Torfverarbeitung in Schweden

Von Johannes Kloss, Mai 2014

Anmerkungen zum Artikel »Strahlende Wirkungen« in »Erziehungskunst«, 02/2014.

Versuche, Torffasern zu gewinnen und zu präparieren, um damit einen spinnbaren Textilrohstoff herzustellen, gab es bereits im 19. und 20. Jahrhundert. Hierbei waren die Rentabilität und auch die Qualität der gewonnenen Fasern nicht ausreichend für eine erfolgreiche Herstellung von Textilien, da man mit Baumwolle, Zellwolle, Kunstseide und später synthetischen Fasern konkurrieren musste. Auf einen neuen Aspekt wies in diesem Zusammenhang Rudolf Steiner hin: Er schlug vor, zum Schutz vor der immer stärker werdenden Beeinträchtigung der Lebenskräfte durch die Elektrizität und den Magnetismus als lebensfeindlichen Energieformen Kleidung aus Textilien mit Torffasern herzustellen.

So waren Henri Smits, Ita Wegman, Rothraut Thylmann und Rudolf Hauschka mit ihren jeweiligen Arbeitsgruppen an dieser Aufgabe tätig. Zur konkreten Herstellung von Textilprodukten kam es damals jedoch nicht.

Seit etwa 1970 griff ich, angeregt durch die Hinweise Hauschkas, die Arbeit an der Torf­faser wieder auf. Nach vielen experimentellen Vorbereitungen in Schweden gelang es, mit Unterstützung von Freunden und vielen an der Arbeit interessierten Menschen 1983 eine Maschinenanlage aufzubauen und mit der Aufbereitung von Torffasern zu beginnen.

Viele Bemühungen waren erforderlich, um Textilfabriken zu finden, welche die schwierig zu handhabenden Torffasern in Mischung mit Wolle spinnen konnten. Doch es gelang, Garne zum Stricken und Weben herzustellen, die zu Pullovern, Mützen, Stoffen und Decken konfektioniert wurden. Ebenfalls mit Schafwolle kardiert, wurden die gefertigten Vliese zur Herstellung von Steppdecken, Unterbetten und Kissen sowie von Matratzen verwendet.

Zahlreiche erfreuliche Erfahrungsberichte von dankbaren Kunden bestätigten die guten Wirkungen der Torffaserprodukte auf das gesundheitliche Befinden.

Neben den Textilien stellten wir aus Hochmoortorf in Verbindung mit anderen Heilsubstanzen therapeutische Präparate her: Massageöle und Emulsionen zum Einreiben (»Tälma«- Produkte), Torfpuder und Grundsubstanzen für die zahnärztliche Praxis. – Leider mussten wir die Maschinen zur Gewinnung der gereinigten Torffaser in Schweden demontieren und die Produktion der Firma Älma Torvtextil nach 21 Jahren einstellen, weil die gemietete Fabrikhalle verkauft wurde. Es ist erfreulich, dass die Firma Dr. Heberer Naturheilmittel neben ihrem Sortiment an Ölen für Massage und Bad-Therapie auch die Tälma-Öle mit in ihr Angebot aufgenommen hat. So kann die Torfsubstanz in dieser Form weiterhin zur Verfügung stehen und dem Menschen in unserer technisierten Umwelt eine wärmende Hülle geben für seine geschwächten Lebenskräfte.

Links: www.oelundwasser.de/links | www.dr-heberer.de

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