Sprechen lernt man durch Bewegung

Von Christa Greshake-Ebding, Dezember 2009

Im Zentrum dieses Buches steht eine elementare Erkenntnis: Sprechen lernt der Mensch durch Bewegung, durch tätige Auseinandersetzung mit der Welt. Unser wichtigstes Instrument beim Sprechen-Lernen ist der Körper. Renate Zimmer baut ihr Buch konsequent auf: Alle Bereiche des Spracherwerbs sind ausführlich, differenziert und außerordentlich gut lesbar dargestellt und in Bewegung »übersetzt«. Alle Phasen der Sprach- und Bewegungsentwicklung – von der Geburt bis zur Einschulung – werden in Beziehung gesetzt und deren Voraussetzungen beschrieben.

Die Autorin beschreibt, wie Sprachförderung in Kindergärten und in Kitas aussehen kann. Ein spezielles Sprachförderprogramm zu einem bestimmten Zeitpunkt des Tages ist wenig hilfreich und unnötig. Durch körperliche Aktivität, die sprachlich begleitet wird und durch gezielte Bewegungsspiele fördern wir das Sprechen optimal und natürlich.

Eine Fundgrube ist der Spieleteil des Buches. Bewegungsspiele mit einer genauen Analyse der Sprachförderkomponente geben den Erziehern wertvolle Hilfestellung, regen an, die Vorschläge auszuprobieren und die eigenen Spiele auf ihre Förderelemente hin zu untersuchen und sprachfördernd einzusetzen. Das Fazit: Unsere Kinder brauchen für ihre sprachliche Entwicklung ausreichend Bewegung und Freude an sprachlicher Kommunikation, die sie entwickeln, wenn wir uns ihnen zuwenden. Das kann kein spezifisches Sprachförderprogramm kompensieren.

Renate Zimmer: Handbuch Sprachförderung durch Bewegung. 219 S., geb. EUR 22,95. Herder Verlag, Freiburg 2009.

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