Problem nicht erfasst

Von Anne Kastner, Januar 2012

Leserbrief zum Heft 1 / 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit 2009 gehe ich intensiv der Frage nach, worin die Ursache liegt für all den Wahnsinn, der um uns herum entstanden ist. Nachdem ich zuerst im bedingungslosen Grundeinkommen einen Lösungsansatz sah, ist mir mehr und mehr bewußt geworden, dass das Geldsystem der nationalen Währungen und das internationale Währungssystem alle die Auswüchse hervorruft.

Nach der anfänglichen Freude, dass die Erziehungskunst sich des Geldthemas annimmt, wurde ich beim Lesen zornig. Warum?

Da erwähnen Spehl und Strawe das Problem des »Fiat Money« in dem Satz: »Das Problem von ›Fiat Money« kann hier nur gestreift werden.» Das war der Streifen, ohne ein Wort der Erklärung, was es mit »es werde Geld« auf sich hat.

Noch ärgerlicher wurde ich bei dem Aufsatz von Alexander Schwedeler »Jeder Bürger ein Banker«, der tatsächlich in dem Absatz »Goldschmiede erfinden den Kredit« die Hoffnung erweckte, seine Leser über den Akt der »Geldschöpfung aus dem Nichts« aufzuklären, dann aber schon nach einem Satz auf die völlig andere Schiene der Bargeldreserve springt und auf den »Bank Run« eingeht.

Dass eine Zeitschrift wie die Erziehungskunst Aufsätze von Autoren liefert – Margrit Kennedy möchte ich ausnehmen – die selbst das Problem des Geldsystems nicht durchdrungen haben, obwohl es durchaus dazu fähige Ökonomen gäbe, finde ich eine Zumutung für Ihre Leserschaft.

Mit freundlichen Grüßen
Anne Kastner 

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