Plastikwort

Von Tomáš Zdražil, November 2015

Leserbrief zum Interview mit Daniele Ganser, »Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung«, Erziehungskunst Oktober 2015.

Viele Texte Gansers sind im Internet zu finden, lesenswert ist sicher auch sein Buch »Europa im Erdölrausch«. Wer sich intensiver mit den Anschauungen von Ganser befasst, kann von allem sehr profitieren. Der Ausdruck »Verschwörungstheorien« an sich ist sehr problematisch und wird unter soliden Wissenschaftlern wegen seiner Schwammigkeit nicht verwendet. Dieser Ausdruck wird heutzutage meist als Waffe verwendet, um unangenehme Gegner zu diffamieren, ohne es groß begründen zu müssen.

Gansers Analysen des politischen Hintergrundgeschehens können in meinen Augen wissenschaftlichen Kriterien Stand halten, ja, sie sind in dieser Hinsicht sogar vorbildlich. Er hält durchgehend auch mit CP versehene Seminare an diversen Schweizer Universitäten ab. Man kann die Bedeutung von Ganser vor allem darin sehen, dass er Gewichtiges zu den Fragen Konfliktanalyse, Konfliktbewältigung, Friedenswirtschaft, Sicherheitspolitik und nachhaltige Entwicklung erarbeitet und aktiv und mutig vertritt. Das heißt, er bringt positive und konstruktive Ansätze und Vorschläge, seine Haltung ist also nicht primär kritisch und negativ. Es wäre fatal, wenn sich Menschen, denen der Impuls der Waldorfpädagogik ein Anliegen ist, gescheut hätten, mit Ganser zusammenzuarbeiten oder sogar nur mit ihm ins Gespräch zu treten.

Zum Autor: Dr. Tomás Zdražil war Klassen- und Oberstufenlehrer in Tschechien und ist Junior-Professor an der Freien Hochschule Stuttgart.

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

Folgen