Waldorfschule fördert Integration

Von Michaela Frölich, Mai 2011

Integration und Inklusion sind zwei Schlüsselbegriffe, die in der schulischen Pädagogik zunehmend Diskussions- und Handlungsraum einnehmen. Nach der Ratifizierung durch die Bundesregierung trat 2009 auch in Deutschland die UN-Konvention zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderung in Kraft. Die Konvention will Menschen mit Behinderungen den Zugang zu einem »integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht« ermöglichen. Inklusion geht im Ansatz über Integration hinaus und soll Kindern mit einem Förderbedarf nicht nur die Eingliederung, sondern ein gemeinsames Leben und Lernen mit allen Kinder ermöglichen. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Herausgeber Thomas Maschke integrationsfördernde Elemente an Waldorfschulen,  etwa die Form der Gesamtschule, der Kinderbesprechung oder des Epochenunterrichts.

Weitere Autoren geben ausführliche Praxisbeispiele von Waldorfschulen, die mit Förderschulen kooperieren, als integrative Schule gegründet wurden oder bereits mit integrativen Elementen arbeiten und dabei schon die Inklusion im Blick haben, wie die Freie Waldorfschule in Berlin-Kreuzberg. Auch eine Sonderschule als Beispiel für eingliedernde Maßnahmen und integrierende Förderung wird vorgestellt.

Zum Abschluss nennt Maschke konkrete Schritte für Schulen, die hilfreich sind auf dem Weg zu einem Idealbild der Inklusion. Das Buch bietet eine differenzierte Grundlage für alle, die sich mit integrativer und inklusiver Praxis in Schulsystemen auseinandersetzen wollen und ihre Wahrnehmung und ihr Bewusstsein für die größte Minderheit der Welt vertiefen möchten.

Thomas Maschke (Hrsg.): … auf dem Weg zu einer Schule für alle. Integrative Praxis an Waldorf­schulen. 254 S., kart., EUR 19,90, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010

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