mit gerade einmal zwanzig Mann Besatzung nach Spanien zurückkehren.

Die Geschichte der ersten Weltumsegelung, ein wagemutiges, unmöglich scheinendes Unterfangen erzählt aus der Sicht eines Waisenjungen, der auf der Reise zum Mann wird. Nah am Geschehen und historisch genau recherchiert nimmt die Reise die Form eines spannenden Abenteuerromans an, der den Leser in seinen Bann schlägt.

Marleen Nelen / Thomas A. Ostheim: Expedition ins Ungewisse: Die Abenteuer des jungen Julio, der mit Magellan die Welt umsegelte.  237 S., EUR 14,90. Verlag Urachhaus, Stuttgart 2009.

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