Klassiker der Gnome und Phantome

Von Johannes Roth, April 2011

Die schier unendliche Folge der »Was-die-Naturgeister-uns-sagen«-Veröffentlichungen hat in den letzten zehn Jahren beinahe ein eigenes Genre etabliert, dessen Niveau wohl manchen dazu veranlasst hat, sich von diesem Thema entschieden fern zu halten. Da ist es schon erfreulich, dass die jüngste Neuerscheinung zu diesem Thema den freilassenden Titel »Zwerge, Gnome und Fantome – Begegnungen mit Naturwesen« trägt.

Das Buch ist in den Niederlanden bereits 1979 erschienen, die Autorin verstorben. Sie hat über Jahrzehnte in der Veluwe gelebt, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet der Niederlande. In kurzen Kapiteln entwickelt sie sehr behutsam und einfühlsam eine Art Phänomenologie der dort von ihr beobachteten Wesen, die sie auch in Zeichnungen festgehalten hat, von denen einige im Buch zu sehen sind. Es ist eine Folge wundersamer, erheiternder und bedenkenswerter Geschichten entstanden, die jeder im Kontext seiner »Kenntnisse« zu diesem Thema gewiss richtig einordnen wird. Erfreulich ist der schon eingangs angedeutete Verzicht auf jegliche missionarische Anwandlungen. Allerdings hätte dem Buch ein fundiertes Geleitwort gut getan, so kann der Inhalt dem Leser arg unvermittelt entgegentreten. 

Annie Gerding-LeComte: Zwerge, Gnome und Fantome: Begegnungen mit Naturwesen. 180 S., geb. EUR 24,–. Verlag Urachhaus, Stuttgart 2009

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