Sportunterricht im Jugendalter

Von Michael Neu, Dezember 2009

Internationale Turnlehrertagung in Dänemark

Es ist ein Zeitphänomen, keinen Freiraum zu haben. Unsere jugendlichen Schüler werden und sind pausenlos beschäftigt, sei es in der Schule oder in ihrer Freizeit.Es wird mehr geredet – vieles zerredet – als getan. Wie ist es aber, eine Öffnung, eine Lücke für Neues und Unvorhergesehenes zuzulassen? Was kommt dann von den Schülern? Wie gestaltet sich dann die Begegnung? Wie muss der Lehrer seine Arbeitsweise im Unterricht differenzieren, wenn er sich zurücknimmt? Andererseits fordern die Schüler immer mehr Präsenz und Authentizität vom Lehrer. Eröffnen sich aus diesen Fragestellungen neue Möglichkeiten?

Wie jedes Jahr treffen sich in der Pfingstzeit über hundert Turnlehrer aus aller Welt zu einer gemeinsamen Tagung, die dieses Mal in Arhus/Dänemark stattfand. Bei diesen Zusammenkünften wird über mehrere Jahre an einer Thematik gearbeitet. 2007 in Prien am Chiemsee begann die Arbeit zur »Bewegungserziehung als Verantwortung« mit der Betrachtung der ersten sieben Lebensjahre. Hier hatte man besonders die Fördermöglichkeiten (nach Hengstenberg und Emmi Pickler) im Blick. 2008 in Karlsruhe wurde das gleiche Thema für die Zeit der ersten Schuljahre bis zur Pubertät und jetzt in Arhus für die Zeit des Jugendalters bis zum Erwachsenwerden weitergeführt.

Jede der zahlreichen Arbeits- und Bewegungsgruppen – angefangen bei Zirkus, Akrobatik und Bothmer-Gymnastik über Schwimmen, Leichtathletik, Badminton, Geräteturnen bis zu Kinder- und Sportspielen – versuchte, das Thema »Freiraum« zu erschließen und fand Aspekte und Anregungen für die Tätigkeit des Turn- und Sportlehrers.

Eine weitere Vertiefung des Themas erlaubte die Trilogie der Feste: Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Jedes Fest spricht eine bestimmte Seelenstimmung an, die sich in den drei Entwicklungsphasen des Kindes bis zum Erwachsenenalter wiederfinden lassen. In der Zeit des Jugendalters, in der eine »pfingstliche« seelische Grundstimmung dominiert, gilt es, den Körper geschickt zu machen. Nicht nur die physischen Kräfte sollen gestärkt werden, sondern der Körper soll Instrument und Ausdruck für das Seelische und Geistige des Menschen werden. Die nächste Turnlehrertagung 2010 findet in Kiel statt.

Turnlehrertagung im Netz.

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