Unsichtbare Freunde

Von Maike Horstmann, Dezember 2009

Wer kennt sie nicht, die Freunde oder auch Leidensgenossen unserer Kinder? Sie sitzen mit am Esstisch oder spielen im Garten – aber sie sind völlig unsichtbar! Für manche Eltern stellen sie ein großes Problem dar, für andere sind sie längst Selbstverständlichkeit. Das vorliegende Buch macht Mut, sich eingehender mit dieser Thematik zu befassen.

Literarisch und philosophisch bewandert zeigt der Autor das Verhältnis von Kindern zu ihren unsichtbaren Freunden unter psychologischen Aspekten auf. Er beschreibt, was mit dem Begriff Phantasiegefährte gemeint ist, wozu Kinder diese brauchen und wie mit ihnen umzugehen ist. Der Schwerpunkt des Buches ist darauf ausgerichtet, Eltern und Erziehern anhand von zahl­reichen Fallbeispielen zu demonstrieren, was diese unsichtbaren Freunde für Kinder bedeuten.

Dies wird sehr anschaulich an kleinen Interviews und authentischen Texten gezeigt. Darüber hinaus gibt Neuß Anregungen, die helfen können, diesen Kindern und ihren Gefährten ein angemessenes Verständnis entgegenzubringen. Dabei geht er durchaus streng psychologisch typisierend vor. Insofern ist dieses Buch als ein Arbeitsbuch zu verstehen, um mit Eltern und Erziehern über diese Thematik ins Gespräch zu kommen.

Norbert Neuß: Unsichtbare Freunde. Warum Kinder Phantasiegefährten erfinden. 184 S., kart. EUR 17,95. Cornelsen Verlag Scriptor, Berlin 2009.

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