Sonnenkräfte und Pflanzenwachstum – 150 Jahre Rudolf Steiner und sein Einfluss in Hohenlohe

Oktober 2011

Das Hällisch-Fränkische Museum Schwäbisch Hall zeigt zum 150. Geburtstag von Rudolf Steiner die Sonderausstellung Sonnenkräfte und Pflanzenwachstum - 150 Jahre Rudolf Steiner und sein Einfluss in Hohenlohe.

Mehrere Gründe sprechen dafür, ihn gerade hier zu würdigen, denn sein Einfluss auf die Region ist bedeutend. Schwäbisch Hall hat eine Freie Waldorfschule, und die Sozialtherapeutischen Gemeinschaften Weckelweiler besitzen Modellcharakter mit überregionaler Vorbildfunktion. Von 1951 bis 1968 veranstaltete die anthroposophische Ärzteschaft auf der Comburg insgesamt 36 einwöchige Kongresse mit jeweils zwischen 100 und 150 renommierten Medizinern aus der ganzen Welt. Vor allem aber ist die Region um Schwäbisch Hall geprägt von Demeter- und Bio-Höfen. In einer Rede anlässlich der Verleihung des Eckart Witzigmann Preises 2010 stellte HRH Prince Charles of Wales fest: »Ich weiß, dass Hohenlohe die Region Europas ist, die die höchste Dichte an lizenzierten Ökobetrieben hat ...«.

Es lag daher nahe, in der Ausstellung einen Überblick über Leben und Wirken Steiners zu geben, den Schwerpunkt aber auf das Thema »regionale biologisch-dynamische Landwirtschaft« zu legen.

Für die Ausstellung stellt das Rudolf Steiner Archiv in Dornach (Schweiz) leihweise 20 großformatige originale Wandtafelzeichnungen zur Verfügung, die Steiner in seinen Kursen bezüglich Landwirtschaft und Natur schuf. Die auf schwarzem Papier mit weißer oder farbiger Kreide gezeichneten skizzenhaften Lehrbilder führen in die Gedankenwelt Rudolf Steiners ein und markieren den Anfang der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Als »eigenständige imaginative, farbig fließende Gesamtbilder« (Assja Turgenieff) waren sie – und sind es noch immer – wichtige Impulsgeber für zeitgenössische Künstler. Somit präsentiert das Museum Kunstwerke von hohem Rang und zeigt zugleich die Wurzeln der Demeter-Bewegung.

In einem weiteren Bereich stellt der renommierte Fotograf Roland Bauer in stimmungsvollen Aufnahmen das einfache bäuerliche Leben in Hohenlohe vor, aus dem heraus sich die Demeter-Bewegung entwickeln konnte. Wie die Ideen Steiners in unserer Region allmählich Fuß fassten, wird in reich bebilderten Texttafeln beschrieben.

Was ist überhaupt Demeter? Und was bedeutet biologisch-dynamisch? Anhand von Demeter-Erzeugnissen und den sogenannten Präparaten, das sind zubereitete Pflanzen- und Tierprodukte zur Vitalisierung von Kompost und Boden, beantwortet die Ausstellung anschaulich und im wahrsten Sinne des Wortes »faßbar« diese Fragen.

Zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Begleitbroschüre (Kosten 12 €).

Die Ausstellung dauert von 8. Oktober bis 27. November 2011

Öffnungszeiten: Di–So 10–17 Uhr

Hällisch-Fränkisches Museum. Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Keckenhof. 74523 Schwäbisch Hall. Tel. 0791/751.360,289 | E-Mail: hfm@schwaebischhall.de

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