Die Weltreligionen

Von Mathias Maurer, Oktober 2021

In sieben knappen Bändchen wird hier der Versuch unternommen, die Weltreligionen zu verstehen – ihre geschichtliche Entwicklung, ihre Unterschiede, aber auch ihr Potenzial, eine globale Ethik zu begründen.

Sieben Weltreligionen werden behandelt: ihr Ursprung, ihre heiligen Schriften und Erzählungen, ihre ver­schiedenen Unterströmungen, ihre geistigen Mütter und Väter sowie in biographischen Abrissen ihre bedeutendsten Vertreter bis in die Gegenwart hinein – eine Fundgrube für jeden Oberstufenschüler, wenn er sich auf ein Referat vorbereiten will, und für jeden Lehrer bei seiner Unterrichtsvorbereitung, besonders im Fach Religion.

Wird die vorliegende Publikation ihrem Anspruch gerecht, einen interreligiösen Dialog zu fördern? – Ja, denn es sind (immer noch) die Religionen, die bis heute die meisten Kriege auslösen. Sie kennen und verstehen zu lernen, liegt im Interesse einer aktiven Friedenspädagogik, damit die kulturelle und religiöse Vielfalt, die heute in vielen Kindergärten und Schulen eine Tatsache ist, auch verstanden wird und so zur Verständigung führt.

Die Waldorfpädagogik ist weltweit verbreitet und kulturell anpassungsfähig, somit geradezu prädestiniert, die Religiosität eines Kulturraums, in dem sie praktiziert wird, zu erforschen und zu würdigen – sei es die indigene, chinesische, hinduistische, buddhistische, jüdische, christliche oder islamische.

Religionen sind nicht nur Quelle von Streit, sondern auch von Nächstenliebe und Humanität. Die vorliegenden Einführungen sind dazu angetan, Vorurteile abzu­bauen, indem sie sich dem ursprünglichen Kern der behandelten Religionen annähern und Schicht für Schicht die Sedimente abtragen, die sich beispielsweise durch Absolutheits- oder Herrschaftsansprüche, durch nationale oder politische Interessen gebildet haben.

Rudolf Steiner war der Auffassung, Verständigung zwischen Menschen sei möglich, weil alle aus demselben Ideengehalt der Welt schöpften. Was sie entzweie, seien die Emotionen, die sich dazwischenschieben würden und in der mangelnden Fähigkeit resultieren, sich diesem Gehalt zuzuwenden. Analog dazu könnte man sagen, das Potenzial der Religionen liege darin, verschiedene Facetten einer universellen Wahrheit zu erkennen und die unterschiedlichen Wege aufzuzeigen, die den Menschen zur Erfahrung dieses Göttlichen führen. Konflikte zwischen ihnen entstehen nicht aus dem allen gemeinsamen Ziel, sondern aus der Illusion, es gebe nur einen richtigen Weg dorthin.

Albert Schmelzer, Angelika Schmitt: Die Weltreligionen, Vielfalt und Zusammenklang. 7 Bände in Kassette, 954 S. mit Abb., brosch., EUR 49,–, edition waldorf, Stuttgart 2021

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